Finalborgo
Wanderung und Entdeckungstour durch eines der schönsten Dörfer Italiens, wo Geschichte auf mediterrane Schönheit trifft
Finalborgo gehört ohne Frage zu den schönsten Dörfern Italiens. In diesem wunderschönen Ort an der ligurischen Küste Italiens trifft Geschichte auf mediterrane Schönheit.
Ich war einen Tag innerhalb der historischen Stadtmauern unterwegs und habe eine wunderschöne Wanderung vom mittelalterlichen Ortskern, zum Forte San Giovanni und dem Castel Gavone unternommen.
Hier findest Du alle Infos zum malerischen Finalborgo und meine Wanderbeschreibung durch die umliegenden, üppigen Vegetation der malerischen Landschaft.
Finalborgo Überblick
Finalborgo ist ein Stadtteil von Finale Ligure und liegt nur zwei Kilometer von der ligurischen Küste entfernt, in der Provinz Savona.
Es schmiegt sich malerisch zwischen die Landzungen Caprazoppa und Capo Noli, an der Mündung der Flüsse Pora und Aquila.
Mit seiner niedlichen Altstadt und einer prächtigen mittelalterlichen Ringmauer gehört es offiziell zu den schönsten Dörfern Italiens.
Um diesem Verband beizutreten, musste Finalborgo strenge Kriterien erfüllen, wie die mittelalterliche Struktur und eine geringe Einwohnerzahl von maximal 15.000.
Einst war Finalborgo eine unabhängige Gemeinde und wurde erst 1927 mit Finale Marina und Finale Pia zur heutigen Gemeinde Finale Ligure vereint.
Als touristisches Ziel lockt Finalborgo heute mit einer gut erhaltenen Altstadt, in der Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte zum Verweilen einladen.

Sehenswürdigkeiten in Finalborgo
1. Porta Reale und Piazza San Biagio
Das Haupttor Porta Reale ist der imposante Eingang zur Altstadt. Beim Betreten führt es direkt zur Piazza San Biagio, dem lebendigen Zentrum von Finalborgo.
Hier reihen sich Cafés und Restaurants aneinander, die zum Verweilen einladen. Der Platz ist ideal, um die einzigartige Atmosphäre des mittelalterlichen Dorfes aufzusaugen und Deinen Stadtrundgang zu beginnen.
2. Basilika San Biagio
Gleich hinter der schönen Porta Reale auf der Piazza San Biago sticht die große Kirche ins Auge. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde eine Kirche auf diesem Platz 1261.
Der heutige Bau im Barockstil stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist im Inneren beladen mit Werken und Strukturen aus Marmor.
Dank der „Farbe“ leuchtet die Basilika in ihrem prunkvollen Inneren golden. Eine Besonderheit ist die Tischdecke des Hochaltars, die wie besticktes Tuch aussieht, in Wirklichkeit aber aus reinem Marmor besteht.
Der achteckige spätgotische Glockenturm aus dem Jahr 1463 ist das Wahrzeichen von Finalborgo.
3. Kirche Santa Caterina und Dominikanerkloster
Die Kirche Santa Caterina und der dazugehörige Dominikanerkomplex wurden etwa im Jahre 1360, nach dem Tod des Marchese Giorgio I Del Carretto, gebaut.
Seine Witwe ließ eine Kirche bauen, um dort den Leichnam ihres Gatten zu beerdigen.
Das Kloster wurde später, zwischen 1863 und 1964 in ein Gefängnis umgewandelt, aber seine Schönheit ist intakt geblieben. Heute befindet sich hier das Civic Museum, das archäologische Museum, der Stadt Finale Ligure.
4. Palazzo Ricci (Rathaus)
Dieser Renaissance-Palazzo ist das heutige Rathaus und beeindruckt mit seiner eleganten Fassade. Im Inneren werden regelmäßig Kunstausstellungen veranstaltet.
Der Palazzo steht als Symbol für den einstigen Wohlstand und die Bedeutung von Finalborgo im Mittelalter.
5. Palazzo Cavasole
Der Palazzo Cavasole, ein weiteres beeindruckendes Bauwerk, ist berühmt dafür, dass er im 19. Jahrhundert Papst Pius VII. beherbergte.
Auch wenn der Palast heute nicht zugänglich ist, lohnt es sich, die Renaissance-Fassade und die historischen Details zu bestaunen.
6. Palazzo Brunengo
Der Palazzo Brunengo rundet die Sammlung prächtiger Adelspaläste ab. Er spiegelt die Renaissance-Architektur wider und verleiht der Altstadt zusätzlichen Charme. Er ist eines der beliebtesten Fotomotive der schönen Altstadt!
7. Forte San Giovanni
Das Forte San Giovanni thront auf dem Becchignolo, dem Felsvorsprung, auf welchem im Mittelalter der gleichnamige Turm zur Verteidigung Finalborgos stand.
1644 errichtete die spanische Krone die Festung zur Verteidigung der gesamten Gegend. Forte San Giovanni wurde dann 1707 von den Spaniern aufgegeben und nach der Unterwerfung unter die Republik Genua 1713 teilweise zerstört.
1822 wurde es in ein Frauengefängnis umgewandelt und anschließend dem Verfall preisgegeben.
Es ist seit 1960 in Staatsbesitz und wurde in den letzten Jahren vollständig restauriert. Heute kann das Forte San Giovanni besichtigt werden und beherbergt Ausstellungen, Veranstaltungen oder Tagungen.
Öffnungszeiten:
Mittwoch – Freitag von 16:00 – 20:00 Uhr und am Wochenende von 10:30 – 20:00 Uhr. Montags und dienstags ist das Fort geschlossen.
Eintrittspreis: kostenfrei
8. Castel Gavone und Torre dei Diamanti
Obwohl das Castel Gavone momentan wegen Restaurierungsarbeiten während meines Besuchs nicht zugänglich war, bietet der Anblick von außen einen Hauch von Ritterromantik.
1188 zog Heinrich II nach Castel Gavone, zum Wohnen und Repräsentieren. 1448 wurde es von der Republik Genua teilweise abgerissen und zwischen 1452 von Giovanni I. Del Carretto sofort wieder aufgebaut und in den Folgejahren erweitert.
Die Burg wurde 1715 nach dem Kauf des Markgrafentums durch die Republik Genua erneut abgerissen, stand dann 2 Jahrhunderte leer und verfiel.
Ende 1989 wurde das Schloss von der Familie Cavassolas, der letzten Besitzerfamilie, der Gemeinde Finale Ligure geschenkt und wird nun mit EU-Mitteln aufwendig restauriert.
Info: Eindrucksvoll, vor allem nachts, ist der Burgturm, der Torre dei Diamanti. So benannt wegen der diamantgeschliffenen Steinfassade.
9. Kirche Sant’Eusebio
Am Ende eines kurzen Wanderwegs liegt die Kirche Sant’Eusebio. Diese Kirche, eigentlich zwei kleine Kapellen, ist ein Ort der Ruhe und Einkehr. Die Umgebung ist von Olivenhainen geprägt und bietet einen traumhaften Blick auf die grüne Landschaft Liguriens.
10. Nostra Signora di Loreto (Kirche der fünf Glockentürme)
Diese Renaissancekirche liegt etwas außerhalb der Altstadt und ist leicht an ihren fünf Glockentürmen zu erkennen.
Über den 4 Ecken des schönen Gebäudes, befinden sich 4 kleine Glockentürme, die den etwas höheren zentralen Turm, in der Mitte der Kuppel, einrahmen. Die einzigartige Architektur macht sie zu einem wahren Kleinod.
Obwohl die Kirche meist geschlossen ist, lohnt sich ein Besuch wegen der friedlichen Atmosphäre und des herrlichen Panoramablicks.
Finalborgo Wanderung: Von der Stadtmauer zu den Höhen der Region
Startpunkt: Finalborgo
Deine Wanderung beginnt am Parkplatz vor den Stadttoren von Finalborgo. Vom Parkplatz aus wanderst Du zunächst entlang der Via Domenica Brunenghi zum Haupttor der Altstadt.
Hier betrittst Du die Altstadt und hast die Möglichkeit, einen Rundgang durch die schmalen, gepflasterten Gassen zu unternehmen und die zuvor beschriebenen Sehenswürdigkeiten zu bewundern.
Aufstieg zum Forte San Giovanni
Nach einem Bummel durch die Altstadt machst Du Dich auf den Weg zum Forte San Giovanni. Der breite Wanderweg, gut ausgeschildert und mit wenigen Serpentinen, führt stetig bergauf.
Beachte: Auf diesem Teilstück gibt es wenig Schatten – Sonnencreme und Wasser sind hier Pflicht!
Bald erreichst Du das restaurierte Forte San Giovanni, das hoch über der Altstadt thront. Leider war ich am falschen Wochentag vor Ort, denn das Fort ist montags und dienstags geschlossen.
Wanderweg zum Castel Gavone
Weiter bergauf führt der Weg zur imposanten Burgruine Castel Gavone. Leider war die Ruine zur Zeit meines Besuchs komplett eingezäunt und wegen Restaurierungsarbeiten nicht zugänglich.
Dennoch lohnt sich ein Blick von außen auf die Überreste der Burg und insbesondere auf den „Torre dei Diamanti“ – den beeindruckenden Burgturm mit einer diamantgeschliffenen Steinfassade.
Der Aufstieg bietet zudem herrliche Panoramablicke auf das Meer und das darunterliegende Finalborgo.
Von der Kirche Sant’Eusebio zur Nostra Signora di Loreto
Der Wanderweg, nun als schmaler Pfad, führt weiter zur Kirche Sant’Eusebio. Diese kleine Kirche aus dem 11. und 13. Jahrhundert liegt idyllisch in der Natur, umgeben von Olivenhainen.
Auch wenn sie meist geschlossen ist, lässt sich hier eine kurze Rast einlegen, bevor es auf die asphaltierte Straße zur Nostra Signora di Loreto geht.
Diese schöne Renaissancekirche wird auch „Kirche der fünf Glockentürme“ genannt – ein wahrer Geheimtipp, um die historische Atmosphäre und die Aussicht auf die Umgebung zu genießen.
Rückweg nach Finalborgo
Der Rückweg führt über den „VD“-Wanderweg durch schattige Wälder und entlang einer idyllischen Landschaft zurück nach Finalborgo.
Der Weg schlängelt sich vorbei an Obstplantagen und alten Trockenmauern, die das mediterrane Flair unterstreichen.
Zurück in der Altstadt lohnt sich ein letzter Abstecher in die kopfsteingepflasterten Gassen, um den Tag bei einem italienischen Espresso ausklingen zu lassen.
Wanderroute: Finalborgo Sehenswürdigkeiten & Umgebung
Start- & Endpunkt: Parkplatz vor den Stadttoren von Finalborgo
Länge: 6,3km
Höhenmeter: ↑ 180 / ↓180
Schwierigkeit: leicht
Link zu den Details der Wanderroute, aufgezeichnet mit Komoot
Anreise und Parken in Finalborgo
Der wunderschöne Ort Finalborgo liegt mit dem Auto 74km, eine Autostunde über die Autobahn A10, von Genua entfernt. Von Savona brauchst Du für die 24km ca. eine halbe Stunde.
Genauso lange würdest Du von beiden Städten mit dem Zug bis Finale Ligure benötigen. Dieser Bahnhof ist 1km, ca. 15 Gehminuten vom Stadtteil Finalborgo entfernt.
Es gibt verschiedene, kostenpflichtige Parkplätze, gleich außerhalb der Stadtmauern. Der größte und am einfachsten zu erreichende Parkplatz, direkt am Fluss Pora, ist wahrscheinlich der „Parking delle Mura„.
Kostenfreies Parken, ca. 10 Gehminuten vom südlichen Stadttor entfernt, gibt es entlang der Viale Dante Alighieri, an der auch ein größerer Parkplatz liegt.
Übernachten in Finalborgo bzw Finale Marina
Zum Übernachten empfehle ich Finale Marina, der Küstenort direkt am Meer. Dieser hat einen 3km langen Sandstrand, mit herausragenden Sonnenuntergängen. Außerdem hat auch Finale Marina eine süße, kleine Altstadt, die es sich lohnt zu besuchen.
Übernachten im Hotel
Eine 5-minütige Autofahrt vom Dorfzentrum von Finale Ligure befindet sich die privat geführte Villa Pierina. Der große Garten bietet eine wundervolle Aussicht aufs Meer und auf ganz Finale Ligure.
Wer mit dem Auto kommt, kann die kostenfreien Parkplätze vor Ort nutzen. Alternativ gibt es in 300m Entfernung eine Bushaltestelle oder aber man läuft die 1,3km ins Dorfzentrum.
⇨ Mehr Infos und Verfügbarkeit der Ferienwohnung in der Villa Pierna
Übernachten im Camper
Für Wohnmobile und Camper gibt es verschieden Optionen: Am Ortsausgang von Finale Marina in Richtung Imperia, gibt es den Sosta Camper „Caprazoppa“ Stellplatz, direkt am Meer.
Der Platz ist unbetreut, mit Abwassereinleitungs- und Trinkwasserbefüllanlage, Toiletten, Duschen und WLAN.
Es kann vorab nicht reserviert werden und die Kosten pro Stellplatz betragen € 10.00 pro 12 Stunden.
Insidertipp: Wer sein Wohnmobil oder Camper tagsüber woanders parken konnte, kann kostenfrei auf dem Parkplatz der Piazza Vuillermin, direkt am Strand und an der Strandpromenade übernachten.
Dieser Parkplatz kostet am Tag € 1,80 pro Stunde. Zwischen Anfang Juni und Ende September kann man zwischen 22:00 und 8:00 Uhr kostenfrei stehen. Von Anfang Oktober – Ende Mai ist das Parken bereits ab 20:00 Uhr und bis morgens um 8:00 Uhr kostenlos.
Weiter der „schönsten Dörfer Italiens“
Nicht allzu weit entfernt, im Piemont, sind 2 weitere Dörfer, die es in den Verband der „schönsten Dörfer Italiens“ geschafft haben. In meinem Piemont-Blog insieme-Piemonte findest Du alle Informationen zu den schönen Dörfern Noli, Usseaux und Monforte d’Alba.
Fazit
Finalborgo bietet eine perfekte Kulisse, um das italienische Dolce Vita mit einer einfachen Wanderung durch das malerische Umland zu verbinden.
Die umliegenden Wanderwege und die beeindruckenden Bauwerke des Ortes machen Finalborgo unvergesslich.
Ob nur für einen Tagesausflug oder als Basis für einen Ligurienurlaub: Ein Besuch ist, meiner Ansicht nach, ein absolutes Muss für jeden, der das wahre Ligurien entdecken möchte!
Weitere Wanderinspiration an der ligurischen Riviera?
Wenn Du Finalborgo nur ein paar Minuten weiter nach Norden fährst, erreichst Du Noli, ebenfalls eines der schönsten Dörfer Italiens. Dort haben wir eine herausragende Wanderung zum Capo Noli unternommen.
Weiter südöstlich, rund um die Regionalhauptstadt La Spezia erstreckt sich der malerische Golf der Poeten, der unbedingt auf der To-Do-Liste für einen Ligurien Urlaub stehen sollte.