Tessin Sehenswürdigkeiten
Meine 11 schönsten Orte & Wanderungen im Süden der Schweiz
Mediterranes Flair, Bergpanoramen und türkisfarbene Seen: das Tessin fühlt sich an wie Italien, ohne die Schweiz zu verlassen.
Ich war inzwischen mehrfach im Tessin unterwegs, mal mit der Bahn und mal mit dem Camper um freier Übernachten zu können. Jedes Mal aufs Neue bin ich begeistert, wie vielfältig dieser Kanton ist, denn es gibt weit mehr als nur Lago Maggiore und Luganersee.
Hier zeige ich dir 11 Sehenswürdigkeiten im Tessin, die mich persönlich beeindruckt haben: von spektakulären Wasserfällen im Verzascatal, über malerische Dörfer wie Grandia bis hin zu versteckten Wanderpfaden, rund um Lugano.
Dabei gebe ich dir nicht nur eine Liste von Highlights, sondern auch meine persönlichen Tipps und Eindrücke, damit du deinen Aufenthalt optimal planen kannst.
Egal ob du ein entspanntes Wochenende im Süden der Schweiz verbringst oder auf einem Roadtrip unterwegs bist, diese Orte im Tessin solltest du dir nicht entgehen lassen. Los geht’s mit meinen persönlichen Highlights, ganz ohne touristischen Einheitsbrei.
1. Die Burgen von Bellinzona
Wenn ich an Bellinzona denke, denke ich an die Burgen. Die Kantonshauptstadt hat davon nicht an eine oder zwei sondern gleich drei gewaltige Festungen, die in und über der Stadt thronen und das Panorama dominieren. Die Burgen von Bellinzona gehören für mich zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten im Tessin.
Die drei Burgen (Castelgrande, Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro) stammen aus dem 15. Jahrhundert und wurden einst von den Herzögen Mailands erbaut, um die strategisch wichtigen Alpenpässe zu kontrollieren. Heute sind sie anerkanntes UNESCO-Weltkulturerbe.
Ich empfehle dir unbedingt die Burgenwanderung, die alle drei Festungen miteinander verbindet. Sie startet direkt am Bahnhof und führt zuerst hinauf zum Montebello.
Von dort aus bietet sich ein herrlicher Blick auf das Castelgrande und die Altstadt. Danach geht’s weiter zum abgelegeneren Sasso Corbaro, der am höchsten liegt.
Statt direkt abzusteigen, lohnt sich ein Abstecher zum ruhigen Weiler Prada. Dort findest du die kleine Kapelle San Girolamo, ein schöner Ort, den kaum jemand kennt.
Die gesamte Runde ist knapp 9 km lang und technisch nicht schwierig, du solltest aber ein wenig Kondition mitbringen. Was ich besonders mag: Die Burgen sind nicht einfach nur Ruinen, sondern lebendige Kulturorte mit Ausstellungen, Panoramaterrassen und sogar kleinen Cafés.
Bellinzona Burgenwanderung
Länge: 9,3km I Höhenmeter: ↑ 400 / ↓400 I Schwierigkeit: mittel
Link zur Wanderung via Komoot
Mein Tipp für Camper: Wir übernachten wenn wir mit dem Camper unterwegs sind, immer auf dem kostenlosen Parkplatz direkt am Castello di Montebello: Ruhig, sicher, mit Picknicktischen und von dort sind es nur 10 Minuten (steil) runter ins Zentrum.
2. Wandern im Verzascatal
Das Verzascatal (italienisch: Valle Verzasca) ist für mich einer der wildesten und ursprünglichsten Orte im Tessin. 25 Kilometer zieht sich das enge Tal vom Lago Maggiore nach Norden, geprägt von steilen Hängen, dichten Wäldern und rauschenden Wasserfällen.
Schon die Anfahrt durchs Tal ist ein Erlebnis für sich, aber am besten entdeckt man es zu Fuß. Mein persönlicher Lieblingsweg ist der Sentierone Verzasca, ein abwechslungsreicher Wanderweg, der Natur, Geschichte und Tessiner Dorfkultur verbindet.
Über rund 24 Kilometer verläuft der Pfad teils direkt am smaragdgrünen Fluss entlang, teils auf alten Saumpfaden durch Kastanienwälder, vorbei an kleinen Kapellen, Bruchsteinmauern und verwitterten Bauernhäusern.
Einer der Höhepunkte unterwegs und wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Tessin ist die Ponte dei Salti in Lavertezzo.
Die filigrane, doppelbogige Steinbrücke aus dem 17. Jahrhundert sieht nicht nur märchenhaft aus, sondern überspannt auch eine der schönsten Badegumpen des Verzasca-Flusses.
Im Sommer stürzen sich hier Mutige ins kalte Wasser. Ich persönlich genieße lieber den Anblick mit den Füßen im Fluss und einer Sandwichpause auf den glattgeschliffenen Felsen.
Mein Tipp: Starte früh oder spät – Lavertezzo kann tagsüber ziemlich überlaufen sein. Alternativ gibt es entlang des Weges ruhigere Orte mit genauso schönen Flussstellen, vor allem rund um Brione Verzasca oder bei Frasco.
Du kannst die Tour auch in zwei Etappen gelaufen werden, also perfekt für gemütliche Halbtageswanderungen. Ich bin den ganzen Weg am Stück gelaufen und habe 8–9 Stunden Gehzeit benötigt.
Pierce Brosnan aka James Bond 1995 im Film „Golden Eye“ hat’s vorgemacht: Der sogenannte James Bond 007 Bungee Sprung von der 220 Meter hohen Verzasca Staumauer dauert 7,5 Sekunden und ist pures Adrenalin!
3. Höhenweg vom Monte Tamaro zum Monte Lema
Der Höhenweg vom Monte Tamaro zum Monte Lema gilt als eine der schönsten Wanderungen der Schweiz und ich kann das nach eigener Erfahrung nur bestätigen.
Diese Tour vereint Panoramen, Naturerlebnis und sportliche Herausforderung wie kaum eine andere im Tessin.
Der mit Abstand anstrengendste Teil für mich war der rund 1,5-stündige Aufstieg von der Alpe Foppa, also der Bergstation des Monte Tamaro, zum Gipfel, dem offiziellen Startpunkt der Gratwanderung.
Besonders an warmen Tagen zieht sich der Weg ziemlich aber sobald man oben am Gipfel steht, sind alle Mühen vergessen: Die 360-Grad-Aussicht ist einfach spektakulär.
Von dort startet der eigentliche Gratweg, der dich in etwa 3–4 Stunden über knapp 14 Kilometer bis zum Monte Lema führt. Der Weg ist gut markiert und technisch nicht schwierig.
Einmal auf dem Höhenrücken angekommen, läufst du fast eben dahin, mit atemberaubendem Weitblick zu beiden Seiten.
Rechts fällt dein Blick fast ständig auf den Lago Maggiore und die Walliser Alpen in der Ferne. Links öffnet sich das breite Valle del Vedeggio, mit Lugano und dem Luganersee als glitzerndem Abschluss.
Mein Tipp: Mit dem TicinoTicket erhältst Du 20% Rabatt auf den Ticketpreis der Gondelbahn zum Monte Tamaro als auch zum Monte Lema!
Alpe Foppa – Monte Tamaro – Monte Lema
Länge: 14km I Höhenmeter: ↑ 750 / ↓770 I Schwierigkeit: schwer
Link zur Wanderung via Komoot
4. Luganersee
Der Luganersee (italienisch: Lago di Lugano oder Lago Ceresio) ist für mich der Inbegriff von Tessiner Lebensgefühl: Palmen, Espresso am Seeufer, dahinter schroffe Berghänge und das Ganze eingerahmt von einer entspannten, fast mediterranen Atmosphäre.
Das 50 km² große Gewässer liegt eingebettet zwischen Lago Maggiore und Comer See, zu zwei Dritteln auf Schweizer Boden, der Rest gehört bereits zu Italien. Eine tolle Mischung aus alpiner Kulisse mit Bergen, die bis zu 1700 Metern hoch sind und südländischer Leichtigkeit.
Wer einmal vom Monte Brè oder dem Monte San Salvatore auf den See geblickt hat, versteht sofort, warum diese Region so beliebt ist. Einfach nur toll, vor allem am späten Nachmittag, wenn das Licht weich wird und Lugano unter einem glitzert.
Ein weiteres Highlight am See ist der Monte San Giorgio, ein UNESCO-Weltnaturerbe mit Fossilienfunden aus der Mitteltrias. Wer sich für Naturgeschichte interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten aber natürlich lohnt auch nur der Blick vom Gipfel.
Rund um den See findest du idyllische Dörfer mit alten Fischerhäusern, wie Morcote, das zu Recht regelmäßig als eines der schönsten Dörfer der Schweiz genannt wird.
Und natürlich Lugano selbst, mit seiner Promenade, dem Mix aus Altstadt und Moderne und dem fast schon italienischen Dolce-Vita-Feeling.
Mein Tipp: Mach unbedingt eine Bootsfahrt über den See, am besten morgens oder kurz vor Sonnenuntergang (20% Rabatt mit dem Ticino Ticket).
5. Lugano
Lugano ist wirklich toll, entspannt und elegant und für mich mehr als nur die größte Stadt im Tessin. Direkt am Luganersee gelegen, eingerahmt von Bergen und gesegnet mit mildem Klima, vereint Lugano das Beste aus der Schweiz und Italien: saubere Straßen, gute Infrastruktur und gleichzeitig das berühmte dolce vita.
Besonders mag ich den historischen Stadtkern, der komplett autofrei ist. Enge Gassen, bunte Fassaden, kleine Boutiquen und Cafés. Hier muss man sich einfach treiben zu lassen.
Hoch über der Altstadt thront die Kathedrale San Lorenzo mit ihrer eindrucksvollen Renaissancefassade. Der kurze Aufstieg lohnt sich allein schon wegen der Aussicht über Stadt und See.
Mein Insidertipp: Wenn du dienstags oder freitags in Lugano bist, geh unbedingt auf den Wochenmarkt. Zwischen 7:30 und 14:30 Uhr verkaufen lokale Bauern in der Altstadt ihre Produkte wie z.B. würziger Käse, luftgetrocknete Wurst und Tessiner Weine.
Natürlich gehört auch ein Spaziergang entlang der Seepromenade zum Touristenprogramm. Besonders schön finde ich Strecke zwischen dem Parco Ciani und der Via Nassa, einem eleganten Shopping-Boulevard mit Blick aufs Wasser.
Vor allem am späten Nachmittag, wenn die Sonne über den See wandert und die Alpen am Horizont in rosa Licht taucht, ist das hier einfach ein perfekter Ort zum Runterkommen.
Mein Hoteltipp für Lugano: Das Hotel de la Paix ist ein herausragendes 4-Sterne Hotel, 5 Gehminuten vom Seeufer. Stadtzentrum und der Bahnhof befinden sich im Umkreis von etwa 1 km, parken kannst Du kostenfrei am Hotel. Das Frühstücksbuffet ist total lecker und abwechslungsreich und der kleine Pool im idyllischem, kleinen Garten hervorragend zum Entspannen!
6. Monte Brè
Der Monte Brè ist zwar „nur“ 933 Meter hoch, aber für mich einer der schönsten Aussichtspunkte im ganzen Tessin.
Als einer der Hausberge von Lugano gehört er zu den Comer Voralpen und bietet eine Panoramasicht, die vom Luganersee bis zu den Walliser und Berner Alpen reicht.
Mein absoluter Lieblingsplatz dort oben ist die Terrasse des Ristorante Vetta Monte Brè. Der Blick auf den See und die Stadt ist einfach spektakulär – besonders morgens, wenn die Luft noch klar ist und du das Gefühl hast, den Berg ganz für dich allein zu haben.
Mein Tipp: Komm so früh wie möglich, also ab 9 Uhr mit der ersten Bahn oder, wenn du fit bist, sogar zu Fuß denn dieser Aussichtspunkt ist kein Geheimtipp und wird schnell voll.
Auf den Monte Brè kommst du ganz bequem mit der Standseilbahn ab Lugano-Cassarate. In rund 20 Minuten bist du oben, mit toller Aussicht schon während der Fahrt.
Tipp: Mit dem Ticino Ticket bekommst du Ermäßigung auf das Ticket.
Günstiger ist der Bus Nr. 12, der Dich bis ins Dorf Brè fährt. Von dort wanderst Du in ca. 20 Minuten die Stufen bis zum Gipfel hoch. Diese Variante ist mit dem Ticino Ticket sogar kostenlos.
Keine Lust auf Planung? Dann gönn‘ Dir eine geführte Halbtagstouren mit Schifffahrt und Seilbahnfahrt und spannenden Infos zu Lugano und dem Monte Brè.
6.1. Mein Tessin Geheimtipp: Gandria
Wenn du vom Monte Brè absteigst, mach unbedingt einen Abstecher nach Gandria, einem kleinen, fast vergessenen Fischerdorf direkt am Luganersee: verwinkelte Gassen, alte Steinhäuser, steile Treppen, alles eng ans Wasser gebaut. Seit über 100 Jahren hat sich hier kaum etwas verändert.
Der schattige Weg nach Gandria führt durch Laubwald bergab, ruhig, angenehm, und mit schönem Seeblick.
Zurück nach Lugano geht’s gemütlich auf dem Olivenweg am Ufer entlang, eine der schönsten Uferwanderungen im Tessin.
Monte Brè – Gandria – Castagnola / Lugano
Länge: 7,5km I Höhenmeter: ↑ 50 / ↓650 I Schwierigkeit: leicht-mittel
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7. Ascona
Ascona fühlt sich für mich immer ein bisschen nach Urlaub am Meer an, nur eben mitten in der Schweiz. Das kleine Städtchen liegt direkt am Nordufer des Lago Maggiore und ist mit nur 196 Metern über dem Meeresspiegel der tiefstgelegene Ort des Landes.
Der historische Dorfkern, der sogenannte Borgo, ist voller enger Gassen, bunter Fassaden und Kopfsteinpflaster und die Seepromenade, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, gehört zu den schönsten im ganzen Tessin.
Beim Schlendern kommt man automatisch am Glockenturm von 1488 vorbei, dem Wahrzeichen von Ascona.
Besonders spannend finde ich die Vergangenheit Asconas als Zufluchtsort für Künstler und Freidenker.
Oberhalb des Ortskerns liegt der Monte Verità („Berg der Wahrheit“), der Anfang des 20. Jahrhunderts Treffpunkt für Aussteiger, Schriftsteller, Anarchisten und Utopisten war. Bis heute spürbar alternativ.
Mein Tipp: Wenn du dich für Natur und Botanik interessierst, solltest du unbedingt einen Ausflug zu den Brissago-Inseln machen. Sie sind in nur 20 Minuten per Schiff erreichbar (ab Ascona oder Locarno) und bieten subtropische Vegetation, exotische Blumen und einen der schönsten botanischen Gärten der Schweiz.
8. Monte Generoso
Der Monte Generoso gehört zu den spektakulärsten Aussichtspunkten im Tessin und das sage ich nicht leichtfertig. Auf seinem 1.701 Meter hohen Gipfel steht man buchstäblich auf der Grenze zwischen Schweiz und Italien, mit einem 360-Grad-Panorama:
Lugano und der Luganersee unter einem, die Alpenkette mit dem Matterhorn im Norden und, bei klarer Sicht, Mailand und Turin im Süden.
Besonders beeindruckend finde ich nicht nur die Aussicht, sondern auch das, was kurz unterhalb des Gipfels thront: Die futuristisch anmutende „Fiore di pietra“ (Steinblume), entworfen vom Stararchitekten Mario Botta.
Ein architektonisches Statement auf dem Berg, fast surreal in dieser Landschaft. Drinnen: Ein elegantes Restaurant und eine Panorama-Terrasse, auf der man wunderbar eine Pause einlegen kann.
Der Monte Generoso ist ab Capolago mit der ältesten, regelmäßig in Betrieb stehenden Zahnrad-Dampflokomotive der Schweiz erreichbar. Die Fahrt selbst ist schon ein Erlebnis und wieder gibt es mit dem Ticino Ticket 30 % Rabatt.
Wer sich nach dem Panoramablick noch etwas bewegen möchte: Eine kurze Rundwanderung ab der Bergstation führt über den Ostkamm zur Alpe Nadigh und weiter zur Alpe Génor.
Auf dem Rückweg verläuft der Weg parallel zur Bahnstrecke, vorbei an insgesamt 11 alten „Nevère“, in Kalkstein eingefasste Eisgruben, die früher zur Kühlung von Milch und Käse genutzt wurden.
Monte Generoso – Nadigh – Génor – Monte Generoso
Länge: 5,2km I Höhenmeter: ↑ 370 / ↓370 I Schwierigkeit: leicht-mittel
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9. Morcote
Für mich ist Morcote eines der schönsten Dörfer der Schweiz und damit bin ich nicht allein: 2016 wurde es offiziell mit genau diesem Titel ausgezeichnet.
Das frühere Fischerdorf liegt rund 10 Kilometer südwestlich von Lugano und schmiegt sich malerisch an den Hang direkt am Luganersee.
Was Morcote für mich so besonders macht, ist der Mix aus historischer Eleganz und südländischem Flair. Entlang der Uferpromenade reihen sich alte Patrizierhäuser mit Loggien und Arkaden, dazwischen Cafés, kleine Galerien und Boutiquen.
Besonders auffällig: der prachtvolle Palazzo Paleari aus dem Jahr 1483, ein echtes Schmuckstück direkt am See.
Das Wahrzeichen Morcotes ist jedoch die Kirche Santa Maria del Sasso, die hoch oben über dem Dorf thront. Der Weg dorthin ist nicht ohne: über die sogenannte Scala Monumentale, eine beeindruckende Freitreppe mit 404 Stufen, geht es steil hinauf.
Unterwegs passiert man kunstvolle Kapellen, einen Denkmalfriedhof und den Torre del Capitano, einen mittelalterlichen Turm mit viel Geschichte.
Mein Tipp: Der Aufstieg lohnt sich nicht nur wegen der Kirche. Je höher du steigst, desto atemberaubender wird der Blick über den Luganersee.
Wer noch etwas mehr wandern möchte: Folge dem Kreuzweg über die Sentée de la S. Maria in Richtung Vico Morcote, einem ruhigen, ursprünglichen Weiler mit engen Gassen und herrlichem Panorama. Von dort führt dich ein gemütlicher Abstieg wieder zurück in den Ortskern von Morcote.
Morcote Ufer – S. Maria del Sasso – Vico Morcote – Morcote Altstadt
Länge: 4,4km I Höhenmeter: ↑ 190 / ↓190 I Schwierigkeit: leicht
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10. Curzutt und die tibetischen Hängebrücke Carasc
Wenn du im Tessin eine Wanderung suchst, die Kultur, Adrenalin und Ausblicke vereint, dann ist der Weg von Curzùtt zur tibetischen Hängebrücke Carasc genau das Richtige. Eine wirklich herausragende, leichte und nicht so überlaufende Wanderung für alle Schwindelfreien.
Du kannst entweder von Monte Carasso mit der kleinen Seilbahn bis nach Curzùtt fahren (diese hat max. 8 Plätze und fährt nur alle 15 Minuten, daher empfehle ich eine Reservierung), oder in etwa einer Stunde zu Fuß den steilen Wanderweg nach oben nehmen.
Der kleine Weiler Curzùtt liegt auf rund 400 Metern oberhalb von Monte Carasso und wirkt fast wie aus der Zeit gefallen. Einst nur einer von mehreren Weilern in der Region, ist heute nur Curzùtt erhalten geblieben und wurde liebevoll restauriert.
In den alten Steinhäusern findest du heute ein Restaurant, eine Herberge und sogar Seminarräume. Ich war ehrlich überrascht, wie modern und durchdacht die Anlage ist, ohne den historischen Charakter zu verlieren.
Von hier führt ein schöner Wanderweg vorbei an der romanischen Kirche San Bernardo, die mit ihren Fresken aus dem 11. Jahrhundert wirklich sehenswert ist.
Danach beginnt das kleine Abenteuer: die tibetische Hängebrücke Carasc. Sie ist 270 Meter lang, hängt rund 130 Meter über dem Talboden und ja, sie schwankt ein bisschen!
Aber der Ausblick beim Überqueren ist einfach spektakulär: unter dir das bewaldete Tal, in der Ferne Bellinzona und die umliegenden Berge. Zurück geht’s durch schattigen Wald und Weinberge, eine herrlich abwechslungsreiche Runde mit vielen Fotospots.
Mein Tipp: Wenn du die Brücke möglichst für dich allein erleben willst, starte früh am Morgen, besonders an Wochenenden im Sommer kann es voll werden.
Curzùtt – tibetanische Hängebrücke – Monte Carasso
Länge: 5,4km I Höhenmeter: ↑ 250 / ↓580 I Schwierigkeit: leicht
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11. Monte San Salvatore
Der Monte San Salvatore wird oft als der „Zuckerhut der Schweiz“ bezeichnet und ehrlich gesagt: Wenn man ihn vom Monte Brè aus sieht, versteht man den Vergleich mit Rio sofort.
Der 912 Meter hohe Gipfel direkt am Luganersee ist einer meiner Lieblingsplätze, wenn es um Rundumblicke und schöne Wanderrouten geht.
Schon die Auffahrt mit der Standseilbahn ab Lugano Paradiso ist ein Erlebnis: in nur 10 Minuten bist du oben. Auf dem Gipfel angekommen, erwartet dich ein fantastisches 360°-Panorama: Du siehst den See, die Stadt Lugano, die umliegenden Alpen und bei klarer Sicht sogar weit hinein in die italienische Po-Ebene.
Besonders mag ich den kleinen Kirchplatz mit der Kapelle und den wohl besten Blick über den gesamten Luganersee vom Dach der Kirche.
Wanderung nach Melide: Vom Gipfel aus führt ein traumhafter Weg durch die Bergdörfer Ciona und Carona. Letzteres ist ein echtes Tessiner Kleinod mit engen Gassen und herrlicher Aussicht.
Ich empfehle unbedingt einen Abstecher zur Wallfahrtskirche Madonna d’Ongero, die still in einer Waldlichtung liegt.
Anschließend geht’s weiter durch den Parco San Grato, einen botanischen Garten mit herrlich duftenden Azaleen, Rhododendren und Panoramablicken. Der Eintritt ist kostenlos, und der Spaziergang lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
Der Abstieg nach Melide führt durch schattige Wälder und endet direkt am See. Dort wartet mit der Swissminiatur das größte Miniatur-Freiluftmuseum der Schweiz, falls du noch Lust auf ein bisschen Schweiz im Kleinformat hast.
Monte San Salvatore – Melide
Länge: 8,4km I Höhenmeter: ↑ 130 / ↓660 I Schwierigkeit: leicht-mittel
Link zur Wanderung via Komoot
Wandertipp: Monte San Salvatore nach Morcote
Zwei meiner liebsten Tessin-Highlights lassen sich perfekt zu einer Tagestour verbinden: Vom Monte San Salvatore wanderst du über Carona bis nach Morcote, immer mit Blick auf den Luganersee.
Der Weg verläuft größtenteils auf Höhenlage, bevor du am Ende über den Friedhof und die Kirche Santa Maria del Sasso ins historische Zentrum von Morcote hinabsteigst. Eine abwechslungsreiche, aussichtsreiche Route mit echtem Finale am Wasser.
Monte San Salvatore – Morcote
Länge: 9km I Höhenmeter: ↑ 200 / ↓730 I Schwierigkeit: mittel
Ticket-Tipp: Ticino Ticket – Nachhaltig unterwegs im Tessin
Wenn du im Tessin übernachtest, egal ob im Hotel, auf dem Campingplatz oder in einer Jugendherberge, bekommst du meist automatisch das Ticino Ticket.
Und das lohnt sich richtig: Du kannst damit alle öffentlichen Verkehrsmittel im Kanton kostenlos nutzen und bekommst Rabatte auf Bergbahnen, Schiffe und viele Sehenswürdigkeiten.
Ich habe mein Ticino Ticket beim check-in im Hotel de la Paix erhalten.
⇨ Hier findest Du alle Infos und Details zum Ticino Ticket und hier eine tolle Übersicht der kostenfreien und reduzierten Angebote
Hoteltipp für das Tessin
Das 4-Sterne Hotel de la Paix liegt 5 Gehminuten von der Bootsstation Lugano Paradiso und der Talstation der Standseilbahn des Monte San Salvatore entfernt.
Direkt vor der Haustür fährt der Bus Nr. 2, der sowohl zum Hauptbahnhof als auch der Bahnstation Lugano-Paradiso fährt.
Also, der ideale Ausgangsort für die Erkundung der Tessin Sehenswürdigkeiten! Und nach „getaner Arbeit“ kannst Du im Hotelpool entspannen oder im schönen, kleinen Garten den Klängen der abendlichen Live-Musik lauschen. Sooooo entspannend!
FAQ’s zu den Tessin Sehenswürdigkeiten
Was ist speziell an Tessin?
Das Tessin ist einfach einzigartig, aufgrund der so unterschiedlichen, nah beieinanderliegenden Natur: so hat man Palmen und im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Alpen. Hier treffen mediterranes Flair und Dolce Vita auf alpine, unberührte Natur.
Was ist schöner Locarno oder Lugano?
Locarno ist mit 16000 Einwohner viel kleiner und beschaulicher als 65000 Einwohnerstadt Lugano. Beide Städte haben eine wunderschöne, historische Altstadt und liegen an einem See, sodass die persönliche Präferenz wohl auf der Größe liegt.
Ist das Tessin teuer?
Früher, als die Alpen noch eine wirkliche Hürde darstellten, war es im Tessin günstiger als im nördlicheren Teil der Schweiz. Dieser Unterschied besteht mittlerweile nicht mehr, das Tessin ist genauso teuer wie der Rest des Landes.
Was trinkt man im Tessin?
An den Südhängen des Tessin wächst, dank des mediterranen Klimas, ein guter Merlot. Als Kennzeichnung für die Qualität und Herkunft dient für Weine aus dem Tessin das Label VITI, welches für Vini Ticinesi steht.
Wie weit ist Ascona von Lugano entfernt?
Luftlinie trenne Ascona und Lugano nur 22km. Über die Straße sind es knapp 50km. Mit dem Auto braucht man ca. 50min zwischen den beiden Städten. Mit der Bahn muss in Bellinzona oder Giubiasco umgestiegen werden und die Fahrt dauert eine Stunde.
Wie bezahlt man in Locarno?
Lugano liegt in der Schweiz und man zahlt mit Schweizer Franken. Bargeldloses Zahlen ist weit verbreitet. Wer aus der Eurozone kommt, kann fast überall mit Karte bezahlen, um nicht extra Franken abheben zu müssen.
Kann man im Tessin Deutsch sprechen?
Das Tessin liegt in der italienischsprachigen Schweiz. Italienisch ist dementsprechend die Amtssprache. In großen Hotels oder touristischen Hotspots ist es oft jedoch auch möglich, auf Deutsch seine Wünsche und Fragen äußern zu können und Antworten zu erhalten.
Was solltest Du als Nächstes tun?
Nachdem Du nun weißt, welche Highlights Dich im Tessin erwarten, wird es Zeit, Deine Reise zu planen.
Falls Dein Budget dabei nicht ganz mit Deinen Reisezielen mithalten kann, lohnt sich ein Blick auf Haussitting als clevere Alternative.
Du wohnst kostenlos in echten Wohnungen oder Häusern, kümmerst Dich vielleicht um ein paar Haustiere und bekommst dafür etwas, das Hotels kaum bieten: Ruhe, Raum und echtes Alltagsleben vor Ort. Also ich liebe dieses Konzept!