Alptrider Sattel Wanderung Samnaun
Vom Alptrider Sattel über die Alp Bella bis nach Samnaun Compatsch
Highlight Wanderung oberhalb von Samnaun: Vom Alptrider Sattel über die Seen zur Alp Bella. Aussichtsreich geht es weiter durch das Zandertal und zurück über den Zitatenweg nach Samnaun Compatsch.
Hier findest Du meine detaillierte Wanderbeschreibung dieser aussichtsreichen Wanderung oberhalb von Samnaun.
Wanderbeschreibung: Alptrider Sattel Wanderung
Alptrider Sattel
Jan und ich starten unsere Wanderung zur Alp Bella und ins Zanderstal von der Bergbahnstation Alptrider Sattel auf 2488 m.ü.M.. Hier hochgekommen sind wir mit der doppelstöckigen Pendelbahn, direkt aus Samnaun Ravaisch.
Alp Trida ist rätoromanisch und bedeutet „wüste Alp“, der zahlreichen Felsblöcke wegen, die hier vor langer Zeit vom Bürkelkopf-Massiv herunterfielen und von einem Gletscher über die Alp verteilt wurden. Auf dem Alptrider Sattel gibt es außer der beiden Bergbahnen noch das Restaurant Sattel.
Für Kinder hat es hier verschiedene Kugelbahnen (CHF 2.00 pro Kugel), einen Spielplatz und Schaukästen mit ausgestopften Tieren der hiesigen Bergwelt. Die Schaukästen sind wohl Geschmackssache….
Wir müssen gleich nach unserer Ankunft am Alptrider Sattel natürlich als Erstes die Aussicht genießen. Dafür gibt es praktischerweise, gleich neben der Bergbahn, einen kleinen Aussichtshügel mit Sitzbank.
Nachdem wir uns von dem Hügel aus satt gesehen und die Finger wund geknipst haben, geht es los Richtung Alp Bella.
Auf einer breiten Loipe geht es sanft bergab. Parallel zu unserem Wanderweg gibt es eine extra Spur für die Mountainbiker. Finde ich persönlich ja super, um nicht ständig Angst zu haben, umgefahren zu werden.
Es ist unverkennbar, dass in diesem Gebiet auf Wintersport gesetzt wird. Auf den verschiedensten Hügeln um uns herum, stehen Bergbahnstationen.
Die meisten sind momentan verwaist, da sie nur im Winter genutzt werden. Wenn man sich die ganzen Lifte wegdenkt, ist diese riesige Ebene noch schöner als sie auch so bereits ist.
Bei den Seen
Da hier Kühe frei über das gesamte Plateau laufen, werden wir von Kuhglocken gebimmel begleitet. Wie idyllisch!
Nachdem wir 2 Sessellifte gequert haben, verlassen wir die breite Loipe und wandern auf einem Bergpfad weiter. Der Boden ist sehr lehmig und feucht, was das Wachstum meiner neuen Lieblingspflanze, dem Wollgras begünstigt.
Dieses wächst immer, wenn es matschig wird und kleine Tümpel entstanden sind, an deren Rändern. Als links von uns der Wegweiser „Bei den Seen“ abgeht, entscheiden wir uns, diese kleine Schlaufe unserer Route hinzuzufügen. Eine wirklich gute Entscheidung!
Der kleine Bergpfad schlängelt sich zwischen Steinen und alpinen Blumen in verschiedensten Farben den felsigen Berg nach oben. Dann kommt der erste kleine Bergsee in Sicht. Auch hier wunderschön mit Wollgras am Rand geschmückt.
Das herrliche Plateau, auf welchem wir stehen und wandern, befindet sich direkt unterhalb des imposanten Bürkelkopf-Massiv welches sich teilweise sehr schön im Wasser der kleinen Seen spiegelt.
Hier oben ist das Kuhglockengebimmel nicht mehr zu hören, dafür pfeifen jetzt die Murmeltiere. Nur sehen tun wir diese noch nicht. Der Pfad wird hier auch steiniger und felsiger, während wir zum nächsten kleinen See weiter wandern.
Irgendwann dreht der Wanderweg wieder Richtung Alp Trida und am nächsten kleinen Bergsee sehen wir nun auch endlich eine Gruppe Murmeltiere, die miteinander spielen. So süß!
Fasziniert stehen wir eine gefühlte Ewigkeit einfach nur da und trauen uns kaum zu atmen, um die Tiere nicht zu stören und zu verscheuchen. Irgendwann müssen wir doch weiter und die Murmeltiere verschwinden hastig in ihre Höhlen und Löcher als ihnen unsere Anwesenheit bewusst wird.
Wir kraxeln weiter über die grossen und kleinen Felssteine, vorbei an einem weiteren kleinen Bergsee und langsam zurück Richtung des grossen Plateaus mit seinen Bergbahnen. Bald finden wir den Hauptweg wieder, den wir vorher für den Abstecher zu den Seen verlassen hatten. Sehr lohnenswertes Extra!
Alp Bella
Wir queren die sich momentan im Sommerschlaf befindende Visnitzbahn und müssen als Nächstes über eine richtig matschige Kuhweide. Ihre Bewohnerinnen gucken auch ganz interessiert von oben zu, wie wir uns dabei anstellen.
Auf der anderen Seite der Weide erreichen wir die Bahnstation der Mullerbahn, die ebenfalls nicht in Betrieb ist. Ganz entspannt geht es von hier mal wieder über eine breite Loipe, leicht bergab, bis zur Alp Bella.
In der schönen Steinhütte der Alp Bella auf 2380 m.ü.M. befindet sich ein Selbstbedienungsrestaurant, umgeben von weiten, alpinen Almen.
Von der grossen Sonnenterrasse hat man wunderschöne Ausblicken auf den Piz Mundin, den Muttler und die Ötztaler Alpen. Die Alp Bella ist eine der höchsten Kuhalpen Europas. Durch eine Pipeline gelangt die Milch von der Alp direkt zum Käser in Samnaun.
Spatlasattel
Von der Alp Bella steigen wir wieder auf Richtung Spatlasattel. Kontinuierlich steigt der schmale Pfad den Berg hoch. Erschwert wird der Anstieg durch einige sehr matschige Stellen, die irgendwie umgangen werden müssen.
Alternativ versucht wir diese Stellen halbwegs trockenen Fußes zu durchqueren, in dem wir entweder über Steine balancieren, wenn vorhanden oder hoffen, nicht zu tief einzusinken, wenn keine Auswahlmöglichkeit besteht.
Auch auf diesem Wegstück sehen wir immer wieder Murmeltiere, die uns neugierig, aus der Ferne beäugen. Fotografieren lassen sie sich leider aber nicht…
Am Spatlasattel machen wir erstmal Mittagspause. Auch von hier ist die Aussicht wiedermal grandios.
Wir sehen wir nun auch ins Malfragtal hinein, welches sich auf der anderen Sattelseite erstreckt. Ich kann es wirklich kaum in Wort fassen wie wunderschön verwunschen, die Natur in hier oben ist!
Malfragtal
Nach der Pause steigen wir ins Malfragtal ab. Hier gibt es wirklich Naturpur: keine Bergbahnen mehr wie vorher, in der Nähe des Alp Trider Sattel oder auch der Alp Bella.
Das Tal könnte auch in Island oder Norwegen liegen: sanft abfallende Wiese in verschiedensten Farbtönen, durchzogen von jeder Menge kleiner Wasserkanäle. Ein grösserer Bach fliesst durch die Mitte des Tals. Dieser ist der „Grenzfluss“ zwischen der Schweiz und Österreich.
Am Hang führt der wunderschöne Höhenweg unterhalb des Spatlakopf vorbei. Auch hier müssen wir immer mal wieder sumpfigen Stellen ausweichen oder aber mit dem „Augen zu und durch“ – Prinzip den Matsch durchwandern.
Schon bevor wir den kleinen Fluss und somit die Grenze nach Österreich überqueren, heißt mich das Handynetz in der EU willkommen. Dass es in dieser unwirklichen Umgebung Netz gibt, hätte ich nicht für möglich gehalten!
Auf der anderen Bachseite wandern wir weiterhin auf diesem herausragenden Höhenweg unterhalb des Unteren Malfragkopf in Richtung Fliesser Alp.
Westlich des Fliesser Berg ist wieder ein wunderschöner Aussichtspunkt, der Matschiberlesattel, der allerdings wohl recht oft auch von Kühen als Toilette genutzt wird.
Hier müssen wir einen richtigen Hindernissparkur absolvieren, um nicht in die Scheisse zu treten, die hier wirklich überall liegt.
Am Matschiberlesattel hört irgendwie die Wegmarkierung auf. Konnte man vorher immer wieder auf Felsen das weiß-rote Wanderzeichen sehen, gibt es nun nichts mehr und ich bin froh, eine Wander-App zu haben, die mir wenigstens ungefähr sagt, wo es lang geht.
Der Pfad hat sich schon lange irgendwo im Boden verlaufen, jetzt gehen wir irgendwie querfeldein durch die entstandenen Vertiefungen im Boden. Den Fliesser Berg lassen wir rechts liegen und wandern weiter am Berghang entlang.
Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass es einfach nur herrlich ist, hier über diese alpinen Almen zu wandern aber so ist es einfach! So geniessen wir die absolute Stille um uns herum und folgen grob der Anweisung der Wander-App.
Zanderstal
Dann taucht unter uns die Fliesser Stieralphütte auf. Um diese zu erreichen, müssen wir jedoch noch ein ganzes Stück weit oberhalb der Alpe weiterwandern, bevor es langsam, an der verlassenen Untermalfrag Zollhütte am Bach entlang, bergab geht.
Vor der Fliesser Stieralphütte grasst friedlich eine grosse Kuhherde, die sich auch durch unsere Anwesenheit absolut nicht aus der Ruhe bringen lässt. Wir durchqueren die Herde und finden uns vor der Alp auf einem breiten Fahrweg wieder.
Auf diesem Weg geht es nun recht steil bergab, immer etwas oberhalb des kleinen Zandersbach. Wir passieren die Fliesser Alp und halten uns auf dem stetig bergab führenden Fahrweg weiter Richtung Samnaun Compatsch. Es gibt hier auch endlich wieder Wegweiser!
Das Zanderstal, durch welches wir hier absteigen, ist wirklich idyllisch. Links von uns, vor dem Bergpanorama von Frudigerkopf und Blauwand, weiden Kuhherden oberhalb des Baches, während auf dem rechten Grashang vereinzelte kleinen Holzscheunen stehen.
Nachdem wir recht schnell fast 500 Höhenmeter abgestiegen sind, verlassen wir das mittlerweile grösser gewordene Flüsschen und auch das Zanderstal und halten uns rechts nach Samnaun Compatsch.
Entlang des Zitatenweg nach Samnaun Compatsch
An einer kleinen Holzbrücke über den Malfragbach, verlassen wir Österreich und betreten erneut die Schweiz. An dieser Landesgrenze treffen wir auf den „Zitatenweg“.
Der Wanderweg selbst ist ein sanft ansteigender, gut ausgebauter Forstweg. Alle paar Meter steht am Wegesrand ein Zitat, zu einem jährlich wechselnden Thema.
Dieses Jahr gibt es Sprüche und Zitate starker Frauen, da das Frauenwahlrecht in der Schweiz dieses Jahr 50-jähriges Jubiläum feiert. Die Sprüche sind wohl Geschmackssache. Jan empfand sie teilweise als sexistisch, den Männern gegenüber….
Kurz vor Samnaun Compatsch befindet sich rechts am Wegesrand eine kleine Open-Air-Ausstellung der ersten Gästehäuser Samnauns im Maßstab 1:25000. Auch finden sich zu einzelnen Häusern Erklärungen und Informationen.
Bevor wir das Dorf erreichen, müssen wir nur noch am Schießstand vorbei, der direkt neben dem Wanderweg steht. Glücklicherweise wird dieser gesperrt, wenn scharf geschossen wird. Dann erreichen wir Samnaun Compatsch, unser heutiges Tagesziel.
Wer noch nicht müde ist und noch Energie hat, kann in ca. 50 Minuten zurück zur Bergbahnstation des Alptrider Sattel laufen. Alternativ fährt von hier auch der Ortsbus und auch der Linienbus, die alle Haltestellen bis Samnaun Dorf anfahren.
Wanderdetails: Alptrider Sattel Wanderung
Startpunkt: Bergstation Alptrider Sattel
Endpunkt: Samnaun Compatsch
Länge: 18,7km
Höhenmeter: ↑ 450 / ↓ 1250
Link zu den Details der Wanderroute, aufgezeichnet mit Komoot
Abkürzungen
- Anstatt hinter dem Alp Trider Sattel den kleinen Abstecher zu den Seen zu machen, kann man auf dem Hauptweg bleiben und direkt zur Alp Bella gehen. Dies spart wahrscheinlich eine knappe Stunde Wanderzeit. Allerdings ist die Wanderung zu den Seen wirklich toll und ihr solltet diese Runde dann an einem anderen Tag nachholen. Der Rundweg Alp Trider Sattel – Zu den Seen hat 6km dauert ca. 2,5std.
- Anstatt nach Samnaun Compatsch über den Zitatenweg zu wandern, könnte man am Zanderbach bleiben und direkt nach Spissermühle, Österreich zur Talstrasse wandern. Direkt hinter der Grenze, in der Schweiz, fährt dann stündlich der Bus nach Samnaun. Dies spart allerdings maximal 30 Minuten.
Wanderkarten Samnaun

Empfehlung: Von der Gäste-Information Samnaun gibt es einen sehr schönen Faltplan der Umgebung. Dieser hat auf einer Seite alle Wanderungen inklusive Dauer, Distanz und Höhenmeter verzeichnet. Außerdem gibt es Informationen zu den Bergbahnen und deren Fahrzeiten.
Auf der Rückseite befindet sich der Plan für die Mountainbiker.
Wer mehrere Wanderungen machen möchte, für den empfiehlt sich zusätzlich eine Wanderkarte der Region:
KOMPASS Wanderkarte 41 Silvretta, Verwallgruppe
✅Maßstab 1:50000
✅4in1 Wanderkarte, mit Aktiv Guide und Detailkarten
✅offline Karte in der KOMPASS-App
Weitere Informationen und Inspirationen
Für zusätzliche Informationen und weitere Wanderungen in und um Samnaun, empfehle ich Euch meinem Blogbeitrag über Wandern in Samnaun.
Eine weitere herausragende Wanderung in Samnaun ist die Schmugglertour vom Flimsattel nach Samnaun Dorf. Entlang des Schmugglerpfads genießt man traumhafte Aussichten auf der Grenze nach Österreich.
Alternativ, guck mal auf die Wanderkarte und finde weitere tolle Wanderinspirationen in den Alpen!