Lot et Garonne
Die schönsten Dörfer, Bastiden und Schlösser in Südwest Frankreich
Das französische Département Lot et Garonne, benannt nach den Flüssen Lot und Garonne, lockt mit seiner atemberaubenden Landschaft, sanften Hügeln und goldenen Sonnenblumen- und Rapsfeldern.
Hier kann man noch das authentische Landleben Frankreichs erleben und die bewegte Geschichte dieser Region, durch gut erhaltene Dörfer und Bastiden aus dem Mittelalter entdecken.
Auf verschiedenen Roadtrips haben wir uns auf Entdeckungsreise begeben und die Schönheit und den Charme der malerischen Dörfer, Bastiden und Schlösser von Lot et Garonne erkundet! Dank Housesitting hatten wir mehrere Wochen Zeit für die vielen, oft versteckten Highlights.
Hier findest Du nur ein paar, der wirklich vielen, schönen Dörfern, Bastiden und Schlösser in der Region Lot-et-Garonne.
Übersichtskarte Lot-et-Garonne
Das Département Lot et Garonne liegt im südesten Frankreichs. Bis 2015 gehörte es der Region Aquitanien an, die 2016 in der Region Nouvelle Aquitaine aufging.
Tournon-d’Agenais
Erst seit 2021 gehört der malerische Ort Tournon-d’Agenais (⇨ Lage) mit seinen weniger als 800 Einwohnern zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Die Bastide, die 23 Kilometer östlich von Villeneuve-sur-Lot auf einem Hügel thront, wurde 1271 von Philipp III. gegründet.
Man sieht den markanten Turm der Kirche Saint-Barthélemy von Tournon-d’Agenais bereits von Weitem. Innerhalb der schachbrettartigen Innenstadt stechen sonst noch der Beffroi Turm mit Monduhr, aus dem Jahre 1637 und das Haus L’Abescat, aus dem 13. Jahrhundert heraus.
Schön an diesem Dorf ist, dass man die dicken Mauern auf einem Wanderweg einmal komplett umrunden kann. Selbstverständlich gibt es mehrere Aussichtsplattformen vom Dorf über das Boudouyssou-Tal.
Villeréal
16 Kilometer nördlich von Villeneuve-sur-Lot, der zweitgrößten Stadt des Départements, baute Alphonse de Poitiers, 1267 in nur 4 Jahren den Ort Villeréal (⇨ Lage).
Die malerische Bastide ist seit 2018 anerkanntes Mitglied der schönsten Dörfer Frankreichs. Besonders sehenswert ist hier die große, zweistöckige Markthalle auf massiven Eichensäulen, mittig auf dem Hauptplatz „Place de la Halle“.
Die mächtige Kirche Notre-Dame aus dem 13. Jahrhundert steht fast etwas abseits, nördlich des Marktes. Wir hatten das Glück bei unserem Besuch einen von vielen Märkten erleben zu können, die dem schönen Dorf nochmal eine ganz andere Atmosphäre verleihen.
Monflanquin
Der malerische Ort Monflanquin (⇨ Lage) ist sowohl eine Bastide als auch eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Er thront seit 1256 oberhalb des Lède-Tal.
Monflanquin ist eine weitere, der 50 Bastiden, die von Alphonse de Poitiers gegründet wurde und gilt als eines der besten Beispiele für eine gut erhaltene Bastide, mit durchdachter Stadtplanung und Architektur.
Im malerischen Ortszentrum von Monflanquin befindet sich der Markplatz Place aux Arcades, umrundet von schönen Steinhäusern und Arkaden wie z.B. dem „Prince Noir“ aus dem 14. Jahrhundert.
Interessant: Über der Touristen-Information von Monflanquin gibt es den Espace Bastides, einen Ausstellungsraum der sich detailliert dem Thema „Bastiden“ widmet.
Rund um den Hauptplatz, wie im Bastidenplan vorgesehen, befinden sich schmale, charmante Gassen, mit Efeu bewachsene Steinhäuser und auch zahlreiche überdachte Übergänge zwischen zwei Häusern.
Sehenswert auch die Kirche Saint-André und die Aussichtsplattform mit Blick auf die Umgebung.
Pujols-le-Haut
Pujols ist ein kleiner Ort von knapp 4000 Einwohnern, der südlich, an die Stadt Villeneuve-sur-Lot grenzt. Ausschließlich der Ortsteil Pujols-le-Haut (⇨ Lage), ist ein anerkanntes schönstes Dorf Frankreichs.
Er liegt auf einer 190m hohen Anhöhe, mit schönen Ausblicken über die Stadt und den Fluss Lot. Es gibt eigentlich nur 2 Straßenzüge aber die sind sehenswert.
In den schmalen Gassen verstecken sich sogar 2 Kirchen, die Kirche Saint-Nicolas und die Kirche Sainte-Foy mit Fresken aus dem 16. Jahrhundert sowie ein niedlicher Markplatz.
Nerac
Der malerische Ort Nérac (⇨ Lage) ist weder eine Bastide noch gehört er zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Letzteres aber wohl nur, da er mit knapp 7000 Einwohnern wahrscheinlich zu groß ist.
Nerac liegt am kleinen Fluss Baïse, einem Nebenfluss der Garonne und trennt die von weitem sichtbare Kirche Notre-Dame von der restlichen Altstadt. Die junge Kirche ist von 1868 und hat schöne Buntglasfenster.
Zu Fuß kann man das Flüsschen Baïse über die alte, schmale Steinbrücke überqueren und dabei die Kai-Anlagen bewundern. Auf der anderen Flussseite steht die sehenswerte Kirche Église Saint-Nicolas de Nérac.
Nicht zu übersehen ist das halb-zerstörte Schloss Nerac von Heinrich IV welches in einem Flügel das Museum der Familie d’Albret beherbergt.
⇨ Mehr Fotos und einen Rundgang findest Du auf Komoot
Château de Bonaguil
Das Schloss von Bonaguil (⇨ Lage) ist ein imposantes Ensemble an dicken Mauern und mehreren Türmen, dass Du nicht verpassen solltest.
Im 13. Jahrhundert erreichtet, wird das Schloss im 15. Jahrhundert massiv zur Festung und zu seinem heutigen Aussehen aufgerüstet: Zugbrücken, dicke Außenmauern und die 6 Türme werden von Bérenger de Roquefeuil-Blanquefort in 30 Jahren Bauzeit hinzugefügt.
Angegriffen wurde die Burg nie, die Zerstörung des Schlosses wurden nach der Französischen Revolution per Gesetz angeordnet.
Die Burganlage ist im Inneren zwar fast leer, doch der schön angelegte Rundgang führt durch fast alle Räume, mit Erklärungen ihrer Nutzung und man kommt sogar bis auf das Dach des Bergfrieds, um die Aussicht zu genießen.
Öffnungszeiten: Juli / August täglich von 10:00 – 19:00 Uhr – Reduzierte Öffnungszeiten außerhalb der Hochsaison
Eintrittspreis: € 9,50 pro Person ab 13 Jahren
⇨ Weitere Fotos auf Komoot
Château des Ducs de Duras
Mit wunderbarem Weitblick über das Dropt-Tal thront das majestätische Schloss von Duras am Dorfeingang (⇨ Lage). Die erste Burg an diesem Platz wurde bereits im 10. Jahrhundert gebaut.
Anfang des 14. Jahrhunderts erbt Gaillard de Goth, Bruder des ersten französischen Papstes Clemens V, die Herrschaft und baut die Burg mit päpstlichen Geldern, in eine uneinnehmbare Festung aus.
Insgesamt stehen heute ca. 30 restaurierte Räume für Besucher offen. Die 2 Flügel mit den Gemächern des Herzogs und der Herzogin wurden komplett mit Möbeln aus dem 17. Jahrhundert ausgestattet.
Öffnungszeiten: Juli / August täglich von 10:00 – 19:00 Uhr – Reduzierte Öffnungszeiten außerhalb der Hochsaison
Eintrittspreis: € 11,00 pro Person ab 18 Jahren
Château de Gavaudun
Die Festungsruine des Schlosses von Gavaudun (⇨ Lage) haben wir nur durch Zufall auf unserer Durchfahrt zu den prähistorischen Schätzen des Vezere Tals entdeckt.
Leider ist sie nur im Sommer zugänglich, so konnten wir sie nicht von innen erkunden. Aber bereits von außen macht sie Eindruck!
Eine erste Burg wurde auf dem langen Kalksteinfelsen, entlang des steilen Tals der Lède, bereits im 10. Jahrhundert erbaut. Der herausstechende Bergfried aus dem 13. Jahrhundert ist 21m hoch und besteht aus sechs Stockwerken. Ansonsten sind von außen nur noch die dicke Burgmauern sichtbar.
Interessant: Es gibt keine Zugbrücke, die den Zugang zur Burg regelte. Der Eingang führt durch eine natürliche Höhle, in die ein vertikaler „Schacht“ mit Stufen gebaut wurde.
Öffnungszeiten: Juli / August täglich von 10:00 – 19:00 Uhr – Reduzierte Öffnungszeiten außerhalb der Hochsaison
Eintrittspreis: € 5,50 pro Person ab 18 Jahren
Was sind Bastiden?
Eine Bastide ist eine architektonische Besonderheit Südwest Frankreichs. Im Mittelalter wurden diese befestigte Dörfer mit rechteckigem Grundriss und gut organisierten Straßen, als Schutz für die Landbevölkerung gegründet.
Bastinen sind bekannt für ihre symmetrische Anordnung von Häusern und Plätzen, die von Arkadengängen gesäumt sind. Sie sind Zeugnisse mittelalterlicher Stadtplanung aufgrund wirtschaftlicher, politischer oder militärischer Überlegungen, die das Konzept der Gemeinschaft und Sicherheit widerspiegeln.
Übrigens: Insgesamt gibt es rund 400 Bastiden. Von allen Départements hat Lot-et-Garonne mit 40 solcher befestigten Orten, die meisten dieser „neuen“ mittelalterlichen Städte zu bieten.
Die schönsten Dörfer Frankreichs
Die meisten der unten genannten Orte gehören zur den schönsten Dörfer Frankreichs. 1982 gegründet, versucht die Vereinigung den Tourismus der kleinen ländlichen Kommunen mit reichem historischen Erbe zu fördern.
Von momentan 172 klassifizierten schönsten Dörfern befindet sich 4 im Département Lot-et-Garonne. Voraussetzungen des Labels für die Mitgliedsdörfer sind Kriterien wie z.B. denkmalgeschützte Gebäude im Dorfkern und max. 2000 Einwohner.
Tipp: Wir haben uns die Frankreichkarte von Michelin gekauft, auf der alle der schönsten Dörfer Frankreichs verzeichnet sind. Anders hätten wir die meisten der Dörfer wohl nie gefunden.
Reisetipps für Entdeckungstouren in Lot et Garonne
Für Erkundungstouren im Département Lot et Garonne empfehle ich einzelne Roadtrips. Leider kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in dieser ländlichen Region nicht wirklich weit.
Auch wenn die Kilometerangaben zwischen einzelnen Sehenswürdigkeiten nicht besonders groß erscheinen, braucht es seine Zeit, da Du hauptsächlich auf Land- und Nebenstraßen unterwegs sein wirst.
Als Ausgangspunkte und Basis für Entdeckungen machen die größeren Städte wie Agen oder Villeneuve-sur-Lot Sinn. Nicht nur da von diesen Orten verschiedene Hauptstraßen in alle Himmelsrichtungen abzweigen, auch findest Du dort zu jeder Jahreszeit Restaurants, falls Du Dich nicht selbst versorgen willst oder kannst.