Via Albula/Bernina Wanderung: 4 Tage von St. Moritz nach Tirano
Die Wanderung auf der Via Albula/Bernina durch Graubünden nach Italien hatte ich ehrlich gesagt ganz anders vorgestellt. Ich dachte, der Weg würde größtenteils direkt an den Gleisen der Rhätischen Bahn entlangführen. Landschaftlich schön, aber vielleicht etwas eintönig.
Nach vier Tagen zwischen Morteratschgletscher, Lago Bianco, Alp Grüm und Tirano kann ich sagen: Das Gegenteil war der Fall und ich bin mehr als begeistert von dieser abwechslungsreichen Route.
Ich bin den südlichen Abschnitt der Via Albula/Bernina von St. Moritz bis Tirano auf rund 75 Kilometern gewandert.
Dabei führte der Weitwanderweg durch lichte Wälder, vorbei an Gletschern und Bergseen und immer wieder entlang der spektakulären Berninalinie.
Trotz alpiner Landschaft eignet sich diese Mehrtagestour gut für durchschnittlich fitte Genusswanderer. Vor allem, wenn man wie ich mit Gepäcktransport unterwegs ist und die Bahn als mögliche Abkürzung im Hinterkopf hat.
Hier zeige ich dir meine 4 Etappen von St. Moritz bis Tirano, meine Unterkünfte und meine persönlichen Highlights und Erfahrungen unterwegs.
So passt die Via Albula/Bernina Wanderung in eine Urlaubswoche
Dieser südliche Abschnitt der Via Albula/Bernina passt super in eine komplette Urlaubswoche, lässt sogar noch Zeit, ein paar Highlights im Oberengadin zu entdecken und am Ende mit dem Bernina Express zurückzufahren.
So sah meine Woche aus:
- Tag 1: Anreise ins Oberengadin
- Tag 2: Muottas Muragl Panoramaweg und Diavolezza-Aussichtsplattform
- Tag 3: Morteratsch – St. Moritz
- Tag 4: Morteratsch – Alp Grüm
- Tag 5: Alp Grüm – Le Prese
- Tag 6: Le Prese – Tirano
- Tag 7: Mit dem Bernina Express nach Chur und Rückreise
Im Nachhinein war ich sehr froh, einen Extratag vorab gehabt zu haben. Der Muottas Muragl mit seinem Panoramaweg und die Diavolezza-Aussichtsplattform liegen zwar nah beziehungsweise direkt an der Wanderstrecke, aber während der Tour hätte ich keine Zeit für diese beiden Highlights gehabt, ohne mich zu stressen.
Es ist auch kein Tippfehler: An Tag 1 bin ich in die „falsche“ Richtung gewandert, um den Morteratschgletscher morgens in Ruhe genießen zu können.
Meine Etappen von St. Moritz bis Tirano in 4 Tagen
Offiziell ist die Via Albula/Bernina mit ihren 130 km in zehn Etappen aufgeteilt und führt von Thusis ins italienische Tirano.
Da ich leider nur eine Woche Zeit hatte, bin ich den südlichen Abschnitt von St. Moritz bis Tirano in vier Etappen gewandert. So sahen meine Etappen aus.
| Tag | Via Albula/Bernina Etappe | Distanz | Aufstieg | Abstieg | Übernachtung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Morteratsch → St. Moritz | 20,5 km | 400 m | 520 m | Hotel Müller Mountainlodge (Pontresina) |
| 2 | Morteratsch → Alp Grüm | 18 km | 640 m | 450 m | Alp Grüm |
| 3 | Alp Grüm → Le Prese | 18 km | 110 m | 1.230 m | Hotel La Romantica |
| 4 | Le Prese → Tirano | 18 km | 310 m | 840 m | Curt di Clement |
Meine komplette Wanderung: ca. 75 km (⇨ zu meiner Komoot Collection)
Der Weitwanderweg Via Albula/Bernina verläuft auf ihrer gesamten Strecke dabei möglichst nah an der über 100 Jahre alten Albula- und Berninalinie der Rhätischen Bahn, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Immer wieder passiert man beeindruckende Bahnarchitektur.
Tag 1 auf der Via Albula/Bernina (Morteratsch – St. Moritz)
Länge: 20,5km | Höhenmeter: ↑ 400 & ↓ 520 | Etappe: Morteratsch – St. Moritz | Übernachtung: Pontresina, (Hotel Müller Mountain Lodge)
Zum Einstieg bin ich heute ganz bewusst in die „falsche“ Richtung gelaufen. Statt von St. Moritz zum Morteratschgletscher ging es für mich andersherum. Da Sonntag war und ich am Gletscher mit vielen Besuchern gerechnet hatte, wollte ich lieber dort starten, um den Eisriesen in Ruhe genießen zu können.
Der breite Weg vom Bahnhof Morteratsch zum Gletscher ist eine kleine Zeitreise. Jahreszahlen markieren unterwegs, bis wohin das Eis früher reichte. Schon krass, wie weit sich der Gletscher zurückgezogen hat…
Bis ganz zur Gletscherzunge bin ich allerdings nicht gegangen, da mir der finale Aufstieg dorthin zu alpin war. Stattdessen ging es zurück und über den Aussichtsweg 608 weiter auf den offiziellen Verlauf der Via Albula/Bernina.
Ich hatte vorher befürchtet, dass die Wanderung hier ziemlich langweilig direkt neben den Bahngleisen verläuft. Weit gefehlt! Der Weg schlängelte sich durch lichten Wald, immer wieder mit Blick auf die Bahn und die umliegenden Berge. Dazu strahlend blauer Himmel, Sonne und die ersten Herbstfarben.
Durch Pontresina ging es vorbei an Jugendstil-Villen und typischen Engadiner Häusern. Danach folgte tatsächlich ein kurzer, weniger schöner Abschnitt zwischen Straße und Bahngleisen. Dank des Bergpanoramas fand ich aber selbst den nicht wirklich störend.
Weil ich natürlich mal wieder das Höhenprofil nicht genau genug angeschaut hatte, überraschte mich der Anstieg zum Stazersee ein wenig. Dafür hätte ich mir kaum einen schöneren Platz für eine Pause wünschen können.
Kurz darauf kam schon der St. Moritzersee in Sicht, mit einem weiteren „Grand Tour of Switzerland“-Fotospot und St. Moritz direkt dahinter. Was für ein schöner Einstieg in diese Mehrtagestour!
Meine Unterkunft: Hotel Müller Mountain Lodge, Pontresina
Mitten in Pontresina gelegen war das Hotel für mich ein sehr praktischer Ausgangspunkt für die ersten Tage, zumal die Bushaltestelle fast direkt vor der Tür liegt. Dazu gab es leckeres Essen und einen Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Whirlpool. Nach einem langen Wandertag ziemlich perfekt.
Tag 2 auf der Via Albula/Bernina (Morteratsch – Alp Grüm)
Länge: 18km | Höhenmeter: ↑ 640 & ↓ 450 | Etappe: Morteratsch – Alp Grüm | Übernachtung: Alp Grüm
WOW, was für eine Etappe! Nachdem das Gepäck für den Gepäcktransport an der Rezeption abgegeben war, ging es mit der Bahn nach Morteratsch, dem Ausgangspunkt vom Vortag.
Von dort stiegen wir entlang der Ova da Bernina langsam, aber stetig auf. Der Weg führte durch lichten Wald, über kleine Holzstege und Aussichtsplattformen und immer wieder vorbei an größeren und kleineren Kaskaden des Wildbachs.
Später öffnete sich die Landschaft und der Weg verlief näher an Straße und Bahngleisen. Gestört hat mich das erstaunlich wenig, weil das Gurgeln und Rauschen des Wassers den wenigen Verkehr größtenteils übertönte.
Rund um die Diavolezza-Bergbahn war kurz etwas mehr los. Den absolut lohnenden Abstecher auf knapp 3.000 Meter mit Blick auf Morteratsch- und Persgletscher sowie die Berninagruppe hatte ich an einem Extratag vor der Wanderung gemacht und kann ihn uneingeschränkt empfehlen.
Anschließend kreuzte die breite Schotterpiste mehrfach die sich den Berg hinaufschlängelnden Bahngleise. Dazu überall Seen und Stauseen in den unterschiedlichsten Blautönen. Wunder-, wunder-, wunderschön!
Vorbei am Bernina Hospiz ging es weiter am Lago Bianco entlang. Genusswandern pur!
Am Ende des Sees dann kurz Verwirrung: Während alle anderen Wanderer entlang der Bahn bergab liefen, führt der Wegweiser meiner Ansicht nach bergauf. Ich war schon überzeugt, falsch abgebogen zu sein…
Spätestens beim geschlossenen Rifugio Sassal Mason wusste ich aber, warum die Via Albula/Bernina hier hochführt: Unter mir lag der herzförmige, türkisfarbene Lagh da Palü, dahinter Wasserfälle und die Gletscherwelt des Piz Palü. Der Wahnsinn!
Auf den Serpentinen bergab zum Etappenziel, weiterhin mit Blick auf diese Naturschönheit, folgten entsprechend ungefähr fünf neue Fotos und Videos pro Kurve.
Meine Unterkunft: Albergo Ristorante Alp Grüm
Was für eine Lage: Von der Terrasse des Hauses und sogar direkt aus meinem Zimmer schaute ich auf den Piz Palü und seine Gletscherwelt. Dazu gab es die lokale Spezialität Pizzoccheri mit Gletscherblick. Besser kann ein Wandertag eigentlich nicht enden.

Tag 3 auf der Via Albula/Bernina (Alp Grüm – Le Prese)
Länge: 18km | Höhenmeter: ↑ 110 & ↓ 1230 | Etappe: Alp Grüm – Le Prese | Übernachtung: Le Prese, Hotel La Romantica
Der dritte Tag meiner Wanderung auf der Via Albula/Bernina startet ziemlich neblig und das ausgerechnet heute, wo ich mich schon seit gestern Abend auf den Blick auf die Piz-Palü-Gletscher im Morgenlicht gefreut habe…
Durch lichten Lärchenwald, der sich langsam herbstlich verfärbt, geht es hinunter zum herzförmigen Lagh da Palü. Der erhoffte Gletscherblick bleibt uns erst einmal verwehrt.
Aber ich bin ja ausdauernd: Nach 20 Minuten Warten gibt der Nebel tatsächlich kurz den Blick auf Teile des Gletschers frei. Wunderwunderschön!
Weiter schlängelt sich der Bergpfad durch eine schmale Schlucht mit kleinen Wasserfällen. Fast aus dem Nichts stehen wir plötzlich auf der Hochebene von Cavaglia, wo sich langsam die ersten Sonnenstrahlen durch den Hochnebel kämpfen.
Hinter dem kleinen Ort verlaufen die Bahngleise wieder neben uns und kurz darauf wartet ein richtig cooles Highlight: der Gletschergarten von Cavaglia mit seinen 32 Gletschermühlen. Wasser, Sand und Geröll haben hier über Jahrtausende tiefe, runde Kessel in den Fels geschliffen, zwischen denen man heute über Treppen und Stege hindurchlaufen kann.
Danach geht es auf idyllischen Waldwegen langsam, aber stetig Richtung Poschiavo bergab. Dabei kreuzen wir immer wieder die Bahngleise.
Oberhalb von Cadera kommen wir aus dem Wald und wandern mit traumhaftem Blick über das Val Poschiavo über Weiden und Wiesen weiter Richtung Tal.
Poschiavo selbst ist wirklich süß. Es erinnert ein bisschen an Italien, nur schweizerisch aufgeräumt. Drei markante Kirchtürme, hübsche Häuser und ein kleines Dorfzentrum, in das ich natürlich einen Abstecher machen musste.
Der letzte Abschnitt nach Le Prese verläuft fast eben über den Talboden: erst auf einem kleinen asphaltierten Sträßchen, später auf einem schmalen Trail direkt am Flussufer entlang.
Nach über 1.200 Höhenmetern Abstieg ist das eine ziemlich willkommene Abwechslung. Und dann erreichen wir den blau-leuchtenden Lago di Poschiavo, das Ziel unserer heutigen Etappe.
Meine Unterkunft: Hotel La Romantica, Le Prese
Seeblick vom gemütlichen Zimmer, leckeres Abendessen im Wintergarten und ein reichhaltiges Frühstücksbuffet ergänzten die tolle Lage direkt am kleinen Bahnhof von Le Prese. So praktisch, dass wir abends nochmal mit der Bahn zur Alp Grüm hochgefahren sind und wieder zurück.
Tag 4 auf der Via Albula/Bernina (Le Prese – Tirano)
Länge: 18km | Höhenmeter: ↑ 310 & ↓ 840 | Etappe: Le Prese – Tirano | Übernachtung: Tirano Altstadt, Curt di Clement Eco Mobility Hotel
Leider schon die letzte Etappe! Die Wolken hängen heute ziemlich tief in den Bergen. Gut, dass wir Richtung Süden wandern, denn dort sieht das Wetter deutlich besser aus.
Das erste Highlight wartet direkt am Lago di Poschiavo: eine riesige Schaukel mit Blick über den gesamten See. Nach einer längeren Schaukelpause folgen wir einem Tipp und wandern nicht auf der offiziellen Route entlang der Bahn, sondern am gegenüberliegenden, bergseitigen Ufer.
Der schmale Weg führt direkt am Wasser entlang, durch kleine Felsdurchgänge und Höhlen. Die Berninalinie, auf der anderen Seeseite, haben wir dabei immer im Blick. Toll! Wenn du meine Tour nachwanderst, würde ich diese Variante wieder genauso wählen.
Am südlichen Seeende erreichen wir Miralago, das sich bei meinem Besuch allerdings als riesige Baustelle entpuppt. Also schnell weiter und in steilen Serpentinen den einzigen größeren Anstieg des Tages hinauf.
Kaum oben, geht es genauso steil wieder bergab Richtung Brusio. Durch Gegenlicht und Dunst sind der Ort und das berühmte Kreisviadukt zunächst nur schemenhaft zu erkennen.
Durch Brusio und vorbei an Obstgärten und Himbeerplantagen geht es hinunter zum Viadukt. Unser Timing könnte kaum besser sein: Erst ächzt ein Zug bergauf durch die 360-Grad-Kehre und keine fünf Minuten später folgt der Bernina Express Richtung Süden. Sehr beeindruckend!
Danach wandern wir von Dorf zu Dorf durch das schmale Tal. Himbeeren, Kiwis, Äpfel, Kastanien und jede Menge anderes Obst und Gemüse wachsen entlang des Weges. Auch die Orte wirken immer italienischer.
Und irgendwann „schleichen“ wir uns auf einem schmalen, steinigen Waldweg einfach von der Schweiz nach Italien. Dann liegt plötzlich Tirano im Dunst vor uns!
Ein letzter Aufstieg muss allerdings noch sein und der lohnt sich. Von der kleinen Kirche Santa Perpetua haben wir einen traumhaften Blick über Tirano und das Tal.
Über einen steilen, aber wunderschönen Weg durch die Weinberge geht es hinunter zur Wallfahrtskirche von Tirano. Von dort führt eine lange, schnurgerade Allee bis in die gut erhaltene Altstadt mit mittelalterlichen Stadtmauern, Stadttoren und alten Adelspalästen.
Und damit sind wir tatsächlich am Ziel unserer Via Albula/Bernina Wanderung angekommen!
Meine Unterkunft: Curt di Clement Eco Mobility Hotel, Tirano
Das erste Öko-Mobilitätshotel Italiens befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert mitten in der Altstadt von Tirano. Innen ist es überraschend modern und mit viel Holz im typischen Veltliner Stil eingerichtet. Tolles Konzept, fußläufig zur Bahn.
Rückfahrt mit dem Bernina Express
Die passendste Art, diese Mehrtageswanderung entlang der Albula/Bernina Bahnlinie zu beenden ist natürlich die Rückfahrt mit dem Bernina Express von Italien nach Chur und damit noch einmal mitten durch die Landschaft, die ich mir in den vergangenen Tagen zu Fuß erwandert habe.
Die Strecke des Bernina Express ist schon ziemlich besonders: Von Tirano geht es vom tiefsten Punkt der Rhätischen Bahn auf 429 Metern hinauf bis zum Ospizio Bernina auf 2.253 Metern und anschließend über das Engadin und die Albulalinie weiter nach Chur.
Insgesamt passiert der Zug dabei 196 Brücken und 55 Tunnel. Die Albula- und Berninalinie zwischen Thusis und Tirano gehört seit 2008 zum UNESCO-Welterbe.
Nur leider war von diesem Panorama heute Morgen erst einmal herzlich wenig zu sehen.
Bis zum Berninapass steckte alles im Nebel, teilweise mit weniger als 50 Metern Sicht. Ich war so froh, dass ich genau diese Strecke in den vergangenen Tagen gewandert bin und zumindest wusste, was sich hinter dieser weißen Wand eigentlich alles versteckt: Lago di Poschiavo, Alp Grüm, Piz Palü, Lagh da Palü, Lago Bianco…
Beim Abstieg ins Engadin wurde das Wetter dann zum Glück besser und endlich konnten die riesigen Panoramafenster zeigen, wofür sie da sind.
Ab da war es mit dem entspannten Sitzen allerdings vorbei. Wie ein aufgescheuchtes Huhn bin ich im Abteil ständig von links nach rechts gewechselt, weil sich die beste Aussicht gefühlt alle paar Minuten auf der anderen Seite befand.
Auch die Landschaft hat sich auf der rund 4,5-stündigen Fahrt ständig verändert: Von der fast mediterranen Umgebung rund um Tirano geht es durch das grüne Val Poschiavo hinauf in die karge Hochgebirgslandschaft am Berninapass.
Danach folgen die weiten Landschaften und Seen des Engadins, bevor die Albulalinie durch Wälder, enge Täler und über spektakuläre Viadukte Richtung Chur führt. Echt toll!!
Was ein perfekter Abschluss der Mehrtageswanderung auf der Via Albula/Bernina. Noch einmal gemütlich an all den Orten vorbeifahren, die ich mir vorher Schritt für Schritt erwandert habe.
Meine Tipps und Infos für die Via Albula/Bernina
1. Reise einen Tag früher an
Wenn es zeitlich passt, würde ich unbedingt einen Extratag vor der Wanderung im Oberengadin einplanen.
So bleibt Zeit für den wunderschönen Panoramaweg am Muottas Muragl oder die Diavolezza-Aussichtsplattform mit ihrem fantastischen Blick auf die Bernina-Gruppe. Während meiner vier Wandertage wäre dafür kaum Zeit gewesen, ohne mich zu stressen.
Bei teilnehmenden Unterkünften bekommst Du im Oberengadin ab der zweiten Übernachtung im Sommer und Herbst das Bergbahnen-inklusive-Angebot und kannst die Bergbahnen und den öffentlichen Verkehr ohne Aufpreis nutzen. So haben mich die Ausflüge am Vortag keinen Cent extra gekostet.
2. Gepäcktransport macht die Tour deutlich entspannter
Meine Via Albula/Bernina Wanderung war ein Komplettpaket. Dazu gehören die passenden Unterkünfte entlang der Route sowie der praktische Gepäcktransport.
Gerade bei Etappen von 18 bis 20 Kilometern fand ich es sehr angenehm, nur mit Tagesrucksack zu wandern, während mein Hauptgepäck jeden Tag zur nächsten Unterkunft transportiert wurde.
Außerdem hatte ich auch keinen großen Organisationsaufwand mit dem Raussuchen passender Unterkünfte, was ich sehr entspannend fand. ⇨ Mehr Infos zum Paket mit Gepäcktransport
3. Die Nähe zur Bahn macht die Tour auch für Wanderanfänger interessant
Einer der großen Vorteile dieser Weitwanderung auf der Via Albula/Bernina ist die Nähe zur Rhätischen Bahn. Dadurch eignet sich die Tour auch gut für Wanderer, die ihre erste Mehrtagestour planen.
Wenn das Wetter umschlägt, die Beine müde werden oder Du an einem Ort länger bleiben möchtest, lassen sich viele Abschnitte unkompliziert mit dem Zug abkürzen. Das nimmt einiges an Druck aus der Etappenplanung.
4. Plane mehr Zeit ein als die reine Gehzeit
Gletschergarten Cavaglia, Poschiavo, Lago Bianco und und und. Unterwegs gibt es wirklich viel zu sehen. Ich bin ständig für Ausblicke, Fotos oder einen vorbeifahrenden roten Zug stehen geblieben. Deshalb würde ich die Tagesetappen nie zu knapp planen.
5. Nimm am Lago di Poschiavo das Ostufer
Auf meiner letzten Etappe bin ich nicht der offiziellen Route entlang der Bahn gefolgt, sondern am bergseitigen Ostufer gewandert. Der schmale Weg direkt am Wasser mit Felsdurchgängen und Blick auf die Bahn am gegenüberliegenden Ufer war ein absolut toller Tipp, den ich hiermit gerne weitergebe.
6. Bleibe nach der Wanderung noch eine Nacht in Tirano
Ich würde nach der letzten Etappe nicht direkt abreisen. So bleibt Zeit für die sehenswerte Altstadt und Du kannst am nächsten Morgen entspannt mit dem Bernina Express zurückfahren.
7. Im Bernina Express möglichst links in Fahrtrichtung sitzen
Auf der Strecke von Tirano Richtung Chur fand ich die linke Seite insgesamt deutlich aussichtsreicher. Von dort hast Du unter anderem die besseren Blicke auf den Lago Bianco, den Morteratschgletscher und das Landwasserviadukt.
Die Fahrtrichtung kannst Du bei der Reservierung allerdings nicht auswählen. Wenn Du also merkst, dass Du entgegen der Fahrtrichtung sitzt und auf der anderen Seite ein Platz frei wird, solltest Du unbedingt wechseln, damit Du in Fahrtrichtung links sitzt.
8. Günstiger mit der normalen Rhätischen Bahn zurückfahren
Wenn Dir der Bernina Express zu teuer ist, kannst Du dieselbe Strecke auch mit den regulären Zügen der Rhätischen Bahn fahren. Dann allerdings ohne Panoramafenster und Bordservice und mit mehr Zwischenstopps, dafür aber deutlich günstiger, da Du keine obligatorische Sitzplatzreservierung brauchst.
Für Fotografen hat die normale Bahn sogar einen Vorteil: Bei vielen Wagen lassen sich die Fenster öffnen, sodass Du ohne störende Spiegelungen fotografieren kannst.
Häufige Fragen zur Wanderung auf der Via Albula/Bernina
Für wen eignet sich diese Weitwanderung durch Graubünden?
Meine 4-Tages-Variante eignet sich gut für durchschnittlich fitte Wanderer, die längere Tagestouren gewohnt sind. Technisch fand ich die Strecke größtenteils unkompliziert.
Ich war allerdings mit Gepäcktransport unterwegs, das bei Etappen von rund 20 Kilometern am Tag schon einen deutlichen Unterschied macht.
Sehr praktisch ist außerdem die Nähe zur Berninalinie: Wenn das Wetter kippt oder die Beine müde werden, lassen sich einzelne Abschnitte mit der Bahn abkürzen.
Am anstrengendsten fand ich nicht die Aufstiege, sondern den langen Abstieg von Alp Grüm ins Val Poschiavo mit über 1.000 Höhenmetern. Gerade für diesen Abschnitt würde ich Wanderstöcke empfehlen, die die Belastung von den Knien nehmen.
Es gab nur wenige schmale Bergpfade, wie zum Beispiel beim Abstieg vom Rifugio Sassal Mason zur Alp Grüm. Ausgesetzt waren sie jedoch nie, sodass meine Höhenangst dort kein Problem war.
Wie ist die Via Albula/Bernina ausgeschildert?
Der Wanderweg ist sehr gut ausgeschildert. Man folgt einfach nur der Nummer 33, die an jeder Kreuzung auf den gelben Wanderwegweisern zu finden ist.
Gibt es Wasser und Verpflegung entlang der Strecke?
Es gibt in jedem Dorf mindestens einen Brunnen sowie immer wieder kleine Gasthäuser, Bars und Restaurants entlang der Strecke.
Mein Fazit
Würde ich die Via Albula/Bernina noch einmal wandern? Sofort! Gerade die Mischung aus Gletschern, Seen, kleinen Orten und der immer wieder auftauchenden Berninalinie hat die vier Tage für mich so abwechslungsreich gemacht.
Wenn du die Tour ebenfalls ohne schweres Gepäck wandern möchtest, findest du hier das von mir genutzte Wanderpaket mit Gepäcktransport.
Offenlegung: Dieser Artikel enthält Werbung für meinen Kooperationspartner Graubünden Ferien, der mich zu dieser bezahlten Medienreise eingeladen hat. Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.