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Wanderung durch das Tal der Mühlen
Vom aussichtsreichen Bergdorf Ravello ins beliebte Amalfi

Wer die Amalfiküste besucht und vor Ort wandern will, denkt als erstes an den beliebten „Weg der Götter“, ein Abschnitt der Mehrtageswanderung von Sorrent nach Salerno.

Etwas weniger überlaufen, aber ebenfalls aussichtsreich und wunderschön ist die Wanderung aus dem Bergdorf Ravello, durch das malerische Tal der Mühlen, runter an die Küste und in das touristisch überlaufende Örtchen Amalfi.

Ich muss zugeben, dass auch ich eigentlich den Weg der Götter wandern wollte, doch wie Du an den Fotos erkennen wirst, hat das Wetter nicht mitgespielt. Die Ravello Amalfi Wanderung, mit einer Möglichkeit zum Einkehren und Trocknen im Dörfchen Pontone, war die sicherere Variante.

Hier findest Du meine Wanderbeschreibung sowie Infos zu den Sehenswürdigkeiten entlang der schönen und aussichtsreichen Ravello Amalfi Wanderung.

Beschreibung unserer Wanderung Ravello nach Amalfi

Ravello

Ausgangspunkt der Ravello Amalfi Wanderung ist das niedliche Bergdorf Ravello. Wer mehr Glück mit dem Wetter hat, sollte sich hier ein bisschen Zeit nehmen und vor dem Wanderstart die Sehenswürdigkeiten des Ortes erkunden.

Ravello liegt auf 300m.ü.M. und bietet bei gutem Wetter eine fantastische Sicht auf die Amalfiküste. Hauptplatz des Ortes ist die Piazza Centrale, an der auch der sehenswerte Dom steht.

Beliebte Sehenswürdigkeiten sind auch die historischen Villen des Ortes, die auf Felsvorsprüngen, hoch über der Küste thronen.

Die Villa Rufolo aus dem 13. Jahrhundert, hat einen wunderschönen Garten und eine Terrasse mit einem atemberaubenden Blick auf das Tyrrhenische Meer. In diesem Anwesen der Familie Rufolo hielt sich auch Richard Wagner 1880 auf und ließ sich für seine Oper Parsifal inspirieren.

Die Villa Cimbrone, die ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert stammt, ist berühmt für ihre schönen Gärten und die unglaubliche Aussicht vom Belvedere della Principessa.

Info: Musikfans kennen vielleicht das jährlich im Sommer stattfindende Ravello Festival. Dieses wurde 1953 zu Ehren Richard Wagners ins Leben gerufen und ist eines der ältesten Festivals Europas.

Atemberaubender Blick auf die Amalfiküste von einem Garten in Ravello, Italien, mit blühenden rosa Blumen, einer markanten Schirmkiefer und historischen Kuppeltürmen im Vordergrund. Im Hintergrund erstreckt sich das türkisblaue Meer entlang der grünen Hügel und malerischen Küstenorte unter klarem, blauem Himmel.
Ravello an der Amalfiküste, bei gutem Wetter

Leider sieht unsere heutige Aussicht von Ravello nicht halb so malerischen und fantastisch aus. Es gießt aus Eimern und die Sicht ist auf max. 50m begrenzt.

Wir warten mit anderen, klatschnassen Touristen unter der Markise eines Cafés, doch es wird nicht besser.

Da die Wanderung abbrechen oder korrekter gesagt, gar nicht erst starten, keine Option ist (man ist ja nicht täglich an der Amalfiküste), kaufen wir uns kurzerhand im Souvenirladen zusätzliche Regencapes, ziehen diese über unsere Regenklamotten und dann geht es los.

Linda und 10 weitere Menschen in Regencapes geniessen die Aussicht bei Regen in Ravello
Aussicht genießen bei Regen in Ravello

Vorbei an den schönen Villen Ravellos, geht es bergab durch ein Tal, in dem normalerweise ein Rinnsal in der Talsohle fließt. Heute ist es ein reißender Bach. Auf der anderen Talseite marschieren wir, mit der Kapuze tief im Gesicht, wieder aufwärts ins Örtchen Scala.

Langsam wird es etwas heller, aber auch nach einer knappen Stunde regnet es ohne Unterlass weiter. Kurz hinter Scala, auf dem Abstieg nach Pontone geht im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne auf.

Oder besser gesagt: es hört auf zu regnen und die Sicht auf die Amalfiküste unter uns, öffnet sich langsam. Endlich können auch wir nachvollziehen, warum alle Welt diesen Küstenabschnitt als malerisch und traumhaft bezeichnet.

Nach einem ausgiebigen Fotostop, jetzt wo die Handys an der frischen Luft nicht mehr zu ertrinken drohen, wandern wir in bester Laune, vorbei an der Kirchenruine Basilica Sant’Eustachio und ins Ortszentrum von Pontone.

Blick auf Pontone und das Mittelmeer während der Wanderung Ravello Amalfi
Blick auf Pontone und das Mittelmeer

Pontone

Meine Mittagspause verbringe ich mit wunderbarem Blick auf unseren Zielort Amalfi, der sich weit unten, wie ein Band in das Tal zieht. Eingebettet zwischen zwei Bergen, dahinter das noch etwas gräuliche Mittelmeer. Wunderschön!!!

Vorbei an terrassierten Hängen voller prallgefüllter Zitronenbäume und Gemüsegärten wandern wir von Pontone auf schmalen Asphaltgassen abwärts. Wir werden mutig und manch einer zieht bereits sein neuerworbenes Regencape wieder aus, denn die ersten Sonnenstrahlen schaffen es durch die tiefhängenden Wolken.

Bei jedem Schritt Richtung Tal der Mühlen (it. Vallone dei Mulini) wird die Laune besser. Statt direkt nach Amalfi abzusteigen, was ebenfalls möglich wäre, verläuft unser schöner Höhenweg am Hang entlang in Richtung Talschluss.

Blick auf Amalfi von Pontone
Blick auf Amalfi von Pontone

Tal der Mühlen / Vallone dei Mulini

Es wird immer grüner um uns herum, bis wir am Talgrund eine erste Mühlenruine und einen schönen Wasserfall erreichen. Im Sommer wäre dieser Ort hervorragend für ein abkühlendes Bad geeignet. Wir hingegen freuen uns, das Regenzeug in die Rucksäcke verstauen zu können.

Auf der sogenannten Via Paradiso, verläuft der Pfad malerisch entlang des Baches, nun wieder in Richtung Amalfi. Wir passieren weitere kleine Wasserfälle und mehrere Ruinen alter Mühlen.

Eingerahmt von hohen Kalksteinfelsen ist es wie in einer anderen Welt: der malerische Bach mit den verfallenen Steingebäuden, die fröhlich vor sich hin bröckeln, während sich die Natur ihr Gebiet zurückerobert und diese mit Moosen, Farnen und sonstigem Grünzeug einhüllt.

Mühlenruine im Tal der Mühlen
Mühlenruine im Tal der Mühlen
Wasserfall im Tal der Mühlen
Wasserfall im Tal der Mühlen

Info: Die Mühlen sind aus dem 10. Jahrhundert und werden seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr bewohnt. Es war den Müllern aufgrund der steigenden Luftfeuchtigkeit im Tal nicht mehr möglich, dort zu arbeiten und zu leben.

Langsam erreichen wir wieder die „reale“ Welt. Der Pfad wird wieder zur schmalen Gasse und rechts von uns liegen die Zitronenhaine, abgedeckt vor der Sonne mit grünen oder schwarzen Planen. Auch das berühmte Örtchen Amalfi kommt wieder in Sicht.

Wir genießen diesen malerischen, letzten Abschnitt des Mühlentals und dann wird es voll.

Mühlenruine im Tal der Mühlen auf der Ravello Amalfi Wanderung
Mühlenruine im Tal der Mühlen auf der Ravello Amalfi Wanderung
Zitronenplantagen kurz vor Amalfi
Zitronenplantagen kurz vor Amalfi

Amalfi

Wir erreichen Amalfi und die Touristenmassen. Es ist brechend voll in den schmalen Sträßchen und das nach diesem 2-tägigen Starkregen. Da frage ich mich schon, wie die Menschen alle so schnell hier hergekommen sind und wie voll es wohl bei gutem Wetter oder gar im Hochsommer ist…..

Im Mittelalter war Amalfi ein wichtiger Handelsplatz und neben Pisa, Genua, Venedig, Noli, Ancona und Gaeta eine der 7 Seerepubliken Italiens. Heute ist Amalfi eine Kleinstadt mit 5000 Einwohnern und beliebtes Ziel für Touristen an der Amalfiküste.

Neben den beeindruckenden Felsen, die die Lage Amalfis so malerisch machen, ist die Kathedrale, der Duomo di Amalfi, die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt. Sie wurde im 9. Jahrhundert erbaut und ist ein beeindruckendes Beispiel für die arabische-normannische Architektur.

Die Kathedrale beherbergt auch die Reliquien des Heiligen Andreas, dem Schutzpatron von Amalfi. Wer übrigens die unzähligen Stufen ohne Luft zu holen erklimmen kann, hat oben einen Wunsch frei. Ich habe mich wirklich bemüht, es aber nicht geschafft….

Linda in einer Menschenmenge vor dem Dom von Amalfi
Dom von Amalfi
Blick vom Dom von Amalfi auf den Hauptplatz
Blick vom Dom auf den Hauptplatz von Amalfi

In der Stadt gibt es auch viele historische Gebäude wie den Palazzo dei Capitani, das ehemalige Rathaus von Amalfi, oder die Chiostro del Paradiso, ein ehemaliges Kloster mit einem beeindruckenden Innenhof.

Es lohnen sich auch kleine Abstecher von der Hauptstraße „Via Lorenzo d`Amalfi“ in die teilweise extrem schmalen, super verwinkelten und oft steilen Gassen.

Hafen von Amalfi
Hafen von Amalfi

Fährfahrt nach Salerno

Unsere Ravello Amalfi Wanderung endet zwar in Amalfi, aber ein wunderbares Erlebnis ist auch die Fährfahrt nach Salerno. Vom Wasser aus sieht man die Schönheit der berühmten Amalfiküste erst richtig.

Zwar erinnert die Küste heute, mit den tiefhängenden Wolken, eher an Island als an Italien, aber der Blick auf die kleinen Buchten und niedlichen Dörfer, die malerischen an und auf den Felshängen kleben, ist schon einzigartig.

Blick auf Amalfi und die Amalfiküste von der Fähre aus
Blick auf Amalfi und die Amalfiküste von der Fähre aus

Wanderroute Ravello – Amalfi

Details zur Wanderroute: Ravello – Amalfi
StartpunktRavello
EndpunktAmalfi
Länge9,6km
Höhenmeter↑ 150 / ↓ 510
Schwierigkeitleicht-mittel
Link zu den Details der Wanderroute, aufgezeichnet mit Komoot

Geführte Wanderung an der Amalfiküste

Wenn ich bei der Wanderbeschreibung von „wir“ gesprochen habe, war in diesem Fall nicht Jan, als mein üblicher Begleiter gemeint. Diese, trotz Regen tolle Ravello Amalfi Wanderung, war ein Ausflug, innerhalb meiner Wanderwoche mit Frosch Sportreisen.

Jan und ich haben eine Woche lang verschiedene geführte Wanderungen mit Frosch Sportreisen im, mir vorab völlig unbekannten, aber wunderschönen Cilento Nationalpark, gemacht.

Dieses Naturparadies liegt etwas eine Stunde südlich von Salerno, also 1,5std von Amalfi entfernt und sollte unbedingt auf Deine To-Do-Liste italienischer Wanderziele.

Teil der Frosch Wanderwoche in Kampanien sind nicht nur 4 große Wanderung innerhalb des 2. größten Nationalparks Italiens, es werden auch Ausflüge, wie dieser an die Amalfiküste, angeboten.

⇨ Hier findest Du alle Informationen zur Wanderwoche in Kampanien und Infos zu weiteren tollen Destinationen für Aktiv- und Wanderreisen von Frosch Sportreisen.


Offenlegung
Diesen Artikel konnte ich, dank einer bezahlten Kooperation, mit Frosch Sportreisen schreiben. Meine Meinung wurde in keinster Weise dadurch beeinflusst, noch wurden mir irgendwelche Vorgaben für diesen Artikel gemacht.
Vielen Dank dafür! Danke auch für die tollen Erfahrungen und Erlebnisse, die ich vor Ort machen konnte!



Lust auf Berge, aber keine Ahnung, wohin?

Ich schicke Dir regelmäßig, aber nicht mehr als einmal im Monat, Wanderideen und Inspiration für die Westalpen, die Dich träumen und planen lassen.

    Linda steht auf einem Berghang und blickt auf den türkisfarbenen Lago d'Apsoi, umgeben von steilen Felswänden.