Tour du Lausfer – Wanderhighlight im Valle Stura
Höhenwanderung über 4 Alpenpässe und vielen Bergseen im italienisch-französischen Grenzgebiet
Die herausragende Wanderung Tour du Lausfer (it. Giro dei Laghi) ist eine fantastisch aussichtsreiche Höhenwanderung über mehrere Alpenpässe und vorbei an vielen wunderschönen Bergseen im italienisch-französischen Grenzgebiet.
Die absolut aussichtsreiche Rundtour ist ideal die ganze Familie. Die Wanderwege verlaufen zu großen Teilen auf breiten Militärwegen und es gibt keine besonders schwierigen Anstiege.
Insgesamt passierst Du auf dieser herausragenden Höhentour 4 Alpenpässe (Colle di Sant’Anna, Col du Lausfer, Col du Saboulé und Passo Tesina) sowie mehrere Bergseen und abwechslungsreiche Landschaften.
Ich habe diese traumhafte Wanderung bereits zwei Mal gemacht, sie gehört nämlich zu meinen Lieblingstouren im Piemont! Hier findest Du dementsprechend alle Infos zur Tour du Lausfer, dieser herausragenden Rundwanderung im Stura Tal.
Tipp: Pack unbedingt Badesachen ein, denn wenn das Wetter gut ist, laden die Bergseen zum Erfrischen ein!
Tour du Lausfer: Wanderbeschreibung
Tour du Lausfer Startpunkt: Heiligtum S. Anna di Vinadio
Das Heiligtum Sant’Anna di Vinadio ist der höchste Wallfahrtsort Europas. Wir sind bereits am Vorabend angekommen und haben uns hier umgesehen, damit wir heute früh gleich mit unserer Wanderung, der Tour du Lausfer, starten können.
Lesetipp: Hier findest Du alle Infos zu Sant’Anna di Vinadio – der höchsten Wallfahrtskirche Europas
Wir haben Pech und Glück in einem: dichter Nebel am frühen Morgen. Hat uns dieser beim Frühstück noch traumhafte Aussichten auf das unter uns liegende Tal Vallone di Sant’Anna beschert, starten wir nun unsere Wanderung „Tour du Lausfer“ in dichtem Nebel.
Von unserem Stellplatz, etwas oberhalb der Wallfahrtskirche, folgen wir der schmalen Asphaltstraße aufwärts zur roccia dell’apparizione, dem sogenannten Erscheinungsfelsen.
Legende: Der Legende nach soll hier die Heilige Anna, der Hirtin Anna Bagnis aus Vinadio erschienen sein und ihr gesagt haben, eine Kapelle zu erreichten und Marias Eltern zu widmen.
Trotz Nebel erkennen wir den großen Stein mit der Marienstatue und unterhalb das kniende Hirtenmädchen Anna Bagnis. Hier endet die Asphaltstraße und wir stochern uns durch den Nebel aufwärts.
Dann finden wir die breite Militärstraße, die Anfang des 20. Jahrhunderts vom Heer gebaut wurde und in Richtung des Grenzpasses, Colle di Sant’Anna, führt.
Erster Alpenpass: Colle di Sant’Anna / Pas de Sainte-Anne
Nach ungefähr hundert Metern lassen wir den Saumpfad, der zum Tesina-Pass führt und den wir auf dem Rückweg gehen werden, rechts liegen. Hier beginnt offiziell der „Giro dei Laghi“ mit der Wegnummer „P18“.
Wir kommen zur Mulde, in welcher wir den ersten Bergsee Lago del colle di Sant’Anna leider nur erahnen können. Auch 10 Minuten Pause und auf besser Wetter warten, hilft leider nicht. Also weiter.
Dank Nebel laufen wir auch gleich erstmal falsch, direkt am Seeufer entlang. Dann finden und folgen wir der breiten Piste, die rechts entlang des Ufers sanft nach oben verläuft.
In Serpentinen windet sich die militärische Fahrspur langsam aber stetig nach oben und dann bricht die Sonne durch!
Oder wir passieren die Nebel- bzw. Wolkengrenze und stehen am Pass Colle di Sant’Anna vor einem wunderschönen Nebelmeer unter uns. So schön!!!! Vom Pass auf 2307m.ü.M. führt noch ein schmaler Pfad zu einem großen, metallischen Kreuz, dass bereits von weiter unten erkennbar war.
Wenn man auf die französische Seite hinüberblickt, erscheint das raue Seitental Vallone Chastillon, das hinab ins Tinée-Tal führt.
Vom Colle di Sant’Anna zum Col du Lausfer
Nachdem wir nun endlich die herausragenden Aussichten genießen können, tun wir dies auch ausführlich. Dann wandern wir, ohne die Grenze zu überschreiten, weiter auf der Fahrpiste leicht bergauf zur Berghütte Bivacco Tallone.
Die ehemalige, militärische Mannschaftsunterkunft ist heute private und verschlossenen. Aber die Aussicht…..!
Erneut machen wir eine längere Pause auf dem Grasfelsen vor der Hütte, um die atemberaubende Aussicht auf den Nebel zu genießen. Hätten wir Sicht nach unten, könnten wir den Lago di Sant’Anna von hier hervorragend sehen.
Die breite Militärstraße verläuft anschließend durch eine sanfte Grasmulde, die mit steinernen Ruinen übersät ist. Einige Kehren später, nach der Umrundung eines markanten Felsens, ändert sich die Aussicht vollständig:
Entlang eines steinigen Schutthanges führt der etwas schmalere Pfad fast schnurgerade auf den Pass zu. Eine kleine Holzbrücke mit Kette helfen uns sicher über eine Engstelle eines Erdrutsches hinweg.
Zweiter Alpenpass: Colle del Lausfer / Col du Lausfer
Nach einer scharfen Linkskurve, um einen zweiten Grat herum, gelangen wir durch ein schattiges und einsames Seitental, auf den alpinen Grenzpass Colle del Lausfer, auf 2430m.ü.M.
Auf der französischen Seite, unterhalb des Col du Lausfer, liegen die 3 Lausfer Seen (laghi Lausfer sottani), überragt von den Lausfer Gipfeln. Auch zeugen hier mehrere militärische Ruinen und Bunkeranlagen aus der Zeit Mussolinis von der ehemaligen Bedeutung des Passes.
Heute leben Steinbockherden in den Ruinen und außerdem bieten sie Schatten für eine aussichtsreiche Mittagspause. Gestärkt geht es anschließend weiter, auf der französischen Seite.
Über die Laghi Lausfer zum Colle Saboulé
Aus dem geplanten Badestopp an einem der nun folgenden Laufer Seen wird leider nichts, denn auch auf dieser Bergseite zieht immer wieder, teils dichter Nebel durch.
Da wir nun in Frankreich sind, folgen wir den gelben Markierungen und braunen Hinweisschildern weiter in Richtung Colle Saboulé. Der Trampelpfad führt oberhalb der 3 Laghi Lausfer sottani vorbei. Da einer der ehemaligen Bunker betreten werden kann, machen wir mit unseren Stirnlampen einen kurzen Abstecher hinein.
Anschließend stehen wir auf der Kuppe oberhalb des malerischen Sees Lago Lausfer Soprano. Heute ist hier, dank des Wetters, nicht so viel los. Als ich vor 6 Jahren auf meiner Alpenüberquerung hier vorbeikam, badeten Scharen von Menschen in dem tiefblauen Wasser.
Der schöne Pfad führt entlang des westlichen Seeufers des wunderschönen Lago Lausfer Soprano und bietet immer wieder schwindelerregende Aussichten ins tief unter uns liegende Tal.
Auch findet sich hier noch verrosteter Stacheldraht aus Militärzeiten. Schwer vorstellbar, dass jemand diese Felsen hochklettern würde….
Die „Tour du Lausfer“ steigt hinter dem See langsam aber stetig, entlang des Berghangs auf. An einer Anhöhe warten wir bis der Nebel sich etwas lichtet, bevor wir den schmalen Bergpfad, links vom steilen Hang zum nächsten Pass aufsteigen.
Dritter Alpenpass: Colle Saboulé / Col du Saboulé
Am Colle Saboulé, auf 2460m.ü.M. haben wir den höchsten Punkt der herausragenden Wanderung „Tour du Lausfer“ erreicht.
Hier ist die Natur fast ausschließlich steinig, kaum noch grün. Der alpine Grenzpass bietet einen letzten fantastischen Blick nach Frankreich und auf die Seealpen.
Dann drehen wir uns um, passieren den Grenzstein zwischen den Ländern und wandern zurück auf italienisches Staatsgebiet. Die wunderschöne Aussicht nach Norden blickt auf die Cottischen Alpen des Piemont, mit ihrem steinernen König, dem markanten Monviso.
Ab hier folgen wir dem Wanderweg „P19B“ Richtung Passo Tesina.
Vierter Alpenpass: Wanderweg zum Passo Tesina
Der Wanderweg, nun wieder Saumpfad, geht an derkleinen Kaserne vorbei und macht dann einen weiten Halbkreis unterhalb der steilen Felshänge des Testa Auta del Lausfer.
Absolut majestätisch ragen die steilen Felsen zu unserer Rechten in die Höhe, während wir auf dem gut ausgebauten Militärweg die Wahnsinnsaussichten zu unserer Linken genießen.
Ein herausragender Abschnitt der Tour du Lausfer, immer auf halber Hanghöhe im oberen Teil des Seitentals Vallone Roccias Lion.
Zwei weitere Bergseen liegen in der glänzenden Sonne weit unter uns, während im Hintergrund eine Vielzahl von Berggipfeln zu sehen sind. Wieder herausragend schön!!!
Kurz vor dem Erreichen des 4. Alpenpasses macht der Weg noch ein paar spektakuläre Kurven um steile Felsen herum.
Am aussichtsreichen Passo Tesina, auf 2400m.ü.M. könnte man links ins Vallone di Tesina absteigen – da kam ich damals bei meiner Alpenüberquerung auf der GTA her – oder aber rechts weiter der „Tour du Lausfer“ folgen.
Via dem Lago di Sant’Anna zum Tour du Lausfer Ausgangspunkt
Direkt unterhalb des Passo Tesina werden die Hänge wieder grün, mit vielen Almblumen. Die breite Fahrpiste führt in sanft absteigenden Serpentinen durch das Vallone di Sant’Anna bergab.
Wir entscheiden uns diesen breiten Weg kurzfristig zu verlassen und links davon über schmale Pfade zum letzten Bergsee abzusteigen.
Dieser Weg ist nicht viel begangen und führt oberhalb 2 kleiner, namenloser Seen vorbei. Diese sind voller Algen, aber schön einsam gelegen. Oberhalb des wunderschön, blauen Lago di Sant’Anna führen die Wanderwege wieder zusammen.
Am Seeufer entscheidet sich Jan doch noch für ein kurzes Bad. Die Sonne scheint wieder und auch der frische Wind ist kaum noch spürbar. 10 Sekunden später, der See war wohl doch recht frisch, ist er wieder da, trocknet sich ab und wir können weiter.
Ein letzter kleiner Bergsee befindet sich links von uns, nachdem wir am linken Seeufer des Lago Sant’Anna entlang spaziert sind. Dann sehen wir unter uns den Ausgangspunkt der Tour du Lausfer, den Erscheinungsfelsen. Diesmal gut erkennbar, schön in der Sonne.
Ein einfacher, letzter Abstieg auf dem breiten Militärpfad bringt uns zur Statue und von dort in wenigen Minuten über die asphaltierte Straße zurück zum Ausgangspunkt am Heiligtum S. Anna di Vinadio.
Wanderroute: Tour du Lausfer
Start- & Endpunkt: Parkplatz am Heiligtum S. Anna di Vinadio
Länge: 11,8km
Höhenmeter: ↑ 520 / ↓520
Schwierigkeit: mittel
Link zu den Details der Wanderroute, aufgezeichnet mit Komoot
Anreise und Parken zur Tour du Lausfer
Start- und Endpunkt der wunderschönen Wanderung „Tour du Lausfer“ ist das Heiligtum von S. Anna di Vinadio, kurz vor dem italienisch-französischen Grenzpass Colle di Lombarda. Aus dem breiten Stura Tal, im südlichen Piemont, folgst Du der Abbiegung zum Pass auf der Passstraße SP 255.
Kurz unterhalb des Passes zweigt die Straße zum Heiligtum von der Passstraße ab und 5 Minuten später hast Du Dein Ziel erreicht. Von Cuneo aus brauchst Du für die 50km mit dem Auto ca. 1:10std.
Aus Frankreich kommend, musst Du ab Isola über die M97 durch das Skigebiet Isola 2000 und dann über den Colle della Lombarda / Col de la Lombarde fahren. Die Abfahrt zum Heiligtum erfolgt dann ca. 5 Minuten nach der Grenze. Ab Isola brauchst Du für die 30km ungefähr 50 Minuten.
Am Heiligtum von S. Anna di Vinadio stehen viele, kostenfreie Parkplätze in der kleinen Nebenstraße, vor der Bar links oder aber am Ende der Straße zur Verfügung.
Mein Tipp: Das Heiligtum bietet mehrere kostengünstige Möglichkeiten für Übernachtungen an. Als Camper wird für die tollen und aussichtsreichen Stellplätze nur um eine freiwillige Spende gebeten!
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Etwas weiter nördlich befindet sich das verwunschene Valle Gesso und an dessen Ende eine traumhafte Wanderung zum Piano del Valasco. Im Vallo Po, unterhalb des Monviso, ist die Quelle des Po und eine weitere, herausragende Seenwanderung ab dem Pian del Re.
Weiter südlich solltest Du unbedingt den Colle di Tenda und die Ligurische Grenzkammstraße erwandern.