Abenteuerliche Winter-Wanderung ab Haut-de-Caux und ein Beispiel schlechter Vorbereitung
Wenn man nicht vorbereitet ist….: Abenteuerliche Winterwanderung durch tiefen Schnee und Lawinen von Haut-de-Caux, unterhalb des Rochers-de-Naye, mit tollen Aussichten auf den Genfersee und das Rhonetal.
Hier findest Du meine Wanderbeschreibung und die Geschichte wie man schlecht vorbereitet, glรผcklicherweise doch zum Ausgangspunkt zurรผckkommt.
Wanderbeschreibung: Haut de Caux Schneewanderung
Diese Wanderung ab Haut de Caux war definitiv ganz anders geplant……..
Die Idee war eine Rundwanderung von Haut-de-Caux zum Rochers-de-Naye. Angeblich die Highlight-Wanderung der Gegend, da man traumhafte Ausblicke auf den Genfersee geniessen kann.
Natรผrlich sind wir selber Schuld! Den Spruch: Vorbereitung ist alles, hatten wir nicht wirklich beherzigt. Wir hatten ja mit etwas Schnee auf dem Weg gerechnet, aber nicht mit dem, was uns dann erwartete.
Haut-de-Caux
Unser Ausgangspunkt ist der Parkplatz neben der Station der Zahnradbahn von Haut-de-Caux. Von hier aus hat man bereits einen fantastischen Blick auf den Genfersee und die franzรถsischen Alpengipfel!
Vom Parkplatz fรผhrt uns der Wegweiser in Richtung Rochers-de-Naye unterhalb der Bahngleise, langsam aus dem Dorf raus.
Am Anfang fรผhrt der breite, asphaltierte Weg um den Berghang herum und bietet einen atemberaubenden Blick auf den See. Der Anstieg ist minimal bis sanft, also sehr entspannend zum Laufen und Umgebung genieรen.
Lawinen
Bald werden die Schneereste auf dem Weg immer grรถsser und dann verschwindet die schmale Strasse vollstรคndig darunter. Noch kein wirkliches Problem, denn noch kann man gut und recht einfach darauf laufen.
Allerdings wird der Schnee langsam immer tiefer und ungefรคhr 30 Minuten nach unserem Wanderstart, stehen wir vor der ersten Lawine. Diese hat das Strรคsschen komplett unter sich begraben und ist ca. 30 m breit.
Dummerweise haben wir unsere Schneeschuhe auf dem Parkplatz in Haut-de-Caux zurรผckgelassen…..Wie gesagt: schlecht vorbereitet! Hรคtte ich mal meine eigenen Ratschlรคge zum Thema Wandern im Winter berรผcksichtigt!
Glรผcklicherweise gibt es Fuรabdrรผcke eines anderen Wanderers, in die wir steigen kรถnnen, um die Lawine zu รผberqueren. Selbst beim Nutzen dieser Abdrรผcke sinken wir teilweise noch ein paar Zentimeter tiefer in den Schnee ein. Umkehren wollen wir aber nicht. Ist ja bestimmt nur dieses eine Hindernis……
Die nรคchste Lawine, nur eine Kurve weiter. Sie ist breiter als die Erste und die รberquerung dementsprechend schwieriger.
Die Fuรabdrรผcke des Wanderers, denen wir folgen, sind hier weniger sichtbar und verschwinden dann vollstรคndig in den Schneemassen. Nun mรผssen wir uns selber durchkรคmpfen und uns einen Weg suchen.
Wir sehen ja, wo wir hin mรผssen, aber wie tief der Schnee vor uns ist, sehen wir nun nicht mehr. Bei einigen Schritten sinken wir bis รผber die Knie in den Schnee ein. Wenigstens haben wir Wanderstรถcke, um ein bisschen vorzufรผhlen und uns abzustรผtzen.
In den folgenden 30 Minuten mรผssen wir 2 weitere Lawinen gleicher Schneehรถhe รผberqueren. Hier hรคtten jetzt wahrscheinlich nicht einmal mehr die Schneeschuhe geholfen, da der Hang zu unserer Linken nun auch steiler abfรคllt und die Lawinendurchquerung weiter erschwert.
Schlieรlich haben wir es geschafft und wir befinden uns auรerhalb dieses gefรคhrlichen Gebiets.
Aussichtspunkt oberhalb Auberge de Sonchaux
Ein paar Kurven spรคter verlรคsst der Forstweg den Wald und ein wunderschรถner Aussichtspunkt bietet wieder einen atemberaubenden Blick auf den Genfersee und das Rhonetal vor uns.
Ein sehr einladender Ort, mit einigen Bรคnken, einer Wanderkarte und sogar einer sehr kleinen Hรผtte mit Toiletten. Im Sommer sicherlich sehr beliebt, da sich hier mehrere Wanderwege kreuzen.
Wir haben fast 1,5 Stunden bis hierher gebraucht. Ohne Schnee und Lawinen, auf einem normalerweise sehr einfachen Forstweg, wรคre es weniger als die Hรคlfte der Zeit gewesen!
Von hier aus wรผrde die eigentliche Wanderung zum Gipfel von Rochers-de-Naye beginnen. Diesen ursprรผnglichen Plan hatten wir bereits nach der 2. Lawine verworfen…… Diesmal leider nicht fรผr uns. Auf momentan 1400 Hรถhenmeter an diesem Aussichtspunkt, mรผssten wir noch 400 m bergauf wandern …
Rรผckweg nach Haut-de-Caux
Nach einer Pause, die wir uns wirklich verdient haben, geht es weiter den Wegweisen nach Montreux folgend.
Wir haben beschlossen, etwas tiefer am Hang zurรผck nach Haut-de-Caux zu laufen. Auf dem Sรผdhang, den wir nun heruntersteigen, liegt absolut gar kein Schnee mehr……
Etwa 20 Minuten spรคter passieren wir die hรผbsch aussehende Auberge de Sonchaux.
Wir bleiben auf dem asphaltierten, breiten und ebenen Weg, der uns am Bergrand entlang zurรผckfรผhrt. Wahrscheinlich sieht der aktuell Lawinen-bedeckte Weg weiter oben, ohne Schnee genauso aus. Grundsรคtzlich kehren wir auf dem gleichen Weg zurรผck, nur 200 m tiefer.
Glรผcklicherweise blockierten hier keinerlei Lawinen mehr den Weg. In manchen Kurven zwar noch etwas Schnee, aber nichts im Vergleich zu dem anderen Pfad, hรถher am Berg.
Durch die Bรคume kรถnnen wir oft den Panoramablick auf die schรถne Umgebung genieรen. Der Weg erreicht die Hauptstraรe am Bahnhof von Les Echets.
Von hier aus nehmen wir den Fussgรคngerweg durch das Dorfzentrum. Eine sehr steile kleine Straรe, die an der Kirche und einigen schรถnen Chalets vorbeifรผhrt, bevor sie zum Parkplatz von Haut-de-Caux fรผhrt.
Zusammenfassung
Dies ist eine schรถne, einfach Wanderung mit vielen fantastischen Ausblicken auf den Genfersee. Ideal fรผr Familien oder Wanderer, die nicht viel Bergerfahrung haben und Hรถhenmeter vermeiden mรถchten.
Fรผr uns war es natรผrlich etwas enttรคuschend, da wir grรถรere und andere Plรคne hatten.
Unser Fehler war definitiv, dass wir uns nicht richtig vorbereitet haben. Wir haben vergessen, die Schneefallgrenze und Schneeverhรคltnisse vorab zu รผberprรผfen.
Wanderdetails: Wanderung bei Haut-de-Caux
Start- & Endpunkt: Haut-de-Caux
Lรคnge: 10km
Hรถhenmeter: โ 440 / โ 440
Schwierigkeit: leicht (ohne Lawinen)
Link zu den Details der Wanderroute, aufgezeichnet mit Komoot
Empfehlung: Fรผr diese Wanderung ist eine Wanderkarte gut, aber nicht notwendig.
Wer wie ich gerne eine „richtige“ Wanderkarte in den Hรคnden hรคlt, empfehle ich die Kรผmmerly+Frey Wanderkarte Nr. 27 im Maรstab 1:40000.
Anreise Haut-de-Caux
Mit dem Auto: Ab Montreux folgt man den Schildern nach Caux, einer steilen und kurvenreichen Straรe fรผr ca. 20 Minuten den Berg hinauf. Zuerst passieren Sie das kleine Dorf Caux.
Einfach weiter Berg hochfahren und man kommt nach Haut-de-Caux. Der recht groรe Parkplatz ist kostenlos. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht auf dem Parkplatz des Hotel-Restaurant Le Coucou parken, sondern auf dem Platz recht davon.
Mit รถffentlichen Verkehrsmitteln: Ab Montreux ist Haut-de-Caux mit der Zahnradbahn erreichbar. Diese fรคhrt dann weiter zum Rochers-de-Naye. Die Fahrt zum Gipfel ist nicht unbedingt preiswert. Nach Haut-de-Caux kommt man jedoch noch recht preisgรผnstig. Mit dem GA zahlt man nichts extra.
Insidertipp:
Auf diesem Parkplatz lรคsst es sich hervorragend รผbernachten, wenn man einen Camper hat.
Wer keinen Camper hat und trotzdem die herrliche Aussicht auf den Genfersee bei Sonnenauf- und Untergang erleben mรถchte, dem empfehle ich die รbernachtung im Hotel-Restaurant Le Coucou. Das Hotel kann nicht nur mit der traumhaften Sicht punkten, sondern auch mit feinster Schweizer Kรผche und leckeren Fondue-Spezialitรคten!
Weitere Inspiration fรผr die Region?
Die wunderschรถne und mystische Gorges du Chauderon ist definitiv ein Wander-Highlight in dieser Region. Hier findest Du unsere Wanderbeschreibung von Haut-de-Caux durch die Gorges du Chauderon. Oder doch lieber Sightseeing und das Schloss von Chillon besuchen?
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