Wandern auf den Tegelberg
Der Schutzengelweg als ruhige Alternative zur Marienbrücke
Die meisten Wanderer starten ihre Tegelberg Wanderung beim weltberühmten Schloss Neuschwanstein und der überlaufenen Marienbrücke.
Kein Wunder – die Kulisse ist spektakulär, aber auch oft so voll, dass von Ruhe keine Rede mehr sein kann. Die Pöllatschlucht bleibt zudem weiterhin gesperrt, was den Andrang bis zur Marienbrücke noch verstärkt.
Wir haben eine ruhigere, naturnahe Alternative gewählt: den Schutzengelweg. Diese Route führt etwas abseits der Touristenströme durch dichten Wald, vorbei an aussichtsreichen Lichtungen, bis hinauf zum Tegelberg.
Als Krönung haben wir am Gipfel noch die leichte Königsrunde dran gehängt: ein Panoramaweg mit Blick bis zur Zugspitze.
Wenn Du Lust auf eine aussichtsreiche, aber weniger überlaufene Tour auf den Tegelberg hast, findest Du hier alle Infos zur Wanderung auf dem Schutzengelweg – inklusive Tipps, Höhenprofil und persönlicher Einschätzung.
Der Schutzengelweg auf den Tegelberg
Wanderstart auf dem Schutzengelweg
Der Schutzengelweg am Tegelberg ist ein beschilderter Kulturpfad, der von der Talstation der Tegelbergbahn bis hinauf zur Bergstation am Tegelberghaus führt. Der Weg ist abwechslungsreich, fordert Kondition und belohnt mit spektakulären Ausblicken.
Schon der Einstieg geht direkt in die Beine: Zunächst wandern wir auf einem schmalen, asphaltierten Fahrweg, der bald in einen steileren Forstweg übergeht. Es geht stetig bergauf – sanft ist hier nichts, aber genau das macht die Route so reizvoll.
Erste Aussichten & Schlossblick
Nach kurzer Zeit öffnet sich die Sicht zurück ins Tal: Die Ebene rund um Schwangau liegt unter uns, eingerahmt von Wiesen und Seen.
In engen Serpentinen führt der Weg weiter durch den Wald. An heißen Tagen spendet das dichte Blätterdach angenehmen Schatten. Heute schützt es uns eher vor Nieselregen.
Zwischen den Bäumen blitzt dann zum ersten Mal das Schloss Neuschwanstein durch, ein überraschender Moment. Je höher wir steigen, desto weiter reicht der Blick. Schließlich erreichen wir die Rohrkopfhütte, für die wir heute etwas zu früh unterwegs sind. Sonst ein idealer Zwischenstopp und Rastplatz.
Fotospots und dramatische Aussichten
Wir machen trotzdem eine Trinkpause im Stehen, der Boden ist zu nass zum Sitzen. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter. Wieder hinein in den Wald, der sich bald erneut öffnet.
Und dann: Wow-Moment! Unter uns breiten sich der Forggensee und Hopfensee aus, eingerahmt von dunklen Wolken. Was ein Panorama, die Handys kommen kaum noch zur Ruhe.
Ab hier verlässt der Weg endgültig den Wald. In weiten Serpentinen führt der Pfad über offene Hänge weiter bergauf. Auf einer breiten Lichtung kreuzen wir die Ausstiege der Klettersteige. Spürbar wird es nun voller auf dem Weg.
Endspurt zum Tegelberghaus
Die letzten Höhenmeter bestehen aus einer Mischung aus Treppenstufen und einem breiten Fahrweg. Immer wieder bleibe ich stehen, nicht wegen der Anstrengung, sondern wegen der Ausblicke. Der Blick schweift bis zu den Tannheimer Bergen und darüber hinaus.
Schließlich erreichen wir die Bergstation der Tegelbergbahn und das beliebte Tegelberghaus. Hier ist nun spürbar mehr Betrieb, aber nach dem intensiven Aufstieg haben wir uns die Einkehr hier redlich verdient.
Mein Tipp: Bevor Du den Tegelberg wieder verlässt, solltest Du unbedingt noch die Königsrunde laufen. Ein kurzer Panoramaweg mit Blickrichtung Zugspitze und Tannheimer Berge. Einfach, lohnenswert und der perfekte Abschluss dieser Tour (Details weiter unten im Beitrag).
Wanderroute: Tegelberg Schutzengelweg (inkl. Königsrunde)
Startpunkt: Talstation Tegelbergbahn / Endpunkt: Bergstation Tegelbergbahn
Länge: 6,2km
Höhenmeter: ↑ 960 / ↓70
Schwierigkeit: mittel – schwer
Link zu den Details der Wanderroute, aufgezeichnet mit Komoot
Die Königsrunde – Der Tegelberg Panoramaweg
Nach dem steilen Aufstieg auf dem Schutzengelweg empfand ich die Königsrunde als perfekte Belohnung: ein kurzer, entspannter Rundweg mit großartiger Aussicht und dabei fast ohne Höhenmeter. Ideal zum Durchatmen, Fotografieren und Staunen.
Ein kurzer Weg mit großem Ausblick
Die Runde startet direkt an der Bergstation der Tegelbergbahn. In nur etwa 40 Minuten führt der Weg über weite, gut begehbare Pfade zu verschiedenen Aussichtspunkten.
Der Höhepunkt war für mich die Branderschrofenschulter, ein breites Plateau mit freiem 270°-Rundumblick. Ich konnte mich kaum sattsehen: Forggensee, Neuschwanstein, die Tannheimer Berge und durch die vorbei ziehenden Wolken sogar auch immer wieder kurz die Zugspitze.
Zwischen Geschichte und Gipfeln
Besonders spannend fand ich die Informationstafeln entlang des Weges. Sie erzählen von der geologischen Geschichte der Region und den Spuren der bayerischen Königsfamilie denn schon König Maximilian II. ist mit seiner Familie hier entlang flaniert.
Die Viscope-Fernrohre haben mir außerdem geholfen, mich in der Bergwelt besser zu orientieren denn ich kannte mich in dieser Region leider so gar nicht aus. Plötzlich wurden aus „hübschen Gipfeln“ echte Namen und Geschichten. Ich liebe solche Details auf Touren.
Wer nach dem Aufstieg nicht direkt in die Bahn steigen will, sollte sich diese kurze Runde nicht entgehen lassen. Sie ist nicht anstrengend, aber unglaublich lohnend und für jeden Wanderanfänger geeignet.
Wanderroute: Tegelberg Panoramaweg (Königsrunde)
Start- & Endpunkt: Bergstation Tegelberg
Länge: 1km
Höhenmeter: ↑ 80 / ↓80
Schwierigkeit: leicht
Schutzengelweg: Hoch oder runter – was ist besser?
Vielleicht fragst Du Dich, ob es nicht sinnvoller wäre, den Schutzengelweg als Abstieg zu nehmen, immerhin sind es fast 1000 Höhenmeter, die bergauf durchaus fordernd sind.
Ich habe den Weg bergauf genommen und war im Nachhinein sehr froh darüber. Warum?
Der Schutzengelweg ist von Anfang bis Ende steil. Es gibt kaum flache Passagen zum Verschnaufen. Genau das macht ihn als Abstieg recht unangenehm, vor allem für die Knie. Runterlaufen? Das hätte ich meinen Gelenken nicht antun wollen.
Falls Du dennoch über den Abstieg nachdenkst, solltest Du auf jeden Fall Wanderstöcke mitnehmen, sie helfen enorm bei der Entlastung.
Was für mich aber noch viel mehr für den Aufstieg spricht, ist die Dramaturgie der Aussicht: Mit jedem Schritt öffnet sich der Blick mehr: erst Neuschwanstein, dann das weite Alpenvorland, schließlich die Seenlandschaft mit Forggensee und Hopfensee und ganz am Ende das Hochplateau am Tegelberg.
Diese Momente „nach oben hin“ zu erleben, hat die Tour für mich besonders gemacht. Beim Abstieg wäre vieles davon einfach… im Rücken.
KOMPASS Wanderkarte 4 Füssen, Außerfern
✅Maßstab 1:50000
✅5in1 Wanderkarte mit Aktivguide
✅reiß- und wetterfestes Papier
Rückweg mit der Tegelbergbahn
Nach dem Aufstieg über den Schutzengelweg wollte ich meine Knie schonen und ehrlich gesagt: Der Gedanke an eine gemütliche Gondelfahrt zurück ins Tal hatte auch seinen Reiz.
Die Tegelbergbahn bringt Dich in wenigen Minuten wieder nach unten. Dabei überwindet sie rund 900 Höhenmeter und bietet noch einmal eine tolle Sicht auf das Alpenvorland.
Die Fahrt ist nicht gerade günstig, aber nach dem Anstieg absolut verdient. Gerade an Wochenenden solltest Du etwas Wartezeit einplanen, da die Bahn gut besucht ist.
Mein Tipp: Die Kabinen fassen bis zu 44 Personen. Versuch, einen Platz, links am Fenster zu bekommen. Die Aussicht auf Schloss Neuschwanstein und den Forggensee ist von dort am besten. Ich habe meine Kamera kaum aus der Hand gelegt!
Öffnungszeiten & Preise (Stand Januar 2026)
Öffnungszeiten: Sommer von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Fahrpreise: € 31.00 pro Person (Berg- & Talfahrt) / € 20,50 pro Person (Einfache Fahrt) ⇨ Hier findest Du die aktuelle Preisliste der Tegelbergbahn
Tegelberg Überblick
Der Tegelberg liegt im Ostallgäu bei Schwangau, nur wenige Kilometer von Füssen entfernt. Sein höchster Punkt, der Branderschrofen, ragt 1.881 Meter über dem Meeresspiegel auf und bietet spektakuläre Ausblicke bis zur Zugspitze.
Was den Tegelberg besonders macht: Hier treffen alpine Natur, historische Kulisse und moderne Freizeitangebote direkt aufeinander. Ob Wandern, Drachenfliegen oder gemütlich mit der Bahn hochfahren, der Berg ist für jedes Fitnesslevel erlebbar.
Ich liebe ja den Mix aus Aktivität und Aussicht: Nach dem Aufstieg auf dem Schutzengelweg auf der Sonnenterrasse des Tegelberghauses zu sitzen und über das Alpenvorland, die Königsschlösser und den Forggensee zu blicken, das war schon ein toller Moment!
Anreise zum Tegelberg
Du erreichst die Tegelbergbahn ganz bequem: mit dem Auto oder mit dem Bus.
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit der Füssen Card oder Schwangauer Gästekarte kannst Du kostenlos mit dem Regionalverkehr fahren. Die Buslinie 78 bringt Dich direkt von Füssen, Hohenschwangau oder Schwangau zur Talstation der Tegelbergbahn.
Anfahrt mit dem Auto
An der Talstation gibt es einen großen Parkplatz. Die Parkgebühr beträgt aktuell 5 € pro Tag (Stand: 2026).
Noch ein paar Extras am Startpunkt
Rund um die Talstation findest Du:
- einen schönen Erlebnisspielplatz für Kinder
- ein Tretbecken mit eiskaltem Gebirgswasser, ideal zur Erfrischung nach der Tour
- einen Kiosk mit Sonnenterrasse
- und ein kleines Stück Geschichte: die Ruinen einer römischen Villa aus dem 2. Jahrhundert, direkt hinter der Bahnstation entdeckt
Das Tegelberghaus
Das Tegelberghaus steht auf 1707m.ü.M. und war einst das königliche Jagdhaus von Maximilian II., dem Vater von König Ludwig II. Heute ist es ein Berggasthof mit besonderem Flair. Einige historische Elemente, wie die Decke in der alten Jagdstube, sind noch original erhalten.
Essen, Aussicht & Sonnenuntergänge
Die Küche ist gutbürgerlich, mit wechselnden Tagesgerichten. Besonders am Nachmittag lohnt sich ein Stopp, für Kaiserschmarrn, Panoramablick und Pausenplatz für die müden Beine vom Aufstieg. Genau so habe ich es genossen!
Ein echtes Highlight ist die Übernachtung: Sonnenaufgang über den Allgäuer Alpen, direkt vom Hüttenbett aus.
Info: Aktuell wird das Tegelberghaus renoviert. Die einfachen Mehrbettzimmer (mit insgesamt 29 Schlafplätzen in Stockbetten) sollen ab Sommer 2026 wieder buchbar sein. ⇨ Mehr Infos
Was Du als Nächstes tun solltest
Jetzt wo Du einen Wandertag mit dem Tegelberg verplant hast, wie wäre es mit einer Erkundungstour der Füssen Sehenswürdigkeiten, dem Lechfall und dem Kalvarienberg? Alle drei Highlights sind hervorragend in einer Wanderung kombinierbar.