Meine 4 Highlights im Großen Walsertal
Wandern, genießen, durchatmen
Ich hatte große Pläne: drei Tage, drei Wanderungen. Darunter die Wangspitze, ein echtes Highlight im Großen Walsertal.
Was ich bekam? Vom ersten Tag mal abgesehen: Regen. Viel davon. Und trotzdem oder gerade deshalb habe ich das Tal lieben gelernt.
Denn das Große Walsertal in Vorarlberg lebt nicht von Superlativen, sondern von leisen Tönen: blühende Magerwiesen, ehrliche Alpenküche und verwunschene Waldwege.
Kein Hochglanz, kein Kitsch, sondern echte alpine Kulturlandschaft. Ein Ort zum Ankommen, zum Durchatmen, zum Staunen. Für alle, die einen nachhaltigen Urlaub in den Alpen suchen, ist das Große Walsertal ein echter Geheimtipp.
Ich habe längst nicht alles gesehen, aber genug erlebt, um zu wissen: Entspannung und Genuss werden hier ganz großgeschrieben, auf die unaufgeregte Art.
Hier findest Du meine 4 persönlichen Tipps, Erlebnisse und Wanderungen, die Du bei Deinem Besuch im Großen Walsertal nicht verpassen solltest.
1. Besuche das Biosphärenpark.haus
Ich bin echt froh, dass ich meinen Aufenthalt im Großen Walsertal im Besucherzentrum des UNESCO-Biosphärenparks begonnen habe.
Hier habe ich nicht nur einen Überblick über Wander- und Naturmöglichkeiten bekommen, sondern auch interessante Einblicke in alles, was einen Biosphärenpark ausmacht.
Besonders spannend finde ich ja die Geschichte der Region, denn vor über 700 Jahren zogen die Walser aus dem Wallis über Graubünden hierher.
Wer wie ich viel in der Schweiz unterwegs ist, erkennt sofort Parallelen, etwa zum Saastal oder nach Arosa, die bis heute durch Kultur und Sprache der Walser verbunden sind.
Gut zu wissen: Das Biosphärenpark.haus hat nur nachmittags geöffnet (14 -18 Uhr). Perfekt also, um direkt nach der Anreise vorbeizuschauen und um, vor dem Verlassen des Tals, ein lokales Souvenir (z.B. Walserstolz-Bergkäse) mitzunehmen.
Nach meinem Besuch habe ich die Region, ihre Menschen und ihre Arbeit mit ganz anderen Augen gesehen. Wertschätzung ist übrigens auch das Thema der aktuellen Sonderausstellung.
2. Kulinarische Genussrunde
Wie viel Genuss passt in eine einzige Wanderung? Eine ganze Menge, wenn Du Dich auf die Kulinarische Genussrunde im Großen Walsertal einlässt.
Diese Rundtour kombiniert aussichtsreiche Pfade mit regionalen Spezialitäten an drei Einkehrstationen: von der Almjause über Käsespätzle bis zum Bauernhofeis. Und ich sag’s mal so: Ein Brötchen zum Frühstück hätte locker gereicht.
Die Fahrt mit der Seilbahn Sonntag-Stein ist zwar nicht im Paket enthalten, aber mit der Gästekarte inklusive. Der erste, noch schattige Abschnitt zur Alpe Steris wird offiziell mit 1 Stunde 45 Minuten angegeben.
Ich war allerdings deutlich flotter unterwegs und stand schon nach gut einer Stunde auf der aussichtsreichen Terrasse der ersten Hütte.
Lockte mich etwa die Aussicht auf die vegetarische Käseplatte mit selbstgebackenem Brot, die ich dort bekam? Übrigens eine sehr leckere und großzügige Jause.
Der zweite Abschnitt Richtung Breithornhütte war dann landschaftlich mein Highlight: kaum noch Schatten, dafür freie Sicht auf weite Wiesen, den Walserkamm und viele, ausnahmslos mir freundlich gesinnte Kühe am Wegesrand. Oben gab’s dann eine große Portion herrlich deftiger Käsespätzle mit Salat.
Der letzte Abschnitt führt über die Alpe Unterpartnom im weiten Bogen zurück zur Bergstation. Ich bin hier dem breiten Güterweg gefolgt, der sich perfekt zum Verdauen eignet.
Mit der Gondel ging’s wieder hinunter ins Tal, wo im Bistro des biosphärenpark.hauses schon das süße Finale auf mich wartete: ein cremiges Bauernhofeis (ja, das passte trotz Kässspätzle-Bauch noch rein) und eine Tasse Kaffee. Ein runder, entspannter Genusswandertag, genau nach meinem Geschmack.
Kulinarische Genussrunde Großen Walsertal
Reine Wanderzeit: Ca. 4std | Länge: 13km | Höhenmeter: ↑ 570 & ↓ 570 |
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3. Propstei St. Gerold und der Weg der Sinne
Die Propstei St. Gerold war jahrhundertelang ein Benediktinerkloster und ist heute eine Begegnungs- und Bildungsstätte. Schon die Lage ist besonders: am Hang, mit weitem Blick ins Tal. Wunderschön!
Nur wenige Gehminuten unterhalb des schönen Klostergartens beginnt der „Weg der Sinne – Weg der Stille“. Ein Meditationsweg, der an mehreren, verwunschenen Weihern mit Sitzplätzen vorbeiführt und an ca. 20 Tafeln mit Sinnsprüchen zum Innehalten einlädt.
Am Ende wartet ein begehbares Labyrinth, das den eigenen Lebensweg symbolisiert. Offiziell geht es hier um Spiritualität und innere Ruhe, aber selbst wenn man, so wie ich, mit Meditieren nichts anfangen kann, lohnt sich der kurze Spaziergang unbedingt.
Die Runde dauert etwa 45 Minuten und führt über teils schmale und verwilderte Wald- und Wurzelpfade, die bei Nässe durchaus rutschig sein können, wie ich feststellen durfte.
Einkehrtipp: Das Restaurant des Klosters legt Wert auf Nachhaltigkeit und nutzt Produkte aus dem eigenen Klostergarten sowie dem Biosphärenpark Großes Walsertal. Kann den Topfenstrudel sehr empfehlen!
Weg der Sinne – Weg der Stille
Reine Wanderzeit: Ca. 45min | Länge: 2km | Höhenmeter: ↑ 100 & ↓ 100 |
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4. Buchboden, Kessi-Schlucht und Bad Rothenbrunnen
Eigentlich wollte ich ja auf die Wangspitze wandern, eine Highlight-Wanderung im Großen Walsertal, aber das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Ende wurde es nur eine kleinere Runde, aber auch die hat sich absolut gelohnt.
Gestartet bin ich an der Kirche in Buchboden, die ich mit dem Rufbus (man muss vorher anrufen, damit er fährt) erreicht habe. Von dort ging es hinunter zur Lutz. Ich liebe ja Uferwege und so habe ich den Abschnitt bis zur Kessi-Schlucht richtig genossen. Dort stürzt sich das Flüsschen durch eine enge Felsspalte.
Von hier bin ich ins Gadental aufgestiegen, bis zum idyllisch liegenden Alpengasthof Bad Rothenbrunnen, mit seinem kleinen Kirchlein.
Auf dem Waldweg dorthin fühlte ich mich allerdings fast wie beim Hindernislauf: überall lagen schwarze Alpensalamander auf dem nassen Pfad. Diese Tiere haben offenbar keinerlei Fluchtinstinkt…
Der Rückweg führte mich wieder runter an die Lutz und talauswärts bis zur Schwefelquelle, dem alten Lutzschwefelbad. Dort gibt es auch ein Kneippbecken, für sonnigere Tage.
Statt zurück nach Buchboden aufzusteigen, bin ich weiter den schönen Uferweg entlang der Lutz bis zur Seilbahn Sonntag-Stein gewandert und habe dort erst den steilen Aufstieg zum Ausgangspunkt des Rufbusses gemacht. Eine schöne Runde, auch bei Regen.
Buchboden, Kessi-Schlucht und Bad Rothenbrunnen
Reine Wanderzeit: Ca. 2,5std | Länge: 11,5km | Höhenmeter: ↑ 320 & ↓ 340 |
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Gäste-Card
Wenn Du im Sommer drei Nächte oder länger im Großen Walsertal oder Bregenzerwald übernachtest, ist die Gästekarte inklusive und die ist richtig praktisch.
Bergbahnen? Inklusive. Öffentliche Busse? Auch. Besonders cool: auch ins Freibad hätte ich reingekonnt, ohne extra zu zahlen. Du brauchst also weder Kleingeld für die Bergfahrt noch ein schlechtes Gewissen beim Umsteigen, einfach einsteigen und los.
Obendrauf gibt’s noch Ermäßigungen für Museen, Outdoor-Anbieter und in manchen Läden. Das lohnt sich, vor allem, wenn Du nicht nur wandern, sondern auch ein bisschen mehr von der Region mitnehmen willst. ⇨ Hier findest Du alle Infos zur Gäste-Card.
Hotel-Empfehlung für das Große Walsertal
Ich habe drei wunderbar erholsame Nächte im Gasthof Krone in Sonntag übernachtet. Mitten im Großen Walsertal ist das familiengeführte Haus ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen.
Nicht nur sind die Zimmer wunderschön renoviert, ich hatte auch einen traumhaften Blick ins Tal von meinem Balkon. Im hauseigenen Restaurant, mit Fokus auf lokaler Küche mit regionalen Speisen, habe ich Käspressknödel kennen und lieben gelernt. Warum kannte ich dieses Gericht noch nicht?!? So lecker!
Was Du als Nächstes tun solltest
Nach ein paar entschleunigten Tagen im Großen Walsertal darf es ruhig wieder ein bisschen lebendiger werden? Dann häng noch ein paar Tage in Dornbirn dran.
Die größte Stadt Vorarlbergs erreichst Du mit Bus und Bahn in etwa einer Stunde. Sie bietet das passende Gegenstück zur alpinen Stille: weite Spazierwege durchs Rheintal und ein Hauch städtischer Alltag vor alten Villen mit Alpenkulisse.
Eine ideale Kombination, wenn Du eine Woche in Vorarlberg verbringst und Naturerlebnisse mit einem bodenständigen Stadtbesuch verbinden möchtest.
Offenlegung: Der Artikel ist im Rahmen einer bezahlten Zusammenarbeit mit Alpenregion Bludenz Tourismus GmbH und Vorarlberg Tourismus entstanden. Meine Meinung ist wie immer unabhängig.