Die Aletsch Arena im Winter für Nicht-Skifahrer
4 unvergessliche Erlebnisse abseits der Piste
Die Frage, die mich immer wieder in einem Skigebiet beschäftigt: Lohnt sich das Ganze, wenn man, wie ich, kein Skifahrer ist?
Bei der Aletsch Arena war diese Sorge absolut unberechtigt. Ich habe vier wundervolle Wintertage auf der Bettmeralp verbracht, ohne Ski zu fahren, und habe mich keine Minute gelangweilt.
Im Gegenteil: Es gab viel mehr zu entdecken, als ich dachte. Von gut präparierten Winterwanderwegen bis zu einer Schneeschuhtour direkt entlang des Aletschgletschers oder Aussichtspunkte-Hopping mit der Gondel.
Hier erfährst Du, welche tollen Winteraktivitäten ich erlebt habe und die ich für Deinen Winterurlaub in der Aletsch Arena absolut empfehlen kann.
1. Geführtes Schneeschuh-Abenteuer entlang des Aletschgletschers
Ein absolutes Highlight war die geführte Schneeschuhwanderung vom Bettmerhorn entlang des Aletschgletschers bis zur Bettmeralp. Solltest Du keine Schneeschuhe haben, gibt es auf der autofreien Bettmeralp übrigens mehrere Sportgeschäfte, wo Du Dir welche leihen kannst.
Von der Bergstation sind wir als Erstes zum Aussichtspunkt auf den Aletschgletscher gegangen. Der ist keine 5 Minuten entfernt und auch für Winterwanderer und ohne Guide problemlos erreichbar. Nachdem wir den Ausblick genossen hatten, ging es los.
Klaus, unser Guide, führte uns entlang des Gletschers mit traumhaftem Blick auf das Matterhorn vor uns, sicher durch den tiefen Schnee. An schwierigen Stellen gab er Hilfestellung. Ich bin auch 2x lieber auf dem Hintern ein Stück gerutscht, da ich das sicherer fand.
Ca. eine Stunde sind wir, abseits der Skipiste, in traumhafter Stille, durch den glitzernden Schnee sanft abgestiegen.
Oberhalb des Blausees haben wir dann noch eine große Herde Gämsen bewundern können, bevor wir, nach insgesamt ca. 2 Stunden oberhalb der Bettmeralp auf den präparierten Winterwanderweg gestoßen sind. Eine wunderschöne Tour und Highlight meiner Tage in der Aletsch Arena.
Diese Tour findest Du nicht auf den übersichtlichen Karten der Winterregion, da sie nicht ausgeschildert oder gar vorbereitet ist. Ohne örtlichen Guide wäre sie auch schwer zu finden. ⇨ Hier kannst Du sie buchen.
2. Aussichtspunkte-Hopping mit dem Entdeckerpass
Entlang des Aletschgletschers gibt es insgesamt vier offizielle Aussichtspunkte (Eggishorn, Bettmerhorn, Moosfluh und Hohfluh).
Von diesen hast Du unterschiedliche Ausblicke auf den Verlauf des Aletschgletschers sowie Weitblicke auf rund 40 Viertausender, darunter weltbekannte Gipfel wie das Matterhorn, der Mont Blanc sowie Jungfrau, Mönch und Eiger.
Im Sommer sind diese Aussichtspunkte einfach über den traumhaft schönen Aletsch-Panoramaweg erreichbar. Im Winter, mit dem ganzen Schnee, sind diese jedoch nicht miteinander verbunden.
Sie sind aber alle per Gondel erreichbar. Mit dem Entdeckerpass bist Du komplett frei unterwegs in der gesamten Aletsch Arena. Du kannst jede Gondel nehmen und sogar die Bahn unten im Fieschertal, um zwischen Fiesch und Mörel hin und herzufahren.
Dieses Ticket hatte ich während meines gesamten Aufenthalts und habe so an einem Tag Aussichtspunkte-Hopping gemacht, um den größten Gletscher der Alpen von allen Seiten zu bewundern.
Gut zu wissen: Als Fan der Grand Tour of Switzerland Foto-Spots hatte ich mich gefreut, einen weiteren auf dem Eggishorn zu sehen. Leider steht dieser dort nur im Sommer und ich war dementsprechend enttäuscht, auch wenn der Gletscherblick natürlich ohne phänomenal ist.
Auf der Bettmeralp gibt es noch einen weiteren Foto-Spot, mit Blick auf die Kapelle Maria zum Schnee, das Wahrzeichen des Ortes. Dieser tolle Ausblick entschädigt dann doch.
3. Aussichtsreiche Höhenroute von der Fiescheralp zur Bettmeralp
Wenn Du es aussichtsreich und trotzdem entspannt magst, dann ist dieser Winterwanderweg genau das Richtige.
Ich bin an einem sonnigen Vormittag gewandert und war überrascht, wie still und leer es gleich hinter der Fiescheralp und bis kurz vor der Bettmeralp, dort oben war. Fast schon meditativ bin ich vor mich hin spaziert.
⇨ Alle meine Winterwanderungen in der Aletsch Arena findest Du natürlich in meiner Komoot-Collection.
Der Startpunkt an der Fiescheralp ist bequem mit der Gondelbahn aus dem Talort Fiesch erreichbar. Von dort führt der gut präparierte und breite Winterwanderweg durch die verschneite Hochlage, mit dauerhaft tollem Blick auf das Rhonetal, das Matterhorn in der Ferne und vielen weiteren der höchsten Berge der Schweiz.
Was ich an der Tour besonders mochte: Bis kurz vor der Bettmeralp läufst Du durchwegs oberhalb der Baumgrenze, hast also keine dunklen oder kalten Waldpassagen. Unterwegs gibt’s ein paar sonnige Bänke, und bei der Bättmerhitta kannst Du auch einkehren.
Nach rund zwei Stunden hatte ich noch einen großartigen Blick auf die verschneite Bettmeralp, bevor der Weg in Serpentinen ins Dorf absteigt. Für mich ist diese Tour definitiv die schönste Verbindung im Winter zwischen den zwei autofreien Dörfern.
Mein Tipp: Solltest Du noch weiter wandern wollen, bleibst Du einfach auf der Aletschpromenade, und eine weitere Stunde später bist Du an der Riederalp.
4. Abstieg über stille Almen: von der Bettmeralp nach Betten
Diese Tour ist scheinbar wenig begangen, dabei verläuft sie malerisch zwischen alten Scheunen, typischen Walliser Bauernhäusern und über weite Almen.
Ich bin am Nachmittag gewandert, als die Wintersonne schon tiefer stand und mir beim Abstieg warm ins Gesicht schien.
Offiziell folgt man dem gut markierten Winterwanderweg mit rosa Stäben, der in sanften Serpentinen hinunter ins Bergdorf Betten führt.
Wegen der Schneelage bin ich allerdings nicht durchgehend auf dieser Route geblieben, sondern habe zwischendurch über den Kulturlehrpfad, die weiten Schleifen, abgekürzt. Das war ohne Schnee absolut machbar und hat der Tour noch mehr Vielfalt gegeben.
So entstand eine schöne Mischung aus schmalen Sträßchen, ruhigen Bergpfaden über teilweise verschneite Almwiesen und weiten Ausblicken aufs Rhonetal.
Besonders gefallen hat mir die stille Atmosphäre. Ich bin ungelogen niemandem begegnet und hatte jedes Pausenplätzchen für mich allein.
Nach etwa zwei Stunden habe ich die Talstation der Seilbahn in Betten Dorf erreicht. Selbst die kleine Gondel zurück zur Bettmeralp hatte ich ganz für mich allein.
Mein Tipp: Pack Dir beim Winterwandern auf jeden Fall Grödeln in den Rucksack. Vereiste Stellen tauchen im Winter immer wieder überraschend auf. ⇨ Weitere Tipps für Winterwanderungen
Bettmeralp – das Dorf
Für meinen Winterurlaub in der Aletsch Arena hätte ich mir keinen besseren Ausgangspunkt wünschen können als die Bettmeralp.
Das autofreie Bergdorf liegt auf knapp 2.000 Metern Höhe, zwischen der Riederalp und der Fiescheralp. Ideal also, um die Region in alle Richtungen zu erkunden.
Du erreichst die Bettmeralp bequem mit der Seilbahn von Betten aus und das sogar bis spät in die Nacht, da es zwei Gondelverbindungen ins Tal gibt.
Oben erwartet Dich ein sonniges Plateau mit vielen traditionellen Chalets (meist Ferienwohnungen), ein paar Restaurants und allem, was man für entspannte Tage im Schnee braucht.
Viele Winterwanderwege starten direkt im Ort, und dank der guten Anbindung mit Gondeln und Liften war ich in der gesamten Aletsch Arena super flexibel unterwegs.
Mein Lieblingsplatz ist die Kapelle Maria zum Schnee, das Fotomotiv schlechthin der Bettmeralp. Ich bin fast jeden Tag dort vorbeigelaufen, denn dieser Blick auf die umliegenden Viertausender, mit der kleinen Kirche im Vordergrund, ist einfach umwerfend und sieht zu jeder Tageszeit anders aus.
Praktische Tipps für die Aletsch Arena im Winter
Grödeln einpacken: Vereiste Stellen gibt’s auch auf präparierten Winterwanderwegen. Mit Grödeln im Rucksack bist Du auf der sicheren Seite.
Kostenlose Anreise: Wer mit dem GA oder dem Swiss Travel Pass unterwegs ist, kann die Zubringerbahnen Mörel-Riederalp, Betten Talstation – Bettmeralp und Fiesch – Fiescheralp ohne Zuzahlung nutzen, da sie am öffentlichen SBB-Netz angeschlossen sind.
Gondelzeiten checken: Auch wenn viele Bahnen regelmäßig fahren, fährt gerade im Winter manchmal schon um 16 Uhr die letzte Gondel. Überprüfe, bevor Du losziehst, welche Gondel Du nutzen willst und deren Betriebszeiten.
Winterwanderkarte mitnehmen: An den Bergstationen, in vielen Shops und Hotels bekommst Du die kostenfreie, faltbare Wintersportkarte mit den aktuellen Routen. Super zur Orientierung und Planung, und sie passt in jede Hosentasche.
Sonnenschutz nicht vergessen: Die Wintersonne in der Höhe ist stark! Sonnencreme und Sonnenbrille gehören auf jeden Fall ins Gepäck.
Dorfwege beachten: In den autofreien Orten wie der Bettmeralp laufen Fußgänger auf der Talseite der Straßen. Skifahrer und Schneemobile nutzen die andere, hangseitige Straßenseite.
Wetter & Webcams: Das Wetter am Berg, vor allem im Winter, ist unberechenbar und kann jederzeit umschlagen. Überprüfe vor dem Start jeder Wanderung unbedingt den Wetterbericht, und mir hilft auch immer ein Blick auf die Webcams der Region.
Direkt neben der Bettmeralp-Gondel liegt etwas erhöht, mit traumhaften Blick auf das Dorf das familiengeführte Hotel Waldhaus. Das Frühstücksbuffet und die Abendessen im gemütlichen Restaurant waren richtig lecker. Das Personal war super nett und es gab sogar 2x täglich Zimmer-Service. Das Haus und die Zimmer sind auch mit viel Liebe zum Detail ausgestattet und dekoriert.
⇨ Da ich von meiner Unterkunft auf der Bettmeralp so begeistern war, habe ich einen detaillierten Bewertungsbericht über das Hotel Waldhaus geschrieben.
Was Du als Nächstes tun solltest
Nicht vergessen: Die Aletsch Arena ist autofrei und genau das macht sie so besonders ruhig und erholsam.
Damit Deine Anreise genauso entspannt wird wie der Urlaub selbst, habe ich Dir alle wichtigen Tipps in einem separaten Artikel zusammengestellt. So kommst Du stressfrei aufs Hochplateau und kannst Deinen Winterurlaub so richtig genießen.
Offenlegung: Diesen Artikel konnte ich schreiben, da ich von der Aletsch Arena eingeladen wurde. Meine Meinung wurde in keinster Weise dadurch beeinflusst, noch wurden mir irgendwelche Vorgaben zur Berichterstattung gemacht. Vielen Dank dafür!