Chemin des Bisses – Etappe 4:
Von Veysonnaz nach Eison (St. Martin) entlang der Bisse de Vex
Meine Wanderbeschreibung der Etappe 4 des Chemin des Bisses: Entlang der Bisse de Vex führt der Suonenwanderweg von Veysonnaz ins Val d’Hérence bis nach Eison (St. Martin)
Bisse de Vex
Der Chemin des Bisses führt uns heute früh erstmal ganz entspannt an weiter, entlang der Bisse de Vex. Dieser letzte Teilabschnitt der Suone von Veysonnaz bis Les Mayens de Sion ist sogar behindertengerecht und für Kinderwägen problemlos geeignet.
Es ist mal wieder sehr frisch, auch weil dieser Pfad sehr waldig ist. Aussichten auf das Rhonetal gibt es aber oft zwischen den hohen Nadelbäumen hindurch.
Am Ortseingang von Les Mayens de Sion endet oder versickert die Suone. Hier steht auch die niedliche Kapelle “Notre-Dame du bon Conseil”. Man übersieht sie fast, da sie herrlich vom Wald versteckt wird.
Val d’Hérence
Der Chemin des Bisses bleibt am Berghang unterhalb des Berges Thyon und führt uns nun in das Val d’Hérence.
Vom Taleingang sehen wir gleich die wunderschönen Riesen Dent Blanche und auch das Matterhorn über dem Talschluss thronen. Leider ist es etwas diesig, aber erkennen tut man diese markanten Berge trotzdem sehr gut.
Mit dem “Abbiegen” in das Tal, kommt auch die Wärme und ich befreie mich von langer Hose und Pullover, die tatsächlich heute Morgen angebracht waren. Leicht bergab wandern wir erst über Pfade und dann ein paar Minuten am Rand einer größeren Strasse. Glücklicherweise ist nicht viel los.
Anschliessend erreichen wir in das Dorf Hérémence. Eigentlich ein ganz niedliches Dorf, allerdings steht hier steht eine moderne Betonkirche aus den 60er Jahren inmitten schöner alter Walliser Holzhäuser.
Finden wir persönlich nicht ganz so schön und da sind wir angeblich auch nicht die einzigen.….
Wandern zwischen den Dörfern
Wir verlassen das Dorf über eine schmale Straße, auf welcher an mehreren Stellen Rohre verlegt werden. An einer Stelle ist die gesamte Straße ist ein einziges großes Loch. Dieses zu überqueren, ist gar nicht so einfach und wir müssen ganz schön am Rand über aufgetürmte Sandberge balancieren.
Wer auf diesem Balanceakt das Gleichgewicht verliert, fällt entweder links den Hang runter oder rechts in die Baugrube. Wir haben es geschafft. Ob die Wandergruppe mehrerer älterer Damen, die uns etwas später entgegenkamen, dieses Hindernis wohl passieren konnten?
Es geht weiterhin stetig bergab durch einen schönen Wald bis über den Fluss La Dixence. Der Aufstieg über meist breite Wanderwege und nicht betonierte Straßen ist echt steil und dementsprechend anstrengend.
So viel Anstrengung hatten wir in den letzten 2 Tagen nicht. In Kombination mit der Sonne ist das echt ein Kraftakt.
Die Ausschilderung ist auf dieser Etappe ist leider nicht ganz so gut, so das wir den Abstieg ins Dorf Euseigne glatt verpasst haben. Leider verpassen wir aus diesem Grund auch die berühmten Erdpyramiden auf der Hauptstrasse des Dorfes.
Wir laufen also oberhalb von Euseigne weiter ins Val d’Hérence hinein. Kleiner Trost: Auf diesem “falschen” Weg passieren wir die wunderschönen Holzhäuser von La Cresta, bevor wir den Chemin des Bisses anschließend wieder treffen.
Weiter müssen wir mal wieder ein Stück auf der Strasse laufen. Auch hier wird gebaut. Mit viel Getöse und Lärm wird eine Brücke saniert.
Für Fußgänger ist dieser Teil des Wanderweges nicht wirklich angenehm, so zwischen Autos und Baulärm…. Schnell steigen wir weiter bergab bis zum Flussbett der Borgne.
Dem Fluss sieht man an, dass er aus den Bergen kommt, das Wasser ist fast weiß. Auf der Brücke machen wir erstmal Mittagspause, um uns für den anschließenden Aufstieg zu stärken.
Aufstieg nach St. Martin
Bis St. Martin sind es vom Fluss aus über 400 Höhenmeter zu überwinden. Anfangs verläuft der Pfad noch oft im Wald oder nah an Bäumen. So laufen wir wenigstens im Schatten. Es geht teilweise echt steil nach oben…
Später schlängelt sich der Pfad über Felder Richtung Dorf. Wir werden von Unmengen Schmetterlingen und Grillen begleitet.
Bei jeden Schritt haben wir Angst, irgendein Tier zu töten, da die auch gar nicht scheu sind. Im niedlichen Dorf St. Martin müssen erstmal wieder Pause machen und Luft holen.
Hier verlassen wir den Chemin des Bisses für heute, da unsere Unterkunft in Eison liegt. Wir wandern an der Hauptstraße, entlang der schönen alten Holzhäuser. Im nächsten Dorf, Trogne, wechseln wir auf einen schönen Hangpfad, der unterhalb der Straße lang führt.
Dieser führt uns vorbei an mehreren kleinen Wasserfällen und schön gestalteten Picknickplätzen und Sitzbänken. Nach einem letzten Anstieg nach Eison, kommen wir erschöpft an unserem heutigen Etappenziel an.
Wanderroute Chemin des Bisses Etappe 4
Startpunkt: Veysonnaz
Endpunkt: Eison
Länge: 20,7km
Höhenmeter: ↑ 960 / ↓ 700
Schwierigkeit: schwer
Link zu den Details der Wanderroute, aufgezeichnet mit Komoot
Lesetipp: Auf der gegenüberliegenden Talseite, in Crans Montana, befindet sich die vielleicht spektakulärste Suone im Wallis, die Bisse du Ro. Für mich gehört sie auf jeden Fall zu den Orten, die Du im Wallis gesehen haben solltest.