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Chemin des Bisses – Etappe 5:
Von Eison nach Vernamiège entlang der Bisse de St. Martin und der Bisse de Tsa Crêta

Meine Wanderbeschreibung der Etappe 5 des Chemin des Bisses: Entlang zweier vollkommen unterschiedlicher Suonen geht es von Eison (St. Martin) erst entlang der wilden Bisse de St. Martin und anschließend an der wunderschön restaurierten Bisse de Tsa Crêta bis nach Vernamiège

Wanderweg nach Suen

Als Erstes müssen wir heute früh von Eison zurück nach St. Martin, da wir dort gestern den Chemin des Bisses verlassen haben.

Statt wie gestern Nachmittag 1std, brauchen wir heute früh nur knapp 45min. Sind am frühen Morgen doch ein bisschen frischer als gestern Nachmittag im Anschluss an einen 400 Höhenmeter Aufstieg.

In St. Martin bewundern wir nochmals die schönen alten Holzhäuser. Dann starten wir die offizielle 5. Etappe des Chemin des Bisses. Unterhalb und parallel zur Hauptstraße führt ein kleiner Fußgängerpfad nach Suen, dem Nachbardorf.

Bin froh, mich mal wieder gegen die Wandersandalen entschieden zu haben, denn der aus Gras bestehende Wanderweg ist klatschnass vom Tau.

Von diesem Weg können wir die berühmten Erdpyramiden sehen, die wir gestern verpasst haben. Ok, wir sind ganz schön weit weg, auf der anderen Talseite, aber immerhin haben wir diese nun doch (von weitem) gesehen.

Hauptstrasse im Dorf St. Martin auf dem Chemin des Bisses
Hauptstraße im Dorf St. Martin

Falsche Wegführung des Chemin des Bisses

Den Wegweisern folgend bleiben wir auf der Hauptstraße und verlassen das Dorf am anderen Ende. Die Richtung finde ich zwar etwas komisch, aber der Wegweiser mit der Nummer 58 war eindeutig.

Ca. 1km später und immer noch auf der Straße, befrage ich doch meine Wander-App und stelle fest, dass wir falsch gelaufen sind. Also umdrehen und zurück.

Im Dorf prüfe ich nochmals den Wegweiser und er weißt wirklich in die entgegengesetzte Richtung des richtigen Chemin des Bisses. Korrekt ist das Sträßchen Richtung Baule. Wir halten uns also an die App und ignorieren den falsch-weisenden Wegweiser. Stetig bergauf führt die kleine Straße, die bald zum Pfad führt.

Aufstieg von Eison auf dem Chemin des Bisses zur Bisse de St. Martin
Aufstieg von Eison nach St. Martin
Der Weiler Balde oberhalb von St. Martin auf dem Chemin des Bisses von Eison nach Vernamiège
Der Weiler Balde oberhalb von St. Martin entlang der Bisse de St. Martin

Bisse de St. Martin

Wir durchqueren den absolut niedlichen Weiler Baule mit seinen schönen, landestypischen Holzhäusern und stossen anschliessend auf die Bisse de St. Martin. Anfangs schiesst das Wasser im Graben noch bergab, später auf dem Pfad wird es etwas ruhiger.

Der Wanderweg führt über Felder und hohes Gras, die vom Tau klatsch nass sind. Gut, dass ich Wanderstiefel trage und nicht die Wandersandalen. In diesen würde ich jetzt sonst schwimmen.

Im nächsten kleinen Weiler, Grange Neuves, zweigt die Suone nach links ab, wir somit auch. Endlich geht ebener weiter. Auf ebenem Pfad, ausgeschildert mit “Sentier Natur” wandern wir durch einen wunderschönen, lichten Wald, neben dem träge fließenden Wasser.

Immer wieder müssen wir via App den Weg kontrollieren, da keine weiteren Wegweiser zu finden sind. Irgendwann versickert diese schöne Suone und wird später bei Balde wieder aus dem Erdreich auftauchen.

Kuhweide an der Bisse de St. Martin oberhalb von Eison und auf dem Chemin des Bisses nach Vernamiège
Kuhweide an der Bisse de St. Martin oberhalb von Eison

Bisse de St. Martin

Wir bleiben auf dem „Sentier Natur“ und wandern erst durch einen kleinen Wald, um anschließend auf einem Forstweg zu fallen. Diesem folgen wir eine ganze Zeit lang. Plötzlich wird es laut und 2 Kurven später steht eine große Maschine quer auf dem breiten Forstweg.

Mit offenem Mund bestaunen wir, wie ihr Fahrer gekonnt riesige Baumstämme vom Boden anhebt, ihnen alle Äste weg säbelt, sie durch die Luft wirbelt und dabei zersägt und sie anschließend geordnet an die Webseite legt.

All diese Schritte innerhalb gefühlt 10 Sekunden. Wir sind absolut sprachlos vor Bewunderung, wie schnell und gekonnt all diese Schritte durchgeführt werden. Irgendwann bemerkt uns der Fahrer und hält inne, um uns vorbeizulassen.

Nächstes Highlight, nur ein bisschen später: die Schilder mit der 58 für den Chemin des Bisses sind zurück. Ich kann das Handy beruhigt wieder in die Tasche packen. Wir verlassen den Forstweg und steigen über einen kleinen Pfad, parallel zu einem Bach, der in Kaskaden den Berg runterkommt, am Hang nach oben.

Chemin des Bisses kurz vor der Bisse de Tsa Creta nach Vernamiège
Chemin des Bisses kurz vor dem Einstieg zur Bisse de Tsa Crêta

Bisse de Tsa Crêta

Recht steil führt uns der Wanderweg zum Beginn der Bisse de Tsa Crêta. Hier machen wir erstmal Mittagspause. Anschließend wandern wir entlang dieser toll restaurierten Suone, oberhalb des Val d’Hérence.

Es gibt immer wieder Informationstafeln entlang des Weges, die über die Geschichte der Wasserleitungen erzählen.

Beginn der Bisse de Tsa Creta auf der Suonenwanderung von Eison und St. Martin nach Vernamiège
Beginn der Bisse de Tsa Crêta in Richtung Vernamiège

Bisse de Tsa Crêta

Über grosse Baumwurzeln führt der waldige Pfad langsam bergab, parallel zur Bisse de Tsa Crêta. Auf halber Strecke der ca. 2km langen Suone liegt ein toller Picknickplatz an einem Tümpel, inmitten des idyllischen Waldes.

Am Ende der Bisse de Tsa Crêta führt der Wanderweg uns oberhalb des Dorfes Vernamiège durch ein Waldstück.

Bisse de Tsa Crêta in Richtung Vernamiège auf dem Chemin des Bisses
Bisse de Tsa Crêta
Bisse de Tsa Crêta in Richtung Vernamiège auf dem Chemin des Bisses (1)
Bisse de Tsa Crêta
Teich entlang der Bisse de Tsa Crêta auf dem Suonenwanderweg von Eison und St. Martin nach Vermaniège
Teich entlang der Bisse de Tsa Crêta

Abstieg nach Nax

Dieser muss ein Traum für alle Pilzsammler sein, denn überall sprießen diese aus dem Boden. Leider haben wir keinerlei Ahnung und können nicht feststellen, ob all die verschiedenen Sorten auch essbar sind.

Ich hatte Jan morgens gesagt, er solle Badesachen einpacken, da die Change auf ein Bad in einem Bergsee besteht. Nun erreichen wir den See “Les Gouilles” und entscheiden uns spontan nicht ins Wasser zu gehen. Überall Algen und absolut nicht zum Schwimmen geeignet. Schade….

Kleiner See auf dem Suonenwanderweg von Eison nach Vernamiège
Kleiner See oberhalb von Vernamiège

Bisse de Tsa Crêta

Mit dem Erreichen des Sees haben wir den letzten Anstieg für heute gemeistert, ab jetzt geht es nur noch bergab. Unser Ziel ist Nax. Auf jeden Fall dachte ich das….

Wir steigen also munter durch einen weiteren tollen Wald abwärts. Wieder überall Pilze.

Als wir das Dorf Nax erreichen und ich nachschaue, wo genau unsere Unterkunft ist, schlucke ich kurz: Sie ist nicht in Nax, sondern im Dorf Vernamiège. Dieses hatten wir am Nachmittag etwas oberhalb bereits passiert.

Waldpilze auf dem Chemin des Bisses
Waldpilze auf dem Chemin des Bisses

Da die offizielle Wanderetappe in Nax zu Ende geht, bin ich davon ausgegangen, dass wir dort übernachten und hatte dies vorab nicht nochmals kontrolliert.

Jan, der vorher bereits ziemlich fertig war von der Anstrengung der Wanderung und der Hitze, stöhnt schmerzverzerrt auf, folgt mir aber als ich die Richtung anpasse.

Glücklicherweise sind es nur ca. 45 Minuten, die wir auf halbwegs ebenem Wanderweg am Berghang zurücklegen müssen. Wir haben auf diesem Wanderweg mal wieder herrliche Sicht ins Rhonetal.

Etwas später erreichen wir dann vollkommen k.o.. Das absolut malerische Dorf Vernamiège und unsere Unterkunft.

Aussicht auf das Rhonetal vom Dorf Vernamiège aus
Aussicht auf das Rhonetal vom Dorf Vernamiège aus

Wanderroute Chemin des Bisses Etappe 5

Startpunkt: Eison
Endpunkt: Vernamiège
Länge: 24,2km
Höhenmeter: ↑ 760 / ↓ 1050
Schwierigkeit: mittel
Link zu den Details der Wanderroute, aufgezeichnet mit Komoot


Lesetipp: Auf der gegenüberliegenden Talseite, in Crans Montana, befindet sich die vielleicht spektakulärste Suone im Wallis, die Bisse du Ro. Für mich gehört sie auf jeden Fall zu den Orten, die Du im Wallis gesehen haben solltest.


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    Linda steht auf einem Berghang und blickt auf den türkisfarbenen Lago d'Apsoi, umgeben von steilen Felswänden.