Queyras Naturpark
5 Gründe für Deinen Besuch in diesem unentdeckten Stückchen Frankreich
Suchst Du nach einer schönen Region in den französischen Alpen, das noch nicht vom Massentourismus überlaufen wurde?
Dann könnte der Queyras Naturpark genau das richtige Ziel für Deine nächste Reise oder Wanderurlaub sein. Mit seiner atemberaubenden Landschaft, unberührten Natur und malerischen Dörfern gibt es viele Gründe, diesen Park zu besuchen.
Ich habe gerade eine Woche im Queyras verbracht, nachdem ich zuvor nur für Tagesausflüge hier war – und ich hätte problemlos noch eine Woche länger bleiben können. Soooo schön!
Hier sind 5 besondere Highlights, die Deinen Besuch im malerischen und idyllischen Regionalen Naturpark Queyras unvergesslich machen werden.
1. Weitwanderweg GR58
Der GR58, auch bekannt als „Tour du Queyras“, ist eine der schönsten und vielseitigsten Fernwanderungen in den Alpen.
Klassischerweise führt die etwa 110 Kilometer lange Strecke von Ceilliac in 10 Etappen rund um den Queyras Naturpark.
Das Schöne: Die Rundwanderung bietet eine großartige Mischung aus atemberaubenden Bergpanoramen, einsamen Tälern und passiert viele der niedlichen Dörfer der Region.
Die Wanderung erfordert eine gute Kondition, denn täglich sind Höhenunterschiede von bis zu 1.000 Metern zu bewältigen. Es gibt aber Wegvarianten, die auch für weniger erfahrene Wanderer geeignet sind.
Meine Wanderungen im Queyras
Ich habe Abschnitte dieser tollen Mehrtagestour sowie weitere Tagestouren unternommen.
⇨ Hier geht’s zur Komoot Collection meiner Queyras Wanderungen
2. Der Fluss Guil
Der Guil ist DER Fluss des Queyras. Seine Quelle liegt im französischen Teil der Cottischen Alpen, unweit der Grenze ins Piemont.
Der Wildfluss entspringt aus dem idyllischen Lac de Lestio, an der Nordwestflanke des Gipfels Punta Gastaldi (3214 m) und fließt anschließend durch das ganze Queyras.
Dabei formt er die berühmten Gorges du Guil, eine spektakuläre Schlucht, die sich zwischen steilen Felswänden hindurchschlängeln. Nach etwa 50 Kilometern mündet der Guil bei Mont-Dauphin in die Durance.
Die wilden Wasser des Guil machen ihn zu einem beliebten Ziel für Rafting- und Kajakfahrer.
Besonders spektakulär sind die Passagen durch Château-Queyras, wo der Fluss unterhalb der imposanten Festung entlangfließt, und der Abschnitt bei Guillestre, wo der Guil durch seine enge Schlucht schießt.
3. Malerische Dörfer
Die Dörfer des Queyras gehören für mich zu den authentischsten der Alpen. Hier wirst Du keine Hochhäuser oder moderne Touristenbauten finden. Die Orte haben ihre traditionelle Architektur bewahrt und wirken teilweise wie aus einer anderen Zeit.
Der Hauptort des Queyras ist Château-Ville-Vieille, bestehend aus den beiden Teilorte Ville Vieille im Osten und Château Queyras, mit der Festung Fort Queyras im Westen.
Ein absolutes Highlight ist jedoch Saint-Véran, das als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet wurde.
Mit seiner Lage auf 2.042 Metern ist Saint-Véran das höchstgelegene dauerhaft bewohnte Dorf Europas. Da Saint-Véran autofrei ist, kann man die alten Häuser mit ihren typischen Holz- und Steinfassaden und den kunstvollen Sonnenuhren ganz in Ruhe und ohne Stress geniessen.
Weitere schöne Orte sind Molines-en-Queyras, bekannt für die auf einer Kreuzung stehende Kirche Eglise Saint Romain, auf deren Friedhof die Gräber in chronologischer Reihenfolge angeordnet sind.
Oder Aiguilles, ein schöner Ort am Fluss Guil, mit schönen Bürgerhäusern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Oder mein Favorit: Abriès, das vielleicht aktivste und lebendigste Dorf des Queyras. Sein Zentrum besteht aus verwinkelten Gassen und alten Bauernhöfen. Eine tolle Aussicht genießt man von der alten Kapelle, die Du über einen verfallenen Kreuzweg erreichst.
4. Fort Queyras
Das Fort Queyras, das majestätisch auf einem Felsvorsprung oberhalb des Flusses Guil thront, ist eine der beeindruckendsten historischen Sehenswürdigkeiten der Region.
Die Ursprünge der Festung reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, doch sie erlangte besondere Bedeutung im 17. Jahrhundert, als sie von Vauban, dem berühmten Festungsbaumeister Ludwigs XIV., erweitert wurde.
Das Fort diente dazu, das Queyras gegen Eindringlinge aus Italien zu schützen. Eine Ausstellung verdeutlicht die interessante Geschichte der Festung und ihre Rolle in den Kriegen zwischen Frankreich und Italien.
Man kann das Innere der Festung besuchen, wo zahlreiche Räume erhalten geblieben sind, darunter die alten Kasernen und die Waffenkammern.
Besonders schön ist der Panoramablick von den Festungsmauern über das Tal des Guil und die umliegenden Alpen.
Öffnungszeiten: Von Mai – November täglich von 10:00 – 18:00 Uhr
Eintrittspreis: € 13.00 pro Person
5. Die spektakulären Alpenpässe Col Agnel und Col d’Izoard
Im Queyras Naturpark erwarten Dich gleich zwei der spektakulärsten Alpenpässe: der Col Agnel und der Col d’Izoard. Beide Pässe bieten nicht nur beeindruckende Panoramen, sondern auch spannende Herausforderungen für Wanderer, Radfahrer und Autofahrer.
Der Col Agnel (it.: Colle dell’Agnello), auf einer Höhe von 2.744 Metern, ist der dritthöchste befahrbare Pass der Alpen und verbindet Frankreich mit Italien.
Die Passstraße, die im Piemont hinter dem malerischen Steindorf Chianale beginnt, ist nur im Sommer offen und passiert eine eindrucksvolle alpine Landschaft, mit blühenden Wiesen, schroffen Felsen und den majestätischen Gipfeln der Cottischen Alpen.
Nicht weniger beeindruckend ist der Col d’Izoard (2.360 Meter), der als einer der legendärsten Pässe der Tour de France gilt.
Die Südseite des Passes bietet eine spektakuläre Mondlandschaft, die als Casse Déserte bekannt ist. Eine unwirklich wirkende Felslandschaft, die sich stark von der üppigen Vegetation der Nordseite unterscheidet.
Die Passstraße ist der Teil der legendären Route des Grandes Alpes, verbindet Briançon mit dem Queyras und bietet auf ihrer gesamten Strecke fantastische Ausblicke.
Überblick über den Queyras Naturpark
Der Regionale Naturpark Queyras (frz.: Parc naturel régional du Queyras) wurde 1977 gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 57.000 Hektar.
Er befindet sich im Département Hautes-Alpes, in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Südosten Frankreichs, direkt an der italienischen Grenze.
Der Park umfasst den südlichen Teil der Cottischen Alpen, die von beeindruckenden Gipfeln wie dem des Monte Viso (3.841 m) dominiert werden, der majestätisch über die Landschaft ragt. Insgesamt umfasst der regionale Naturpark mehr als 20 Dreitausender-Gipfel.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein war der Queyras von Guillestre aus lediglich über einen Maultierpfad erreichbar.
Der heutige Talzugang, durch die Schlucht des Guil auf der Départementale 902, entstand erst 1911. Weitere Zufahrten gibt es heute über den Col d’Izoard und den Col Agnel aus Italien.
Gut zu wissen: Im Sommer kannst Du kostenfrei mit den Touristenbussen (Navettes) fahren, die die einzelnen Dörfer morgens und am Spätnachmittag verbinden. So kannst Du das Auto zum Entdecken stehen lassen und auch Streckenwanderungen unternehmen.
Übernachten im Queyras
Im Queyras findest Du zahlreiche Chalets und vielfältige Unterkunftsmöglichkeiten, von luxuriösen Hotels bis hin zu gemütlichen Berghütten.
Ich selbst habe drei Nächte im einfachen, aber liebevoll bewirtschafteten Chalet le Genepy verbracht und war absolut begeistert.
Zwar gibt es hier keinen großen Luxus, dafür aber köstliches Essen aus regionaler Produktion. Das Chalet liegt malerisch am Hang des kleinen Weilers Le Coin, bietet Doppel- und Mehrbettzimmer, eine traumhafte Aussicht und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für die Planung Deiner Wanderungen empfehle ich folgendes Kartenmaterial:
⇨ Wanderkarte Top25 Guillestre
⇨ Wanderkarte Top25 Monte Viso
⇨ Rother Wanderführer Dauphiné Ost (wenn Du nicht nur im Queyras wandern willst)
Fazit
Der Queyras Naturpark vereint die wilde Schönheit der Alpen mit einer einzigartigen, authentischen Atmosphäre, die in vielen anderen Regionen leider verloren gegangen ist.
Mit seiner Abgeschiedenheit, den traditionellen Dörfern und seiner unberührten Natur bietet der Queyras eine wunderbare Rückzugsmöglichkeit für all jene, die die Alpen in ihrer ursprünglichsten Form erleben möchten.