Druidensteig Erfahrungen: 5 Tage Weitwandern im Westerwald
Der Druidensteig im Westerwald wurde zu „Deutschlands schönstem Wanderweg 2026“ in der Kategorie Mehrtagestouren gewählt und ist außerdem die längste zertifizierte Geo-Route Deutschlands. Klar, dass ich mir den rund 94 Kilometer langen Weitwanderweg unbedingt selbst anschauen musste!
Also habe ich meinen Rucksack gepackt und bin den gesamten Wanderweg von Freusburg bis Hachenburg in fünf Tagen gewandert. Unterwegs ging es durch ruhige Wälder, über aussichtsreiche Höhen und vorbei an zahlreichen Spuren der Bergbaugeschichte.
Überrascht hat mich, wie viele Höhenmeter sich im Westerwald verstecken! Besonders mit dem gesamten Gepäck auf dem Rücken waren einige Etappen deutlich anstrengender, als ich erwartet hatte.
Ob sich der Druidensteig trotzdem lohnt? JA! Ich würde allerdings nicht jedem empfehlen, die Wanderung wie ich auf fünf Tage aufzuteilen.
In meinem Erfahrungsbericht zeige ich dir meine fünf Etappen, verrate dir meine persönlichen Highlights und gebe dir Tipps, damit du deine eigene Weitwanderung im Westerwald optimal planen kannst.

Meine Druidensteig Etappen in 5 Tagen
Offiziell ist der 94 Kilometer lange Druidensteig in sieben Etappen aufgeteilt. Da ich längere Wandertage gewohnt bin, habe ich einige Etappen zusammengelegt und die Mehrtagestour auf fünf Tage verkürzt.
Das ist durchaus machbar, allerdings solltest du die Höhenmeter nicht unterschätzen. Besonders Tag 2 mit 26 Kilometern und 930 Höhenmetern im Aufstieg hat es in sich!
So sah meine fünftägige Mehrtageswanderung durch den Westerwald aus:
| Tag | Strecke | Distanz | Aufstieg | Abstieg | Übernachtung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Freusburg → Katzenbach | 20 km | 580 m | 500 m | Hotel Zum weißen Stein (Katzenbach) |
| 2 | Katzenbach → Daaden | 26 km | 930 m | 900 m | Hotel Gasthof Koch (Daaden) |
| 3 | Daaden → Betzdorf | 28,5 km | 550 m | 670 m | Hotel Breidenbacher Hof (Betzdorf) |
| 4 | Steineroth → Kloster Marienstatt | 17 km | 450 m | 600 m | Abtei Marienstatt |
| 5 | Kloster Marienstatt → Hachenburg | 6,5 km | 200 m | 70 m | – |
Meine komplette Strecke: ca. 98 km (⇨ zu meiner Komoot Collection). Die Gehzeiten bei den einzelnen Tagesetappen entsprechen den Angaben von Komoot und verstehen sich ohne zusätzliche Zeit für längere Pausen und Besichtigungen.
Insgesamt bin ich auf meiner Tour rund 98 Kilometer zu Fuß gewandert. Die Abweichung zu den offiziellen 94 Kilometern ergibt sich aus meiner individuellen Streckenführung, einschließlich der Zuwege und Abstecher unterwegs.
Lediglich die ersten rund fünf Kilometer von Betzdorf nach Steineroth habe ich an Tag 4 wegen Starkregens mit dem Bus zurückgelegt. Die 17 Kilometer in der Tabelle entsprechen der anschließend tatsächlich gewanderten Strecke.
Meine Empfehlung: Wenn du regelmäßig längere Wanderungen mit Gepäck unternimmst, kannst du den Druidensteig, genau wie ich, in fünf Tagen gehen.
Allerdings waren besonders die beiden langen Etappen mit jeweils rund neun Stunden Gehzeit ziemlich anstrengend. Außerdem blieb mir unterwegs nicht immer genügend Zeit für die vielen Sehenswürdigkeiten.
Beim nächsten Mal würde ich mir deshalb mehr Zeit nehmen. Für deine erste Mehrtagestour oder wenn du die Bergwerke, Museen und Aussichtspunkte in Ruhe besuchen möchtest, empfehle ich dir die offiziellen sieben Etappen.



Tag 1 auf dem Druidensteig: Freusburg nach Katzenbach
Länge: 20 km | Höhenmeter: ↑ 580 m und ↓ 500 m | Gehzeit: ca. 7,5 Std | Übernachtung: Hotel Zum weißen Stein in Kirchen-Katzenbach
Tag 1 auf dem Druidensteig und ich kann schon mal sagen: Flach kann der Westerwald nicht!
Meine erste Etappe beginnt am Bahnhof Freusburg-Siedlung, dessen Bahnsteig tatsächlich einfach aus Gras besteht. So etwas habe ich noch nie gesehen. Irgendwie super süß!
Zum Wach- und Warmwerden geht es direkt ordentlich bergauf zum offiziellen Startpunkt des Druidensteigs am Otto-Pfeiffer-Museum im hübschen Ortszentrum von Freusburg.
Hoch über dem Ort thront die Freusburg, die heute eine Jugendherberge beherbergt. Praktisch für alle, die von weiter her anreisen und bereits am Vortag übernachten möchten.
Danach wird es richtig ruhig. Auf abwechslungsreichen Waldwegen umrunde ich Freusburg und höre außer meinen eigenen Schritten fast nur Vogelgezwitscher.
Auf den Höhenwegen öffnen sich immer wieder tolle Ausblicke ins Siegtal, bevor ziemlich unvermittelt das Friedenskreuz Wehbach neben mir auftaucht.
Und dann geht es eigentlich den ganzen Tag so weiter: bergab, wieder bergauf, Aussicht genießen, durch den Wald und wieder bergab.
Die vielen Höhenmeter summieren sich ganz schön! Mit meinem gesamten Gepäck auf dem Rücken bin ich jedenfalls ziemlich froh über meine Wanderstöcke.
Über den Aussichtspunkt Alexanderhöhe führt mich der Druidensteig vorbei am ehemaligen Kobalterzbergwerk Alexander. Infotafeln entlang des Weges geben hier interessante Einblicke in die Bergbaugeschichte der Region.
Obwohl die Route durch Kirchen führt, bekomme ich erstaunlich wenig vom Ort mit. Die Häuser verschwinden meist irgendwo hinter den Bäumen.
Einen besonders schönen Pausenplatz finde ich direkt an der Sieg: eine trockene (!) Bank mitten zwischen den herabfallenden, bunten Herbstblättern.
Vorbei an der Freusburger Mühle folgen oberhalb von Kirchen noch zahlreiche Aussichtsbänke und kleine Holzskulpturen am Wegesrand.
Zum Abschluss wartet dann die XXL-Bank an der Druidenrast auf mich. Mittlerweile ziemlich k. o. kommt die genau richtig!
Von hier sind es nur noch ein paar Schritte bis zu meiner Unterkunft in Katzenbach. Tag 1 geschafft! Was für ein toller Einstieg in meine Druidensteig-Wanderung!






Tag 2 auf dem Druidensteig: Katzenbach nach Daaden
Länge: 26 km | Höhenmeter: ↑ 930 m und ↓ 900 m | Gehzeit: ca. 9 Std | Übernachtung: Hotel Gasthof Koch in Daaden
Tag 2 auf dem Druidensteig und WAS für ein Tag! Landschaftlich definitiv einer meiner schönsten, aber mit 26 Kilometern und 930 Höhenmetern im Aufstieg auch ganz schön anstrengend.
Um 6 Uhr klingelt der Wecker, denn ich will unbedingt zum Sonnenaufgang auf den Ottoturm. Doch draußen hängt alles voller Nebel. Trotzdem starte ich kurz nach 7 Uhr.
Und was habe ich für ein Glück! Je höher ich steige, desto mehr reißen die Wolken auf. Vom 18 Meter hohen Ottoturm schaue ich über ein riesiges Wolkenmeer, aus dem nur die bewaldeten Höhen herausragen. Was für ein Anblick!
Gesellschaft bekomme ich auch: Hier treffe ich einen Druiden, der mit mir den Sonnenaufgang begrüßt und fototechnisch kaum besser in diese märchenhafte Landschaft passen könnte.
Richtung Druidenstein tauche ich wieder in den Nebel ein. Die Sicht beträgt teilweise nur 20 Meter und trotzdem habe ich selten so viele Fotos gemacht. Das Licht zwischen den Bäumen ist fantastisch!
Über einen Kreuzweg geht’s dann ordentlich bergauf zum Druidenstein. Der rund 20 Meter hohe Basaltfelsen ist Namensgeber des Druidensteigs und in natura noch viel beeindruckender als auf Fotos. Wahnsinn!
„Mein“ Druide, das perfekte Fotomotiv für diesen besonderen Ort, ist natürlich auch wieder dabei. Am Ottoturm und Druidenstein habe ich ganz schön viel Zeit „verplempert“. Aber die beiden Highlights sind es definitiv wert!
Wenn du den Druidensteig ebenfalls wanderst, würde ich hier unbedingt genügend Zeit einplanen. Mir kommen danach jedenfalls die breiten Wege bergab Richtung Herdorf gerade recht. Zwischendurch öffnen sich immer wieder schöne Ausblicke über den Westerwald.
Das Bergbaumuseum in Sassenroth hat heute leider geschlossen. Immerhin kann ich mir draußen den alten Förderturm und historische Bergbaugeräte anschauen.
Anschließend sammle ich noch einmal ordentlich Höhenmeter. Durch abwechslungsreichen Wald geht es immer wieder bergauf und bergab.
Beim letzten langen Anstieg hinter Herdorf übernehmen meine Wanderstöcke gefühlt die ganze Arbeit, denn meine Beine möchten eigentlich längst in den Feierabend.
Den kurzen Abstecher zum Silbersee mache ich trotzdem. Wo früher Basalt abgebaut wurde, liegt heute ein tiefblauer See mitten im Naturschutzgebiet. Sehr idyllisch!
Schließlich taucht Daaden zwischen den bewaldeten Höhen auf. So niedlich, dass selbst meine müden Beine noch eine kleine Runde durch den Ort schaffen.
Was für ein Wandertag! Für mich gehören der Ottoturm und der Druidenstein zu den absoluten Highlights der gesamten Tour. Wenn du dir für die beiden Sehenswürdigkeiten viel Zeit nehmen möchtest, würde ich die Etappe allerdings kürzer planen als ich.






Tag 3 auf dem Druidensteig: Daaden nach Betzdorf
Länge: 28,5 km | Höhenmeter: ↑ 550 m und ↓ 670 m | Gehzeit: ca. 9 Std | Übernachtung: Hotel Breidenbacher Hof in Betzdorf
Tag 3 auf dem Druidensteig und heute zeigt sich der Wanderweg von einer ganz anderen Seite: Kein ständiges Auf und Ab, kein Highlight jagt das nächste, stattdessen sind es die kleinen Dinge am Wegesrand, die diesen Tag einfach richtig schön machen.
Außerdem liegt die längste Etappe vor mir. Zum Glück sind heute deutlich weniger Höhenmeter zu bewältigen als gestern.
Im ersten Morgenlicht verlasse ich das niedliche Daaden und natürlich geht es erst einmal bergauf. Aber das kenne ich ja schon.
Am Schimmerich wartet bereits der erste schöne Stopp. Wie schon beim Silbersee am Vortag ist auch hier aus einem ehemaligen Basaltsteinbruch ein kleiner See entstanden, der heute mitten in einem Naturschutzgebiet liegt.
Oberhalb von Friedewald werde ich dann von einer ziemlich aufgeregten Kuhherde quasi dazu aufgefordert, drei ausgebüxte Kälber wieder hinter den Zaun zu bringen. Ähm, nein. Ich sage lieber im Dorf Bescheid.
Friedewald selbst ist genauso hübsch, wie es schon von Weitem aussieht. Rund um das kleine Schloss mit seinen auffälligen Türmen stehen zahlreiche alte Fachwerkhäuser.
Danach zeigt sich der Druidensteig komplett anders als an den letzten Tagen. Gefühlt im Zickzack geht es über die offenen Höhen, zwischen Wiesen und Weiden hindurch. Ich kann lange einfach nur laufen und die weiten Blicke genießen. Das nenne ich mal entspanntes Wandern!
Am idyllischen Elkenrother Weiher gibt’s eine Pause. Die Hexenteiche verpasse ich trotz der wirklich guten Beschilderung irgendwie. Schade …
Danach geht es wieder durch abwechslungsreichen Wald: von dunklen Tannen bis zu orange leuchtenden Laubbäumen. Dazwischen führen immer wieder schöne Wege zurück auf die offenen Höhen, mit vielen einladenden Sitzbänken.
Auch die Bergbaugeschichte begleitet mich weiter. Infotafeln weisen auf geologisch interessante Stellen und ehemalige Erz- und Kobaltgruben hin, von denen heute kaum noch etwas zu sehen ist.
In Alsdorf stehen noch einige richtig schöne alte Fachwerkhäuser, darunter das Hüttenschulzehaus aus dem 17. Jahrhundert.
Ein schöner Höhenweg oberhalb des Hellertals, vorbei an einer Kapelle mit Kreuzweg, bringt mich schließlich zu meinem heutigen Etappenziel Betzdorf.
Kein Tag der großen Highlights, aber vielleicht gerade deshalb eine richtig schöne Etappe. Einfach laufen, schauen und den Weg genießen.






Tag 4 auf dem Druidensteig: Steineroth zum Kloster Marienstatt
Länge: 17 km zu Fuß | Höhenmeter: ↑ 450 m und ↓ 600 m | Gehzeit: ca. 6,5 Std | Übernachtung: Gästezimmer im Kloster Marienstatt
Tag 4 auf dem Druidensteig beginnt anders als erhofft: Der angekündigte Regen ist tatsächlich da und es schüttet aus Eimern!
Trotzdem sitze ich früh beim Frühstück, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nach langem Hin und Her entscheide ich mich dann aber doch, den größten Regen auszusitzen und später zu starten.
Damit ich unterwegs nicht in Zeitdruck gerate, fahre ich die ersten fünf Kilometer von Betzdorf nach Steineroth mit dem Bus. Zum Glück ist das dank des guten ÖPNV-Netzes problemlos möglich.
Nach nicht einmal zehn Minuten Busfahrt empfängt mich Steineroth mit weniger Regen, dafür mit ordentlich Wind und Nebel. Der sonst fantastische Weitblick vom Steinerother Kopf bis ins Bergische Land bleibt mir leider verwehrt… Ein Grund mehr, wiederzukommen!
Beim Abstieg zur historischen Dickendorfer Mühle, heute ein Café, wird der Regen zum Niesel. Vielleicht ganz gut, dass die vielen Aussichtsbänke auf diesem Abschnitt klatschnass sind. Sonst würde ich hier wahrscheinlich ewig brauchen!
Über einen Bergrücken geht’s mit schöner, wenn heute auch ziemlich grauer Aussicht weiter Richtung Steinebach. Das Besucherbergwerk Grube Bindweide hat leider geschlossen, aber schon draußen geben Infotafeln und historische Exponate Einblicke in die Bergbaugeschichte.
Während der nächsten Wind- und Regenfront geht’s wieder bergauf. Unterwegs kann ich den vielen Pilzen praktisch beim Wachsen zusehen.
Dann erreiche ich den Barbaraturm. Der ehemalige Förderturm stammt ursprünglich aus dem Harz und dient heute als Aussichtsturm. Oben werde ich zwar fast weggeweht, aber der Blick ist einmalig! Sogar Hachenburg kann ich schon in der Ferne erspähen.
Mit neuer Sturmfrisur geht’s wieder runter. Durch schönen Mischwald und entlang der Kleinen Nister erreiche ich Limbach, wo sich ein kurzer Blick ins kleine Dorfmuseum lohnt.
Richtig toll finde ich die historische Schiefergrube Assberg. Über eine steile Treppe kann ich direkt in die ehemalige Grube hinabsteigen. Nicht besonders groß, aber definitiv eindrucksvoll!
Danach geht’s über rund 70 Höhenmeter und ausdrücklich „ungenormte“ Treppenstufen hinunter zur Nister.
Und das Wetter bleibt sich bis zum Schluss treu: Pünktlich zum nächsten Regenschauer erreiche ich mein Etappenziel, das Kloster Marienstatt mit seinem wunderschönen Klostergarten.
Die Zisterzienserabtei wurde bereits 1212 gegründet und wird bis heute von Mönchen bewohnt. Und ich darf heute tatsächlich in einem der Gästezimmer übernachten!






Tag 5 auf dem Druidensteig: Kloster Marienstatt nach Hachenburg
Länge: 6,5 km | Höhenmeter: ↑ 200 m und ↓ 70 m | Gehzeit: ca. 2 Std | Ziel: Hachenburg
Tag 5 auf dem Druidensteig und damit ist tatsächlich schon mein letzter Wandertag angebrochen!
Nach einem für mich späten Frühstück um 8:15 Uhr drehe ich noch eine Runde durch den wunderschönen Klostergarten, um Abtei und Basilika Marienstatt ein letztes Mal aus der besten Perspektive zu genießen.
Dann geht’s über die historische Nisterbrücke zurück an den Fluss und hinein in den Wald.
Als der Druidensteig kurz aus dem Wald herausführt, sehe ich bereits das Schloss Hachenburg über den Wiesen auftauchen. Das Ziel ist wirklich zum Greifen nah!
Und wieder überall Pilze, Pilze, Pilze. Wenn ich mich doch nur damit auskennen würde, hätte ich vermutlich Essen für die nächste Woche.
Nach mehreren Überquerungen der Nister wartet der letzte, teilweise steile Anstieg des Druidensteigs auf mich. Oben werde ich mit einem tollen Fernblick belohnt und praktischerweise steht hier gleich eine kleine Picknickecke. Die Holzbank ist zwar nass, aber egal!
Und dann bin ich tatsächlich da: Am Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg endet offiziell der Druidensteig.
Dank der kurzen letzten Etappe habe ich genügend Zeit, mich ausgiebig im Freilichtmuseum umzusehen. Alle historischen Häuser sind geöffnet und mit unglaublich viel Liebe zum Detail eingerichtet. Hier solltest du dir unbedingt etwas Zeit nehmen!
Meine Runde durch die malerische Altstadt von Hachenburg fällt anschließend wegen starkem Wind und Regen leider viel kürzer aus als geplant. Die windschiefen Fachwerkhäuser rund um den Alten Markt und die kleinen Gassen sind aber definitiv ein weiterer Grund, bald wiederzukommen.
Und damit endet meine Wanderung nach fünf Tagen auf dem Druidensteig. Etwas früher als gedacht, aber mit richtig vielen tollen Erinnerungen an diese abwechslungsreiche Mehrtagestour!



Meine 7 Tipps für deine Druidensteig-Wanderung
1. Unterschätze die Höhenmeter nicht
Der Druidensteig führt durch ein Mittelgebirge und besonders auf den ersten Etappen geht es ständig bergauf und bergab. Schau dir bei der Planung deshalb nicht nur die Kilometer, sondern auch das Höhenprofil an.
Gerade mit dem gesamten Wandergepäck auf dem Rücken können sich die vielen Anstiege ganz schön bemerkbar machen. Ich war jedenfalls mehr als einmal froh über meine Wanderstöcke!
2. Nutze Bus und Bahn für deine Tourenplanung
Der Druidensteig lässt sich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Vom Bahnhof Freusburg-Siedlung führt ein etwa zwei Kilometer langer, markierter Zuweg zum offiziellen Startpunkt.
Auch unterwegs kann der ÖPNV praktisch sein. Wegen Starkregens habe ich z.B. an Tag 4 kurzerhand den Bus von Betzdorf nach Steineroth genommen und meine Wanderung dort fortgesetzt.
Mein Tipp: Prüfe die Verbindungen vorab. So kannst du deine Etappen bei Bedarf anpassen oder einzelne Abschnitte auch als Tageswanderungen planen.
3. Prüfe die Öffnungszeiten der Bergwerke und Museen
Am Bergbaumuseum in Herdorf-Sassenroth und an der Grube Bindweide stand ich leider vor verschlossenen Türen. Immerhin gab es draußen noch historische Bergbaugeräte und Infotafeln zu entdecken.
Wenn du eines der Besucherbergwerke oder Museen von innen besichtigen möchtest, solltest du die Öffnungszeiten und möglichen Führungstermine unbedingt vorher prüfen.
4. Plane genügend Zeit für die Sehenswürdigkeiten ein
Ottoturm, Druidenstein, Barbaraturm, Schiefergrube Assberg oder das Landschaftsmuseum Westerwald: Auf dem Druidensteig gibt es jede Menge zu entdecken.
Vor allem am Ottoturm und Druidenstein habe ich deutlich mehr Zeit verbracht als geplant, aber das waren auch zwei meiner absoluten Highlights!
Plane deshalb nicht nur die reine Gehzeit ein. Gerade bei längeren Etappen bleibt sonst wenig Zeit, die schönsten Orte unterwegs wirklich zu genießen.
5. Achte trotz guter Beschilderung auf die Abzweigungen
Der Druidensteig ist richtig gut markiert. Du findest das Weglogo an jeder Kreuzung und auch dazwischen etwa alle 100 Meter.
Trotzdem solltest du beim Wandern nicht zu sehr ins Träumen geraten. Der Druidensteig bleibt selten lange auf demselben Weg und biegt häufig von breiteren Wegen auf kleine Pfade ab.
Wenn ich einen Abzweig übersehen habe, ist mir das aber auch dementsprechend schnell aufgefallen. Denn wenn nach ungefähr 100 Metern keine neue Markierung auftaucht, solltest du lieber überprüfen, ob du noch richtig bist. Dafür habe ich den Rheinland-Pfalz Tourenplaner genutzt (gibt’s auch als App).
Einmal ist mir trotzdem ein Abzweig durchgerutscht und ich habe dadurch die Hexenteiche verpasst… Schade!
6. Denke beim Packen an die langen Etappen
Einen Gepäcktransport gibt es aktuell für die Weitwanderung auf dem Druidensteig nicht, deshalb hatte ich meine gesamte Ausrüstung selbst getragen. Gerade auf den langen Etappen mit über 25 Kilometern macht es einen Unterschied, wie viel der Rucksack wiegt.
Wenn du den Druidensteig ebenfalls in fünf Tagen wandern möchtest, würde ich dir empfehlen, vorher eine längere Wanderung mit vollständig gepacktem Rucksack zu machen.
Alternativ kannst du dir eine feste Unterkunft, beispielsweise in Betzdorf, suchen und von dort einzelne Etappen als Tageswanderungen unternehmen.
Dafür gibt es praktische Bus- und Bahnverbindungen:
- Buslinie 270: Verbindet Betzdorf über Steineroth, Elkenroth und Malberg mit Hachenburg.
- Daadetalbahn (RB 97): Fährt im Stundentakt zwischen Betzdorf (Sieg) und Daaden.
- RB 90: Bedient Freusburg-Siedlung von Betzdorf aus etwa alle 30 Minuten.
7. Nimm dir Zeit für Hachenburg
Der Druidensteig endet direkt am Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg. Das Freilichtmuseum mit seinen liebevoll eingerichteten historischen Häusern ist definitiv einen Besuch wert! Ich habe über eine Stunde dort verbracht und mich ziemlich beeilt.
Auch die hübsche Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern rund um den Alten Markt solltest du nicht verpassen.
Dank meiner kurzen letzten Etappe ab Kloster Marienstatt hatte ich dafür genügend Zeit. Nur das Wetter spielte leider wieder nicht mit und meine Altstadtrunde fiel deutlich kürzer aus als geplant.

Häufige Fragen zum Druidensteig
Gibt es auf dem Druidensteig Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten?
Die Einkehrmöglichkeiten entlang des Druidensteigs fand ich eher begrenzt. Deshalb habe ich mich meist an meinen Etappenstarts bzw. -zielen im Supermarkt mit Proviant für den nächsten Wandertag eingedeckt.
Außerdem picknicke ich unterwegs ohnehin lieber, statt für eine längere Mittagspause einzukehren. Schöne Rastplätze und Aussichtsbänke gibt es entlang des Druidensteigs jedenfalls reichlich!
Wann ist die beste Jahreszeit für den Druidensteig?
Ich war im Herbst auf dem Druidensteig unterwegs und kann diese Jahreszeit definitiv empfehlen! Die bunt gefärbten Laubwälder und vor allem die morgendlichen Nebelschwaden haben der Landschaft eine ganz besondere Atmosphäre verliehen.
Gerade der Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer am Ottoturm gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen meiner gesamten Wanderung.
Allerdings solltest du im Herbst die kürzeren Tage nicht unterschätzen. Besonders bei langen Etappen mit vielen Höhenmetern würde ich früh starten und genügend Zeitreserven einplanen, damit du nicht erst im Dunkeln am Etappenziel ankommst.
Welche Etappe des Druidensteigs ist die schönste?
Für mich war die zweite Etappe von Katzenbach nach Daaden das absolute Highlight meiner Weitwanderung auf dem Druidensteig!
Besonders der Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer am Ottoturm und der beeindruckende Druidenstein haben diesen Tag unvergesslich gemacht. Dazu kamen die mystische Stimmung im nebligen Wald.
Allerdings war diese Etappe auch ziemlich anstrengend. Wenn du die Sehenswürdigkeiten in Ruhe genießen möchtest, würde ich den Abschnitt deshalb auf kürzere Wandertage verteilen.
Welche Etappe des Druidensteigs ist die schwierigste?
Am anstrengendsten fand ich ebenfalls meine zweite Etappe von Katzenbach nach Daaden. Auf 26 Kilometern kamen stolze 930 Höhenmeter im Aufstieg und 900 Höhenmeter im Abstieg zusammen.
Besonders die vielen Anstiege mit dem gesamten Wandergepäck auf dem Rücken haben sich bemerkbar gemacht. Gegen Ende waren meine Beine jedenfalls ziemlich müde! Meine dritte Etappe war zwar mit 28,5 Kilometern noch länger, hatte aber deutlich weniger Höhenmeter.



Mein Fazit nach 5 Tagen auf dem Druidensteig
Für mich hat der Druidensteig seine Auszeichnung als Deutschlands schönster Mehrtageswanderweg absolut verdient! Besonders die Mischung aus ruhigen Waldwegen, schönen Aussichten und spannender Bergbaugeschichte hat mir richtig gut gefallen.
Unterschätzt habe ich allerdings die vielen Höhenmeter. Gerade mit schwerem Rucksack waren meine fünf Wandertage teilweise ziemlich anstrengend.
Ich empfehle den Druidensteig allen, die gerne naturnah wandern und abwechslungsreiche Wege mögen. Auch für Einsteiger ins Weitwandern ist er geeignet. Wer allerdings eine gemütliche, flache Tour sucht, ist hier eher falsch.
Mein Tipp: Plane lieber sieben statt fünf Tage ein, damit du unterwegs genügend Zeit für die vielen Sehenswürdigkeiten hast.
Eine weitere wunderschöne Weitwanderung im Westerwald ist übrigens der Natursteig Sieg, dessen Wegabschnitte ich auf dem Druidensteig teilweise sogar gekreuzt habe. Mit 14 Etappen ist er deutlich länger und landschaftlich noch etwas waldiger.

Offenlegung: Diese Wanderung fand in Kooperation mit Westerwald Touristik statt. Gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des Förderprogramms Transformation der Tourismusregionen 2026. Die Inhalte und meine persönliche Meinung, die ich hier wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.






