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Gorges du Fier und Chateau de Montrottier
Alles Wissenswerte über die beiden Annecy Highlights, die über den Wanderweg Chemin des Chateaux perfekt kombinierbar sind

Das Märchenschloss Chateau de Montrottier und die beeindruckende Schlucht Gorges du Fier sind ein herausragendes Ausflugsziel ab Annecy.

Nur 10km von der malerischen Altstadt von Annecy entfernt liegen die beiden Highlights direkt nebeneinander und sind durch einen einfachen Wanderweg miteinander verbunden.

Wir sind auf dem sogenannten Chemin des Chateaux (dt. Weg der Schlösser) spazieren gegangen und haben erst die Schlucht der Fier und anschließend das Schloss von Montrottier besucht.

Hier findest Du alle Infos zu diesem Spaziergang sowie alles Wissenswerte zu den beiden Sehenswürdigkeiten Gorges du Fier und Chateau de Montrottier.

Jan auf den Holzstegen und über dem Abgrund der Gorges du Fier
Jan auf den Holzstegen der Gorges du Fier
Linda im Schlossgarten des Chateau de Montrottier
Schlossgarten des Chateau de Montrottier

Gorges du Fier

Gorges du Fier Überblick

Die Gorges du Fier wurde vor etwa 20.000 Jahren, während der letzten Eiszeit, durch den Fluss Fier geschaffen, der sich seinen Weg durch den Fels bahnte.

Info: Der Fier entspringt auf knapp über 2000m, an der Nordflanke des Berges Mont Chavin in den Savoyer Alpen und mündet 72km später in den Rhone. Auf der Hälfte seiner Fließstrecke hat er diese beeindruckende Schlucht gebildet.

Hinweistafel und Überblick Hinweistafel über die Gorges du Fier
Hinweistafel und Überblick Hinweistafel über die Gorges du Fier

Besuch der Gorges du Fier

Hinter dem Kassenhäuschen geht es direkt auf die Holzstege, die uns Besucher entlang der Schlucht führen. Bevor der spektakuläre Weg zwischen den hohen Felsen der Schlucht verschwindet, haben wir nochmals einen schönen Blick nach Osten über den Wildbach.

Dann zwängt sich das Flüsschen zwischen die gigantischen Kalksteinfelsen und die Holzstege führen oberhalb ins Innere der Schlucht. Unter unseren Füssen ist der Fier mal ein tosender Strom, mal ruhig oder in kleinen Pools und Wasserfällen unterwegs.

Info: Die wirklich spektakulären Holzstege wurden 1869 fertiggestellt. Entlang des Weges findest Du verschiedene, schöne schwarz-weiss Fotos von damaligen „Touristen“. Jede Wintersaison, wenn die Schlucht geschlossen ist, werden übrigens ca. 20% der Stege renoviert.

Jan und Linda auf den Holzstegen der Gorges du Fier
Gorges du Fier
Eingang in der Gorges du Fier
Eingang in der Gorges du Fier

Etwas weiter im Innern der Schlucht können wir auf einer Skala in der Felswand den Stand des Hochwassers der letzten Jahrzehnte ablesen. 1918 war der Pegelstand bei knapp 26 Metern und somit Meterhoch über den Stegen und unseren Köpfen!

Die Planken führen uns unter einer Strassen- und einer Eisenbahnbrücke durch und dann über Stufen berghoch in einen Info-Bereich. Die Steg-Passage ist hier beendet, ab führt als Wanderweg über Steine und Stufen weiter entlang der Fier nach Westen.

Info: Insgesamt ist die Holzsteg-Passage 250 Meterlang und wir spazieren dort zwischen 20 und 30 Meter über dem tosenden Fluss!

Die interessanten Tafeln (auf französisch und englisch) informieren über das felsige Gelände und die geologische Entstehungsgeschichte der Schlucht.

Messlatte des Pegelstandesin der Gorges du Fier
Messlatte des Pegelstandesin der Gorges du Fier
Linda auf den Holzstegen der Gorges du Fier
Gorges du Fier

Der folgende und letzte Abschnitt verläuft entlang der Mer des Rochers (dt. Meer der Felsen). Wunderschön können wir von oben in eine Art Labyrinth aus Felsspalten und Steinblöcken gucken, durch die sich der Fluss schlängelt.

Am „Roche aux Fées“ (dt. Feenfelsen) ist eine Legende über die Schlucht, sogar auf deutsch, nachzulesen. Die traurige Liebesgeschichte der schönen Prinzessin Diane, dem Grafen des Chateau de Montrottier und ihrem Pagen, der in der Schlucht stirbt.

Am Ende des Felsenmeers können wir noch einen schönen Blick auf den anschließend ganz friedlich dahin fließenden, kleinen Fluss Fier werfen, bevor es auf demselben Weg und über die Holzstege zurück zum Eingang geht.

Gegenüber des Kassenhäuschens, hinter dem Drehkreuz, kannst Du Dir noch ein paar Fotos der Region und besonderer Ereignisse von 1860 bis heute angucken.

Hinweisschild zum Mer des Roches in der Gorges du Fier
Mer des Roches in der Gorges du Fier
Jan blickt auf die großen Steine und Felsen des Mer des Roches in der Gorges du Fier
Mer des Roches in der Gorges du Fier

Infos & Tipps für Deinen Besuch der Gorges du Fier

  • Hunde und Kinderwagen sind nicht gestattet
  • Es ist frisch in der Schlucht, nimm Dir, auch im Sommer, lieber eine dünne Jacke mit
  • Vermeide wenn möglich die Sommerferien und Wochenenden für Deinen Besuch. Beste Zeit, am leersten, ist es am frühen Nachmittag, wenn die Touristengruppen bereits durch sind. Gruppen besuchen normalerweise erst die Gorges du Fier und anschließend das Chateau de Montrottier
  • Toiletten gibt es unweit des Kassenhäuschens, aber nicht mehr hinter dem Drehkreuz, innerhalb der Schlucht

Öffnungszeiten:
Vom 15.03 bis 14.06, täglich von 9.30 Uhr bis 18.15 Uhr
Vom 15.06 bis 31.08, täglich von 9.30 Uhr bis 19.15 Uhr
Vom 01.09 bis 15.10, täglich von 9.30 Uhr bis 18.15 Uhr
Eintrittspreis: € 6.00 pro Person
Weitere Details auf der offiziellen Webseite

Eingang zur Gorges du Fier
Eingang zur Gorges du Fier
Jan auf den Holzstegen der Gorges du Fier
Holzstegen der Gorges du Fier

Chateau de Montrottier

Chateau de Montrottier Überblick

Die wunderschöne, fünfeckige Festung des Chateau de Montrottier steht auf einem kleinen Hügel von 460m Höhe und ist absolut intakt, da sie nie angegriffen oder überfallen wurde. 

Der älteste Teil des Schlosses, die Tour des Religieuses, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde ursprünglich zum Schutz der Region und Bewachung der Strasse von Genf nach Chambéry gebaut.

Der Rittersaal, das Grafenhaus und weitere Gebäude folgten im 14. Jahrhundert, der mächtige Bergfried, in der Mitte der Burg, ist aus dem 15. Jahrhundert.

Im Laufe der Zeit verlor die Burg ihre strategische und militärische Bedeutung und wurde zu einem Wohnsitz. Beginnend mit dem Herzog Amadus VIII. von Savoyen im 15. Jahrhundert bis zu seinem letzten Bewohner, Léon Marès, Anfang des 20. Jahrhundert.

Dank Léon Marès können wir heute das Schloss und seine beeindruckende Sammlung von Gegenständen verschiedenster Epochen und Herkunftsländern bestaunen.

Er starb 1916 ohne Nachkommen und vermachte das Anwesen und seine Besitztümer der Florimontane Academy, die sich verpflichten musste, alles öffentlich zugänglich zu machen und nicht zu verändern.

Interessant: Léon Marès war ein großer Sammler von unter anderem Waffen und Gegenständen aus fernen und exotischen Ländern. Er selbst hat Frankreich jedoch nie verlassen.

Innenhof des Chateau de Montrottier
Innenhof des Chateau de Montrottier
Waffenkammer im Chateau de Montrottier
Waffenkammer im Chateau de Montrottier

Besuch des Chateau de Montrottier

Als Besucher kannst Du das Schloss auf eigene Faust erkunden. Fast alle Räume, Hallen und auch der Garten sind offen und Du kannst Dich frei bewegen. Bei der Einrichtung mancher Räume könnte man denken, dass sein Bewohner gleich zur Tür hineinkommt.

Folgende Räume und Hallen konnten wir eigenständig durchstreifen und haben mir persönlich am besten gefallen:

  • La salle des Chevaliers: Im Rittersaal fanden im Mittelalter Bankette, herrschaftliche Feste und Zeremonien statt. Er hat eine wunderschöne Decke aus Fichtenholz und beeindruckende große Teppiche und Waffen an den Wänden.
  • La salle des faïences: Im alten Sommerspeisesaal des Schlosses ist heute eine interessante Sammlung von Keramik und Dekorationsgegenständen ausgestellt.
  • La salle des bronzes: Vom Innenhof gelangt man in diese Halle, im ältesten Gebäude des Schlosses aus dem 13. Jahrhundert. Hier befinden sich vier bronzene Flachreliefs aus der deutschen Renaissance der Bronzekünstler Peter und Hans Vischer, die zu den bedeutendsten Schätzen des Schlosses gehören.

Interessante Geschichte: Im 16. Jahrhundert schufen Peter und Hans Vischer aus Nürnberg die Bronzereliefs für die Familie Fugger in Augsburg.

Das Kunstwerk wurde durch die italienischen Renaissance beeinflusst (zeigte viele nackte Menschen) und wurde daraufhin von den Auftraggebern abgelehnten, die damit eine Grabeskapelle schmücken wollten. 1530 kaufte die Stadt Nürnberg die Kunstwerke und verschönerte damit ihr Rathaus. 1806 wurden sie verkauft und 1906 erbte sie Leon Mares.

  • Donjon: Knapp 90 Stufen führen innerhalb des imposanten Bergfrieds nach oben. Die Wendeltreppe ist eng aber alle 20 Stufen gibt es einen kleinen Raum, mit weiteren Ausstellungsstücken, um entgegenkommende Menschen vorbeizulassen. Von ganz oben, unter dem Dach, hat man eine 360 Grad Panorama-Aussicht auf die wunderschöne Umgebung.
Ausstellungsstücke im Chateau de Montrottier
Ausstellungsstücke im Chateau de Montrottier
La salle des bronzes im Chateau de Montrottier
La salle des bronzes im Chateau de Montrottier

Schlossführungen im Chateau de Montrottier

Stündlich, auf die halbe Stunde, findet eine kostenfreie, 30-minütige Führung statt. Diese führt in zwei Räume der Tour des Religieuses, die Dir sonst nicht zugänglich sind.

So kannst Du die Salle des armes (dt. Waffenkammer) sowie die Salle des collections orientales, ein Raum voller Sammlerstücke aus fernen Ländern bewundern. Absolut beeindruckend und sehenswert!

Die komplette Sammlung beinhaltet ca. 11000 wirklich interessanter Stücke: über verschiedenster Schuss- und Stichwaffen, orientalischer Kuriositäten bis zu exotischen Tieren, die Léon Marès teilweise auch im Schlossgarten gehalten hat.

Mein Tipp: Auch wenn Du kein Französisch verstehst, solltest Du an den Führungen teilnehmen. Die ausgestellten Sammlerstücke sprechen für sich und innerhalb der Räume befinden sich auch ein paar zusätzliche Informationen auf Englisch.

Arbeitszimmer im Chateau de Montrottier
Arbeitszimmer* im Chateau de Montrottier
Fenster im obersten Stock des Bergfrieds des Chateau de Montrottier
Fenster im obersten Stock des Bergfrieds

*Das Arbeitszimmer ist ausschließlich während einer vorab gebuchter, einstündiger Führung zu besichtigen. Diese Besichtigungen finden nur auf Anfrage statt!

Infos & Tipps für Deinen Besuch des Chateau de Montrottier

  • Nimm Dir ein Picknick für Mittags mit und mach im schönen Schlossgarten Mittagspause
  • Den schönsten Blick auf das Schloss hast Du von unterhalb, vom Wanderweg Chemin des Chateaux
  • Erkunde auch den hintersten Winkel des Schlossgartens. Dort steht, mit einem steinernen Kreuz gekennzeichnet, das Grab von Léon Marès

Öffnungszeiten: Anfang April – Anfang November, Mittwoch bis Sonntag und Feiertage von 10.00 bis 17.30 Uhr. Im Juli & August täglich.
Eintrittspreis: € 10.00 pro Person
Weitere Details auf der offiziellen Webseite

Jan begutachtet die Ausstellungsstücke im Chateau de Montrottier
Ausstellungsstücke im Chateau de Montrottier
Salle des armes im Chateau de Montrottier
Salle des armes im Chateau de Montrottier

Gorges du Fier & Chateau de Montrottier

Chemin des Chateaux

Der einfache Wanderweg Chemin des Chateaux verbindet die Gorges du Fier und das Chateau de Montrottier. Er führt vorbei an allen 3 Parkplätzen und hat inklusive Besichtigung von Schloss und Schlucht eine Länge von ca. 3,5km.

Er ist gut ausgeschildert und hat unterwegs noch 2-3 weitere Informationstafeln über keine Sehenswürdigkeiten entlang der kurzen Strecke, die übrigens eher ein Spaziergang als eine Wanderung ist.

⇨ Hier geht’s zur Streckenführung und weiteren Fotos, aufgezeichnet mit Komoot

Infos zum Wanderweg Chemin des Chateaux, der sowohl zur Gorges du Fier als auch zum Chateau de Montrottier führt
Infos zum Wanderweg Chemin des Chateaux
Infotafeln entlang des Wanderweges Chemin des Chateax
Infotafeln entlang des Wanderweges

Zusatzinfos und Tipps zur Gorges du Fier & Chateau de Montrottier

Wenn Du bis jetzt nur vorhattest, eine der beiden Sehenswürdigkeiten zu besuchen, solltest Du dies nochmals überdenken. Wenn Du schon mal hier bist und beide Highlight so dicht beisammen liegen, lohnt es sich sowohl das Schloss als auch die Schlucht zu besuchen.

Wie lange dauert der Besuch Gorges du Fier & Chateau de Montrottier?

Für die Schlucht brauchst Du ungefähr eine Stunde. Plane für das Schloss Montrottier wenigstens 2 Stunden ein. Spazierst Du auf dem Chemin des Chateaux und verbindest beide Highlights solltest Du 4 Stunden, also einen guten halben Tag, kalkulieren.

Kombiniere den Besuch

Sowohl die Fier Schlucht als auch das Chateau Montrottier sind einen Besuch wert aber perfekt wird der Tag wenn Du beide Highlights kombinierst. Überprüfe die Öffnungszeiten, damit Du nicht irgendwo vor verschlossener Tür stehst. Im Winter (von Anfang November – Ende März) haben beide Sehenswürdigkeiten geschlossen.

Reihenfolge der Besichtigung

Grundsätzlich ist die Reihenfolge egal. Die größere Change auf weniger, andere Menschen hast Du wenn Du mit dem Besuch des Chateau Montrottier beginnst und anschließend, um die Mittagszeit, durch die Gorges du Fier wanderst.

Wir haben es andersherum gemacht und mit der Schlucht begonnen. Da wir außerhalb der Saison und unter der Woche unterwegs waren, hielten sich die Besucherströme in Grenzen.

Chateau de Montrottier oberhalb der Gorges du Fier
Chateau de Montrottier oberhalb der Gorges du Fier

Anreise & Parken

Anreise

Die Gorges du Fier und das Montrottier Schloss befinden sich in Lovagny, ca. 12 Kilometer westlich von Annecy. Du kannst die Schlucht und das Schloss sowohl mit dem Auto als auch (fast) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Annecy aus erreichen.

Mit den Öffis kommst Du von Annecy mit dem Bus Nr.1 bis Poisy und von dort mit der Linie 12 bis zum Dorf Lovagny. Von Dorf sind es zu Fuß ca. 1,3km zum Schloss und ca. 2km bis zum Eingang der Schlucht.

Parken

Vor Ort gibt es 3 mögliche Parkplätze, alle sind kostenfrei.

  1. Oberhalb der Schlucht und am nächstgelegenen zum Schloss (⇨ Lage)
  2. Am westlichen Eingang der Schlucht (⇨ Lage)
  3. Am östlichen Eingang der Schlucht (⇨ Lage)

Meine Empfehlung ist der 3. Parkplatz. Dieser ist am Größten, teilweise schattig und Du solltest eigentlich immer einen Parkplatz finden. Von dort sind es barrierefreie 4 Minuten zum Eingang der Gorges du Fier.

Solltest Du die Rundwanderung machen und beide Highlights besuchen, wanderst Du in diesem Fall anfangs berghoch und am Ende Deines Besuches bergab.


Fazit zur Gorges du Fier & Chateau Montrottier

Der Besuch der Schlucht Gorges du Fier sowie des Schlosses Chateau de Montrottier solltest Du auf keinen fall verpassen wenn Du in Annecy und Umgebung bist.

Parke Dein Auto auf dem Hauptparkplatz der Schlucht und kombiniere beide Highlights auf dem einfachen und gut ausgeschilderten Chemin des Chateau, für einen herausragenden Ausflugstag.

Mein Tipp: Wenn Dir dieses Schloss gefallen hat, verpasse nicht das auf der anderen Seeseite gelegene Chateau Menthon Saint Bernard. Das Adelsgeschlecht von Menthon war übrigens kurzzeitig auch mal Herr über das Chateau de Montrottier.



Lust auf Berge, aber keine Ahnung, wohin?

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    Linda steht auf einem Berghang und blickt auf den türkisfarbenen Lago d'Apsoi, umgeben von steilen Felswänden.