10 traumhafte Mehrtageswanderungen in der Schweiz
Welche Route passt zu Dir?
Die Auswahl an schönen Fernwanderwegen ist in der Schweiz echt groß und fast alle sind landschaftlich super schön und oft auch mit dem ÖV flexibel planbar.
Ich habe die meisten der hier vorgestellten Touren komplett erwandert, einige davon allerdings nur auf einzelnen Tagesetappen, denn das dichte und verlässliche ÖV-Netz in der Schweiz macht spontane Abkürzungen, Pausen oder Teiletappen wunderbar einfach.
Meine Auswahl richtet sich bewusst an Wanderer mit mittlerer Erfahrung: also Menschen wie mich, mit guter Grundkondition, die aber keine Klettersteige oder Hochalpin-Erfahrung suchen. Einige der Wege sind auch bestens für motivierte Einsteiger geeignet.
Hier kommen meine persönlichen Top 10 für mehrtägige Wandertouren in der Schweiz – vom Gletscherblick bis zur Hügellandschaft.
1. Chemin des Bisses (Wallis)
Der Chemin des Bisses, oder auch Walliser Suonenweg, beginnt oberhalb von Martigny und führt über mehrere Tage durch das Herz des Wallis bis nach Grimentz, im Val d’Anniviers.
Dieser Weitwanderweg war meine erste Mehrtageswanderung in der Schweiz und hat mich wirklich begeistert! Eine richtige Genießertour!
Du folgst täglich verschiedenen, historischen Suonen. Das sind offene Wasserkanälen, die jahrhundertelang zur Bewässerung der Region dienten.
Die offiziell 7 Etappen verlaufen durch sonnige Rebberge, stille Wälder und alte Walliser Dörfer, oft mit traumhaften Ausblicken auf die Rhone-Ebene.
Da der Weitwanderweg auf der sonnigen Seite des Rhônetals verläuft, meist in mittlerer Höhe, kannst Du ihn normalerweise schon im Frühsommer bis weit in den Herbst hinein begehen.
Die Etappen sind auch nicht allzu lang und haben nur moderate Höhenmeter, ideal also auch für alle, die noch nicht so viel Wandererfahrung mitbringen.
Etappen: 7 | Kilometer: ca. 100 | Schwierigkeit: Leicht – Mittel |
⇨ Detaillierte Infos zum Chemin des Bisses

2. Via Berna (Kanton Bern)
Die Via Berna startet im jurassischen Bellelay und führt auf rund 300 Kilometern quer durch den ganzen Kanton Bern bis zum Sustenpass.
Ich bin das Teilstück von Thun nach Grindelwald (⇨ ein wirklich toller Abschnitt) als siebentägige Mehrtagestour gewandert und habe andere Stücke als einzelne Tagesetappen gemacht.
Die Via Berna ist ein echtes Abenteuer für alle, die sich langsam steigern wollen: Sie beginnt in sanften Hügellandschaften und führt bis zu hochalpinen Pässen. Unterwegs kommst Du durch Moorlandschaften, über Alpweiden, vorbei an Wasserfällen und glasklaren Bergseen.
Dank der guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr lässt sich die Via Berna problemlos in einzelne Abschnitte unterteilen. So kannst Du je nach Kondition gezielt Etappen auswählen oder, wie ich es gemacht habe, kürzere Wanderwochen einlegen.
Mein persönliches Highlight ist übrigens Etappe 15, von der Schyniger Platte nach Grindelwald First: einfach nur mega, aber nichts für Wanderanfänger.
Etappen: 20 | Kilometer: ca. 300 | Schwierigkeit: Mittel |
⇨ Detaillierte Infos zur Via Berna

3. Vier-Quellen-Weg (Gotthardmassiv)
Diese Tour beginnt auf dem Oberalppass und führt Dich über rund 85 Kilometer zu den Ursprüngen der vier großen Flüsse der Schweiz: Rhein, Reuss, Rhone und Ticino.
Der Vier-Quellen-Weg ist dank Bushaltestellen an den jeweiligen Etappenzielen sowohl als fünftägige Mehrtageswanderung als auch für einzelne Tagestouren möglich.
Die Route führt über historische Pässe, an Gletschern entlang und durch stille Hochalpentäler: spektakulär und zugleich meditativ.
Da der höchste Punkt des Vier-Quellen-Wegs, der Piz Giübin nur knapp unter 2800m liegt, solltest Du etwas Erfahrung beim Wandern im alpinen Bereich unbedingt mitbringen und ausschließlicj im Hochsommer wandern.
Besonders eindrucksvoll fand ich den aussichtsreichen Sentiero alto Bedretto auf der 3. Etappe sowie den Blick auf den leider schwindenden Rhonegletscher am Ende von Etappe 5.
Etappen: 5 | Kilometer: ca. 85 | Schwierigkeit: Mittel |
⇨ Detaillierte Infos zum Vier-Quellen-Weg

4. Aletsch Panoramaweg (Wallis)
Der Aletsch Panoramaweg startet auf der Bettmeralp und folgt über 3 Etappen dem Rand des Aletschgletschers bis nach Belalp. Besonders beliebt, vor allem für Tageswanderungen ist der mittlere Abschnitt von der Bettmeralp zur Fiescheralp oder umgekehrt.
Ich war schon mehrfach rund um den größten Gletscher der Alpen unterwegs und habe diese traumhaft Mehrtageswanderung in verschiedenen, einzelnen Etappen und zu verschiedenen Jahreszeiten erlebt: Wirklich ein Traum, egal wann!
Du wanderst über aussichtsreiche Höhenwege, durch Lärchenwälder und über Hochebenen, immer begleitet vom Blick auf den größten Gletscher der Alpen.
Diese Schweizer Mehrtagestour ist besonders beliebt, weil sie spektakuläre Ausblicke mit relativ moderaten Tagesetappen kombiniert und an einem Wochenende zu bewältigen ist.
Mein Tipp: meide die Sommerferien und Wochenenden, um den Touristenmassen und Tagesausflüglern auszuweichen.
Etappen: 3 | Kilometer: ca. 30 | Schwierigkeit: Leicht – Mittel |
⇨ Detaillierte Infos zum Aletsch Panoramaweg

5. Via Engiadina (Graubünden)
Die Via Engiadina ist der Höhenwegklassiker vom Ober- ins Unterengadin. Er beginnt in Maloja und folgt der Sonnenseite des Unterengadins bis nach Vinadi an der Grenze zum Tirol.
Ich bin die etwas tiefer im Tal verlaufenden 4-tägige Winter-Variante von Zernez nach Scuol gewandert und fand die Mischung aus malerischer Landschaft mit Engadiner Kultur einfach toll!
Die sommerliche Höhenroute führt oberhalb des Inns durch typische Engadiner Dörfer, über blumenreiche Wiesen und durch lichte Arvenwälder. Stets im Blick: die Engadiner Dolomiten und das breite Tal mit dem türkisblauen Inn.
Wer Ruhe, Natur und die Mischung aus alpiner Landschaft und romanischer Kultur sucht, wird diese Tour lieben, die aufgrund ihres alpinen Charakters aber nicht für Wanderanfänger geeignet ist.
Etappen: 12 | Kilometer: ca. 160 | Schwierigkeit: Mittel – Schwer |
⇨ Detaillierte Infos zur Via Engiadina

6. Walserweg (Graubünden)
Der Walserweg Graubünden führt quer durch den Kanton und verbindet authentische Walserdörfer. Viele davon liegen abgelegen, ohne Strom oder fließendes Wasser und wirken wie aus der Zeit gefallen.
Ich bin den gesamten Weg noch nicht am Stück gewandert, aber Tagestouren, vor allem rund um Arosa und Davos. Dort bin ich schon öfter unterwegs gewesen und jedes Mal begeistert von der Kombination aus wilder Landschaft, historischen Pfaden und den kleinen, urtümlichen Siedlungen.
Die Walser kamen im 13. Jahrhundert über die Alpenpässe und hinterließen bis heute sichtbare Spuren: dunkle Holzhäuser, enge Gassen, Dialekte, die man sonst nirgendwo hört und ein Gefühl von echter Ursprünglichkeit.
Anders als viele andere Fernwanderwege ist der Walserweg weniger bekannt und genau deshalb ideal, wenn Du die Schweiz fernab der Touristenströme entdecken willst.
Etappen: 19 | Kilometer: ca. 300 | Schwierigkeit: Mittel-schwer
⇨ Detaillierte Infos zum Walserweg


7. Jura Höhenweg (Westschweiz)
Der Jura-Höhenweg, auch bekannt als Chemin des Crêtes du Jura, verläuft von Dielsdorf bei Zürich bis nach Nyon am Genfersee durch eine ruhige, wellige und sehr grüne Landschaft.
Diese Route bietet keine schroffen Gipfel, dafür endlose Horizonte, Blumenwiesen, Kalksteinfelsen und Tannenwälder und immer wieder wunderschöne Aussichten auf die Alpen, den Schwarzwald und Vogesen.
Diese schweizer Mehrtageswanderung ist perfekt geeignet für Frühling oder Herbst, wenn in den Alpen noch oder schon Schnee liegt. Wer gerne in der Natur unterwegs ist, aber keine Hochalpen braucht, wird sich hier pudelwohl fühlen.
Ein Highlight ist ohne Frage der Creux du Van, ein imposanter, natürlicher Felsenkessel im Kanton Neuchâtel, der 1200 Meter breit, 500 Meter tief und von bis zu 160 Meter hohen senkrechten Felswänden umgeben ist.
Aber lass Dich vom Namen Höhenweg nicht täuschen, auch hier sind täglich einige Höhenmeter zu wandern, da der Weg durch mehrere Schluchten und Täler führt.
Etappen: 16 | Kilometer: ca. 320 | Schwierigkeit: Leicht – Mittel |
⇨ Detaillierte Infos zum Jura-Höhenweg

8. Via Alpina
Die Via Alpina ist der Klassiker unter den Schweizer Fernwanderwegen und führt auf rund 390 Kilometern von Sargans im Osten der Schweiz bis nach Montreux am Genfersee, im Westen des Landes.
Wer, wie ich, oft in der Schweiz wandert, ist auch bestimmt schon einzelne Streckenabschnitte gewandert, wusste es nur vielleicht nicht.
Die Schweizer Via Alpina führt Dich durch sechs Kantone, über 14 Alpenpässe und bietet einen unvergleichlichen Querschnitt durch die Schweizer Alpenwelt.
Du wanderst durch tiefe Täler, über spektakuläre Grate, vorbei an Gletschern, Alpweiden und Seen und durch einige der bekanntesten Bergorte der Schweiz wie Grindelwald oder Adelboden.
Beliebte Highlights sind die Etappen rund um den Oeschinensee und das große Finale am Rocher de Naye, mit seinem traumhaften Ausblick über den Genfersee und die umliegenden Weinberge.
Etappen: 20 | Kilometer: ca. 390 | Schwierigkeit: Mittel – Schwer |
⇨ Detaillierte Infos zur Via Alpina

9. Weg der Schweiz (Zentralschweiz)
Der Weg der Schweiz umrundet den Urnersee, den südlichsten Arm des Vierwaldstättersees. Die geschichtsträchtige Route im Herzen der Schweiz gehört zu den bekanntesten Rundwanderwegen des Landes.
Mit „nur“ 35 Kilometern wäre die Strecke zwar theoretisch an einem Tag machbar. Ich empfehle Dir aber, Dir ein ganzes Wochenende Zeit zu nehmen und zwei Übernachtungen einzuplanen.
Highlights sind die Tellplatte mit ihrer Tellkapelle sowie die eher unscheinbare Rütliwiese, die als Wiege der Schweiz gilt. Hier soll 1291 der legendäre Schwur der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden stattgefunden haben.
Besonders im Frühling oder Herbst entfaltet die Route ihren ganzen Charme, wenn es ruhiger ist und die Farben besonders leuchten.
Die Tour ist ideal für Einsteiger:innen und Familien, mit vielen Möglichkeiten zur Unterbrechung oder Rückfahrt per Boot und eigentlich ein Muss für jeden Schweizer.
Etappen: 2–3 | Kilometer: ca. 35 | Schwierigkeit: Leicht
⇨ Detaillierte Infos zum Weg der Schweiz

10. Sentiero Lago di Lugano (Tessin)
Eine wirklich tolle und aussichtsreiche Mehrtagesroute ist der Sentiero Lago di Lugano. Er verläuft in 9 Etappen im Südtessin, großflächig rund um die Städte Lugano und Mendrisio.
Diese Tour ist ein wunderbarer Mix aus mediterranem Flair, Kastanienwäldern, kleinen Dörfern, Aussichtspunkten und kulturellen Highlights. Du wanderst unweit (oder auf) der italienischen Grenze, mit Blick auf den Luganer See zur einen und den Lago Maggiore zur anderen Seite.
Mein Highlight ist die berühmte Gratwanderung vom Monte Lema zum Monte Tamaro sowie die vielen Aussichtsberge (z.B. Monte Generoso oder Monte Brè) am Luganersee.
Dank der vielen Bushaltestellen und Bahnverbindungen habe ich die Etappen als einzelne Tagesetouren absolviert. Die perfekte Jahreszeit ist übrigens der Frühling, um das milde Klima und die Blütenpracht des Tessins voll auszukosten!
Etappen: 9 | Kilometer: ca. 75 | Schwierigkeit: Leicht – Mittel |
⇨ Detaillierte Infos zum Sentiero Lago di Lugano

