Route Napoléon Sehenswürdigkeiten
Roadtrip auf einem Klassiker der französischen Alpenrouten
Die Route Napoléon ist, genau wie die Route des Grandes Alpes, ein Klassiker unter den französischen Alpenrouten; ein beliebter und herausragender, alpiner Roadtrip in Südfrankreich.
Immer entlang der historischen Marschroute Napoléons führt der Weg von Antibes an der Côte d’Azur durch die Provence bis nach Grenoble, in die französischen Voralpen.
Anders als der Feldherr im 19. Jahrhundert können wir diese wunderschöne Strecke bequem im Auto, auf dem Motorrad und sogar mit dem Wohnmobil abfahren.
Ich selbst habe die Route eher zufällig entdeckt, ein kleines Schild am Straßenrand machte mich neugierig. Seitdem sind wir sie mehrfach gefahren, immer in Etappen und jedes Mal aufs Neue begeistert: ein toller Mix aus Geschichte, Natur und französischem Lebensgefühl.
In diesem Artikel zeige ich Dir die schönsten Sehenswürdigkeiten und Highlights entlang der Route Napoléon, ergänzt mit persönlichen Eindrücken, echten Tipps und allem, was Du für Deine eigene Reise wissen solltest.
Route Napoléon – Streckeninfos und Übersichtskarte
Die 335km vom Mittelmeer bei Cannes bis nach Grenoble verlaufen größtenteils über die Nationalstraße N85 (Route nationale 85), die seit 1932 auch den Beinamen „Route Napoléon“ trägt. Natürlich kann die Route genauso gut in die andere Richtung befahren werden.
Die durchgehend asphaltierte Straße ist für Autos, Motorräder und auch Wohnmobile geeignet. Es gibt keine hohen Pässe zu überwinden und nur wenige enge Kurven. Der schöne Roadtrip ist auch im Winter befahrbar, die sieben zu überwindenden Pässe haben keine Wintersperre.
Grundsätzlich ist die Napoleon Route in einem Tag machbar, aber wenn Du kannst, solltest Du wegen der Schönheit der Strecke und der sehenswerten Orte und Städte am Wegesrand wenigstens 3 Tage einplanen.
⇨ siehe meinen Vorschlag für eine 3 Tage Route.
Infos für Wohnmobile: Die sogenannte Rampe de Laffrey, die Talabfahrt von Laffrey nach Vizille, ist für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen und 2,60 Meter Höhe nicht zugelassen. Es gibt jedoch eine Ausweichstrecke für den „Schwerverkehr“.
Route Napoléon Sehenswürdigkeiten
Die Strecke von Golfe Juan an Frankreichs azurblauer Mittelmeerküste bis in die Alpen nach Grenoble ist ein wunderschöner Roadtrip. Die 355km sind grundsätzlich in einem Tag machbar, doch dann würde man viele der wunderschönen Streckenhighlights verpassen.
Neben den wunderschönen Dörfern und Städten verläuft die Route durch Nadelwälder, imposante Felsformationen und Jasminfelder sowie den Regionalen Naturpark Verdon.
Hier findest Du Kurzinfos zu den Orten und Städten entlang der herausragenden Route von Süden nach Norden.
Cannes
Die Stadt Cannes liegt wunderschön an der Côte d’Azur und umgibt sich mit einem Flair von einzigartigem Reichtum und Luxus.
Dies begann in den 1830er-Jahren, als französische und ausländische Adelige das einstige Fischerdorf entdeckten und hier ihre Ferienhäuser bauten.
Bis heute gilt Cannes als Treffpunkt der Reichen und Schönen und hat sich einen mondänen Charakter erhalten.
Besonders gerne schlendere ich über die zwei Kilometer lange, mit Palmen gesäumte Uferpromenade Croisette.
Entlang der Promenade reihen sich internationale Luxushotels an. Dazwischen Restaurants (von günstig bis exklusiv), Casinos, Bars und Boutiquen. Besonders toll finde ich den Mix aus Touristen, Einheimischen und den „Möchtegern-Schönen“, die sich hier zur Schau stellen.
Gut, dass es überall Sitzgelegenheiten gibt, die perfekt geeignet sind, um das bunte Treiben bei einem Eis zu beobachten.
Nah des östlichen Endpunktes der Seepromenade, am Pointe Croisette, befindet sich der berühmte Palais des Festivals et des Congrès, in dem jährlich im Mai das Festival de Cannes stattfindet und die „Goldene Palme“ verliehen wird.
Grasse
20km nördlich von Cannes, liegt die Stadt Grasse, im Hinterland der Côte d’Azur. Sie hat den Ruf als „Welthauptstadt des Parfüms“.
Als Handlungsort des Romans Das Parfum von Patrick Süskind erlangte sie weltweite Bekanntheit.
Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist dementsprechend auch das internationale Parfümeriemuseum, das über die Geschichte der Parfümproduktion informiert.
Aber auch die malerische Altstadt, mit ihren schalen Gassen, rund um die Kathedrale Notre Dame de Puy ist sehenswert.
Ein weiterer Beiname von Grasse ist „Balkon des Mittelmeers“. Vollkommen zurecht, denn dank der erhöhten Lage bietet die schöne Stadt viele, unglaublich tolle Ausblicke auf die unter ihr liegende Côte d’Azur.
Mein Ausflugstipp: Nur ein paar Kilometer nördlich von Grasse liegt die wunderschöne Gorges du Loup. Solltest Du Zeit haben, empfehle ich einen Tagesausflug in die wunderschöne Wolfsschlucht.

Castellane
Etwa eine Stunde nordwestlich von Grasse liegt einer meiner Lieblingsorte entlang der Route Napoléon: Castellane. Ich liebe diesen kleinen Ort, weil er so malerisch zwischen den Bergen liegt und gleichzeitig das Tor zur imposanten Verdon-Schlucht bildet.
Mein absolutes Highlight ist die Kapelle Notre-Dame du Roc, die hoch oben auf einem 184 Meter hohen Kalksteinfelsen über dem Dorf thront. Ich war schon mehrmals dort oben, und jedes Mal ist der Ausblick einfach nur beeindruckend.
Der Weg startet direkt hinter der Kirche im Ortszentrum. In rund 30 Minuten geht es über einen teils recht steilen Pfad nach oben, aber die Anstrengung lohnt sich. Oben angekommen stehe ich jedes Mal aufs Neue staunend vor der Kulisse: die Aussicht über das Tal und das Dorf ist einfach spektakulär.
Wenn ich wieder unten bin, lasse ich mich gern durch die Altstadt rund um den Hauptplatz Marcel Sauvaire treiben.
Die engen Gassen, die alten Steinhäuser und die Überreste der früheren Festung wie der fünfeckige Turm oder das Stadttor mit der Uhr erzählen Geschichte. Ich entdecke bei jedem Besuch neue Details, die ich vorher übersehen habe.
Digne-les-Bains
50km nordöstlich von Castellane, entlang der wunderschönen Route Napoléon, erreicht man Digne-les-Bains. Die Stadt liegt etwa auf der Hälfte zwischen Grenoble und Cannes, in einer malerischen Mittelgebirgslandschaft.
Bereits seit dem 4. Jahrhundert besteht hier das Bistum Digne. Die Kathedrale Saint-Jérome aus dem 15. Jahrhundert thront auf dem höchsten Punkt der Stadt.
Als Besonderheit der ehemaligen Kathedrale Notre-Dame du Bourg, gelten die Glasfenster, die ihre Farbe mit dem Blickwinkel wechseln.
Die Kleinstadt in der Haute Provence ist auch als historische Hauptstadt des Lavendels bekannt.
Jedes Jahr im August findet hier das 5-tägige Lavendelfest statt. Korsos mit geschmückten Kutschen, Märkte mit lokalen Erzeugnissen, Aufführungen, Konzerte, Bälle und Feuerwerke prägen während des Festes das Stadtbild.
Sisteron
Die Stadt Sisteron, 40km nordöstlich von Digne-les-Bains auf der Route Napoléon, ist definitv ein Highlight der Haute-Provence.
Der schöne Ort trägt den Beinamen „Tor zur Provence“, da sie an einer Engstelle im Durancetal liegt.
Strategisch günstig auf einer Höhe von 550m auf einem Felsen an der Einmündung des Flusses Buëch in die Durance thront die Zitadelle von Sisteron, die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt.
Neben einer traumhaften Aussicht findet man heute in dem militärischen Bauwerk beherbergt ein Museum, das sich ganz der napoleonischen Epoche widmet und eine Sammlung von Pferdekutschen.
Die Brücke von Sisteron wurde im 13. Jahrhundert errichtet und war die erste steinerne Brücke über die Durance.
Gap
Weitere 50km nach Norden liegt die 40000 Einwohner Stadt Gap, die Hauptstadt und größte Stadt des Départements Hautes-Alpes. Gap liegt auf einer Höhe von 735 Metern und ist somit die höchstgelegene Präfekturstadt Frankreichs.
2002 wurde Gap zur Alpenstadt des Jahres gekürt, da sich die Stadt für nachhaltige Entwicklung und die Umsetzung der Alpenkonvention einsetzt.
Sehenswert ist der historische Stadtkern mit dem malerischen Platz Jean Marcellin und der schönen Fassade mit schmiedeeisernen Balkonen des Rathauses aus dem 18. Jahrhundert.
Höchstes Gebäude der Stadt ist die Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Arnoux, dank des dominierenden, 70m hohen Glockenturms.
Grenoble
Endstation der schönen Route Napoléons ist 100km nördlich von Gap in Grenoble. Mit 160000 Einwohnern ist Grenoble heute die größte am Hochgebirge liegende Stadt der Alpen. 2022 wurde sie als grünste Stadt Europas ausgezeichnet.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde die Grenze nach Westen verschoben und um Grenoble zu schützen, wurde das Verteidigungssystem Barrière de fer, bestehend aus sechs Forts gebaut. Diese sind heute alle noch erhalten und können besucht werden.
Eines davon, das Fort de la Bastille, ist heute Hauptsehenswürdigkeit von Grenoble. Es bietet den besten Panoramablick über die Stadt. Erreichbar ist die Festung seit 1934 mit der ältesten, städtischen Seilbahn Europas, sowie drittälteste der ganzen Welt.
In der schönen Altstadt befindet sich die Kathedrale Notre-Dame, welche nach der Bastille das bekannteste Bauwerk in Grenoble ist.
Das Musée de Grenoble beherbergt nach den Museen in Paris und Lyon die drittgrößte Kunstsammlung Frankreichs.
Zusätzlich zu den Ausstellungen aus den verschiedenen Epochen von der Antike bis heute, gibt es eine Bibliothek und einen Park, in dem zahlreiche moderne Skulpturen stehen.
3-Tage Route ⇨ Übernachtungsvorschläge
Mein Vorschlag für die Fahrt auf der Route Napoleon sind 3 Tage. Mit An- und Abreise nach Cannes und Grenoble wären das insgesamt 5 Tage.
Das gibt Dir die Möglichkeit, die wunderschöne Umgebung noch ein bisschen zu erkunden und eventuell noch ein-zwei Abstecher zu unternehmen. Mein Vorschlag wäre wie folgt:
Tag 1: Anreise nach Cannes und Erkundung der Stadt
⇨ Palais Miramar Imperial Croisette
Tag 2: Cannes – Castellane
⇨ Nouvel Hôtel du Commerce
Tag 3: Castellane – Sisteron (Zeit für Abstecher in die Verdun Schlucht)
⇨ Grand Hôtel du Cours
Tag 4: Sisteron – Grenoble
⇨ Hôtel Victoria
Tag 5: Erkundung von Grenoble und Abreise
Route Napoléon für Wanderer
Leider gibt es keine komplett durchgängig beschilderte Wanderroute für die Route Napoléon. Zwischen Grasse und Sisteron existiert jedoch ein ca. 165km langer Wanderweg.
Der GR406 liegt immer nah an Napoleons Route, vermeidet jedoch asphaltierte Straßen und verwendet stattdessen schönere Wege.
Länge: 166 / Höhendifferenz: 5844m / Zeit: 10 Etappen

Route Napoléon – Geschichte (Kurzfassung)
Ende Februar 1815 verließ Napoléon Bonaparte mit ca. 1000 Verbündeten seinen Verbannungsort auf der Insel Elba.
3 Tage später, am 1. März 1815 landete er in Golfe Juan, bei Antibes, an der Côte d’Azur. Kein Jahr nach seiner erzwungenen Abdankung wollte er zurück an die Macht und nach Paris.
Statt der naheliegenden und einfacheren Route durch das Rhônetal, wählte Napoleon die schwierigere Variante durch die Berge, wo er mit weniger bis keinem Widerstand königstreuer Städte rechnete.
Von der Mittelmeerküste ging es für den Kaiser und sein Gefolge in einem siebentägigen Gewaltmarsch, 335km bis nach Grenoble.
Von Grenoble ging es, unterstützt von Triumphrufen des Volkes, weiter nach Paris, wo er am 20. März 1815 einzog.
Damit begann die sogenannte Hundert Tage Herrschaft, die mit der Schlacht von Waterloo am 22. Juni 1815 und der Abdankung Napoléons endete. Er wurde erneut verbannt, diesmal auf die Insel St. Helena und starb dort ca. 6 Jahre später.
Der berühmte Marsch Napoleons, vom Mittelmeer in die Alpen, ist auch als Vol d’Aigle (deutsch: Adlerflug) bekannt.
Benannt nach dem napoleonischen Wappenadler und bezugnehmend auf des Kaisers Ausspruch: Der Nationaladler wird von Kirchturm zu Kirchturm fliegen bis zu den Türmen von Notre-Dame.
1932 wurde zum Gedenken an diese kühne Tat, die Route Napoleon, wie wir sie heute kennen, eröffnet. Die 335km lange Route, deckt sich mit der N85 (Route National 85) und ist mit dem kaiserlichen Adler markiert.
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FAQ’s zu den Route Napoléon Sehenswürdigkeiten
Wo beginnt die Route Napoleon?
Startpunkte für die Route Napoleon ist der kleine Badeort Golfe-Juan, zwischen Antibes und Cannes an der Côte d’Azur im Süden und Grenoble im Départements Isère, in den Alpen, im Norden.
Wie lang ist die Route Napoleon?
Die Route Napoleon von Antibes bis nach Grenoble beträgt 335km. Eine Strecke, die Napoleon und sein Gefolge in einem 7-tägigen Gewaltmarsch absolvierten.