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Col du Mont Cenis
Alles Wissenswerte über die Festungen, Wanderungen und den malerischen Stausee auf dem beliebten Grenzpass

Der geschichtsträchtige, italienisch-französische Alpenpass Col du Mont Cenis ist verständlicherweise ein beliebtes Ziel für Wanderer, Mountainbiker und Wochenendausflügler.

Auch ich habe diesen Grenzpass bereits mehrfach überquert, aussichtsreiche Wanderungen gemacht und anschließend im Camper am Seeufer übernachtet. Jedes Mal auf’s neue, bin ich begeistert!

Rund um den Stausee Lac du Mont Cenis gibt es verschiedenste Wanderwege aller Schwierigkeitsgrade; etwas für jedes Fitnesslevel.

Hier findest Du alle Informationen zu den Ruinen militärischer Festungen und Wanderungen am wunderschönen Alpenpass Col du Mont Cenis.

Col du Mont Cenis / Mont Cenis Pass – Überblick

Der Col du Mont-Cenis (Colle del Moncenisio auf Italienisch) ist ein Hochgebirgspass des Mont-Cenis-Massiv auf einer Höhe von 2.081m.ü.M. Er trennt cottische Alpen und grajische Alpen, im italienisch-französischen Grenzgebiet.

Der Col du Mont Cenis ist ein sehr belebter und beliebter Durchgang zwischen dem Haute-Maurienne-Tal in Frankreich und dem Susa-Tal in Italien.

Der Pass war von 1860 bis zur Verabschiedung des Pariser Vertrags 1947, die Grenze zwischen Frankreich und Italien. Mit dem Vertrag ging er vollständig an Frankreich über und liegt heute im Departement Savoyen in der Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Im Gegensatz zu den meisten Alpenpässen stürzt dieser nicht sofort auf die andere Seite, sondern mündet in eine riesige Senke. Diese wunderschöne Hochebene, das Mont Cenis Plateau, wird zu großen Teilen von einem Stausee, dem Lac du Mont Cenis, eingenommen.

Linda geniesst den Blick vom Fort de Ronce auf den Stausee auf dem Col de Mont Cenis
Blick vom Fort de Ronce auf den Stausee auf dem Col de Mont Cenis

Die Festungen am Col du Mont Cenis

In den Jahren 1874-1880 bauten die Italiener drei große Festungen, rund um den Col du Mont Cenis: Fort de la Cassa, Fort de Variselle und Fort de Ronce. Zusätzlich entstanden mehrere Batterien und Befestigungen, wie die auf dem Gipfel des Mont Malamot, auf knapp 2900m.ü.M. 

Zwei weitere Panzerbatterien, La Court und Paradiso, wurden Anfang des 20. Jahrhunderts hinzugefügt, während die faschistische Regierung hier einen Teil ihrer unterirdischen Alpenmauer errichtete. 

Linda auf dem Wanderweg oberhalb des Fort de Variselle auf dem Col du Mont Cenis
Wanderweg oberhalb des Fort de Variselle auf dem Col du Mont Cenis

Das Fort de Variselle wurde 1909 / 1910 als Ziel für Artillerie-Feuertests genutzt und erlitt dabei schwere Schäden. Die Kasematten stürzten fast vollständig ein.

Angesichts der geringen Widerstandsfähigkeit der steinernen Bautechnik gegenüber den neuen Artilleriewaffen wurden die Forts Variselle, Ronce und Cassa anschließend aus der Gruppe der aktiven Befestigungen entfernt.

Sie dienten seitdem nur noch als Lager und Unterkünfte für die in der Gegend stationierten Truppen.

Alle diese Befestigungen befinden sich jetzt auf französischem Territorium, nachdem die Grenzen 1947 verschoben wurden, wodurch Savoyen sein historisches Territorium zurückerhalten konnte.

Jan im nördlichen, zerstörten Zugang durch die Festungsmauern des Fort de Variselle
Nördlicher, zerstörter Zugang durch die Festungsmauern des Fort de Variselle

Fort de Variselle / Forte Varisello

Oberhalb des Damms des Lac du Mont Cenis befindet sich auf einer Höhe von 2106m.ü.M. das Fort de Variselle. Es war die größte der Festungen auf dem Col du Mont Cenis.

Die Artillerie des Fort de Variselle umfasste 27 Kanonen mit einer Reichweite von 6.000m.

Offiziell ist das Betreten verboten! Die wackelige, nur noch mit Brettern gehaltene Zugbrücke ist eine Möglichkeit ins Innere zu gelangen. Sicherer ist der Zugang über die Nordseite. Dort führen schmale Pfade über die Steinhaufen in die teilweise recht gut erhaltenen Gebäude.

Mein Tipp: Taschenlampe nicht vergessen! Aber Achtung: Betreten auf eigene Gefahr!

Innerhalb der Festungsmauern des Fort de Variselle
Innerhalb der Festungsmauern des Fort de Variselle

Fort de Ronce / Forte Roncia

Das Fort de Ronce liegt auf 2286m.ü.M., oberhalb der Passstraße, nördlich des Lac du Mont Cenis. Es war das kleinste der 3 Festungen auf der Hochebene. Es war mit sechs Artilleriegeschützen und Kasematten ausgestattet.

Heute ist es das besterhaltene der 3 Festungen, auch dank der Restaurierungsarbeiten, die im frühen neunzehnten Jahrhundert durchgeführt wurden.

Es kann kostenfrei besichtigt werden und wurde innen mit illustrierenden Tafeln des Gebiets, der Schlachten am Mont Cenis und der angrenzenden Gebiete ausgestattet.

Jan vor dem Eingang zum Fort de Ronce auf dem Col de Mont Cenis
Jan vor dem Eingang zum Fort de Ronce

Fort de la Cassa / Forte Cassa

Wie die anderen beiden Festungen der Mont Cenis Befestigung war das große Fort zweigeschossig, mit fünfeckigem Grundriss. Es befand sich zwischen den beiden anderen Forts, am südlichen Ende des heutigen Stausee.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde dem Verteidigungskomplex eine 400 Meter lange Steinbarriere mit Schutzgraben und 2 festen Brücken hinzugefügt.

Das Fort de la Cassa wurde 1968 abgerissen, um Platz für den Staudamm des künstlichen Lac du Mont Cenis zu schaffen. Nur die Tagliata del Cassa und der Graben davor überlebten den Abriss und sind daher noch sichtbar. 

Überreste des Fort de la Cassa oberhalb des Stausees Lac du Mont Cenis
Überreste des Fort de la Cassa oberhalb des Stausees Lac du Mont Cenis

Lac du Mont Cenis / Mont Cenis Stausee

Früher gab es auf der schönen Hochebene nur einen kleinen Natursee, an dessen Ufer sich ein gut besuchtes Hospiz für Reisende befand.

Der heutige Stausee Lac du Mont Cenis (Lago del Moncenisio auf Italienisch) hat eine Länge von 4500 Metern und eine Kapazität von 320 Millionen Kubikmetern.

Staumauer des Lac du Mont Cenis
Staumauer des Lac du Mont Cenis

Eine erste Staumauer wurde 1921 gebaut, der heutige Staudamm wurde 1968 errichtet und hatte direkte Auswirkungen auf den Pass und seine Hochebene. Seit dem Dammbau stehen der ehemals vorhandene Natursee, jahrhundertealte Almhütten, das Hospiz und sein Priorat unter Wasser.

Unterhalb der wuchtigen Staumauer stehen noch die Ruinen der halbverfallenen Dorfkirche von Grand-Croix. Seit dem Beginn des Staudammbaus im Jahr 1968 wurde das Dorf nach und nach von seinen Bewohnern verlassen.

Ruinenreste des Dorfes Grand Croix unterhalb des Staudamms vom Lac du Mont Cenis
Ruinenreste des Dorfes Grand Croix unterhalb des Staudamms vom Lac du Mont Cenis

An seinem Ostufer, bei Les Fontanettes, gibt es ein kleines historisches Museum. Die 1967 erbaute Pyramide des Mont Cenis Museums beherbergt die Erinnerung an die historischen Ereignisse des Passes. Gebaut auf 2100m.ü.M. ist es eines der höchstgelegenen Museen Europas.

Öffnungszeiten: Ausschließlich im Juli und August von 14:00 – 18:00 Uhr
Eintrittspreis: € 4.00 pro Person

Unterhalb des Museums liegt auf einem Hektar Grundstück der kostenfrei begehbare Alpengarten. Er beherbergt 250, teilweise endemische Arten von Blumen und Pflanzen der Alpen.

Museumspyramide am Col du Mont Cenis
Museumspyramide am Col du Mont Cenis

Wandern am Col du Mont Cenis

Der wunderschöne Alpenpass bietet eine Vielzahl an herausragenden Wanderungen für jedes Fitnesslevel. Viele Wanderwege sind breite Schotterpisten auf alten Militärwegen.

Übrigens: Ich habe bis jetzt noch nie so viele Edelweiß Blumen in den Alpen gesehen, wie hier oberhalb des Fort de Variselle. Einfach unglaublich schön und ungewohnt, wenn Du vor lauter Edelweiß nicht weißt, wo Du den Fuß hinsetzen sollst.

Wichtig: Da sich der Col du Mont Cenis über der Baumgrenze befindet, gibt es keinerlei Schatten. Du musst, vor allem im Sommer, unbedingt viel Wasser und Sonnencreme bei Wanderungen rund um den Pass und Stausee dabei haben.

Edelweiß entlang der Wanderwege oberhalb des Col du Mont Cenis
Edelweiß entlang vieler Wanderwege oberhalb des Col du Mont Cenis

Wanderung von Les Fontainettes zum Fort de Ronce (kurze Streckenwanderung)

Kurz, aussichtsreich und interessant ist die Wanderung bzw. der Spaziergang vom Parkplatz Les Fontainettes zum Fort de Ronce. Ein gut ausgeschilderter, steiler Pfad führt Dich in ca. 30 Minuten zur Festung.

Da es auf dem Rückweg, da es nur bergab geht, brauchst Du für diesen nur ca. 20 Minuten.

⇨ Entfernung: 1.4 km   |   ↑ 160 m   |   ↓ 160 m


Wanderung über den Staudamm zum Fort de Variselle (kurze Streckenwanderung)

Eine breite Schotterstraße führt über den aussichtsreichen Staudamm und anschließend in Serpentinen den Berg bis zum Eingang der Festung nach oben. Diese kurvige Militärstraße kann durch schmale, aber steilere Bergpfade abgekürzt werden.

Insgesamt solltest Du für den Aufstieg ca. 45 Minuten planen und ungefähr 30 Minuten für den Rückweg.

Noch kürzer wird der Wanderweg wenn Du Dein Auto auf der anderen Seite des Staudamms parkst. Die Dammkrone besteht aus gut befahrbarem Schotter.

⇨ Entfernung (hin & zurück): 6 km (Militärstraße) / 4km (Pfad)  | ↑ 130 m   | ↓ 130 m

Haupteingang des Fort de Variselle auf dem Col du Mont Cenis
Haupteingang des Fort de Variselle

Via Alpina (lange Streckenwanderung)

Auch der berühmte Fernwanderweg Via Alpina (der blaue Weg) führt am Col du Mont Cenis vorbei.

Die Etappe D34 der beliebten Weitwanderung führt vom Rifugio Stellina, nach Überqueren des Grenzkamms, entlang des Seeufers durch den verlassenen Weiler Grand-Croix bis zum Etappenziel der Petit Mont Cenis Hütte.

⇨ Entfernung: 18.4 km (one-way)   | ↑ 245 m   | ↓ 602 m


Alta Via Val di Susa (lange Streckenwanderung)

Die Alta Via Val di Susa verbindet Bardonecchia im oberen Susatal mit dem ungefähr 100km Wanderwegstrecke entfernten Colle del Lys im unteren Susatal. Am Col du Mont Cenis verläuft der schöne Höhenwanderweg identisch mit der Route der blauen Via Alpina.

Linda wandert oberhalb des Col de Mont Cenis über eine Wiese mit vielen Edelweis Blumen
Wandern oberhalb des Col du Mont Cenis

Lac du Mont Cenis Umrundung (lange Rundwanderung)

Recht lang, aber sehr einfach zu wandern, ist die Stausee-Umrundung. Die Rundtour verläuft zu Teilen auf den oben genannten Wanderwegen. Ein guter Startpunkt ist der Schotterparkplatz südöstlich der Staumauer.

Von dort geht es unterhalb der Passstraße entlang des nordöstlichen Seeufers bis zum Pyramidenmuseum des Mont Cenis.

Es folgt ein steiler Aufstieg zum beeindruckenden Fort de Ronce. Entlang des aussichtsreichen Höhenweges „Sentier des Deux Mille“ wanderst Du weiter zum nördlichen Ende des Sees.

Über einen Trampelpfad gelangst Du runter zur Passstraße, überquerst diese und gelangst so, am Weiler „La Vachère“, wieder an den See. Die asphaltierte Straße bringt Dich am südwestlichen Ufer zur kleinen Kapelle Saint Barthélemy.

Einfache, breite Schotterpisten führen entlang des Südufers zum Fort de Variselle und von dort zurück über die Staumauer zum Ausgangspunkt.

⇨ Entfernung: 19 km   | ↑ 550 m   | ↓ 550 m |  Details via Komoot

Blick von Nordosten von der Rundwanderung um den Stausee Lac du Mont Cenis
Blick von Nordosten von der Rundwanderung um den Stausee Lac du Mont Cenis

Wanderung vom Fort de Variselle zum Fort de Malamot
(lange Streckenwanderung)

Diese Wanderung ist schwer, da sie 1000 Höhenmeter (ohne Schatten) überwindet, aber technisch sehr einfach, da die Strecke ausschließlich auf alten Militärwegen verläuft. Es gibt viele Abkürzungen entlang des Aufstiegs, die über kleine Bergpfade führen.

Wer die Abkürzungen nutzt, macht weniger Kilometer, wandert jedoch steiler berghoch.

Der Aufstieg verläuft über wunderschöne, blühende Wiesen und Berghänge und wird steiniger je höher Du kommst. Die Ruine des Fort Malamot bietet einen wunderschönen Blick über die gesamte Umgebung des Col du Mont Cenis.

Auch stehen die Chancen gut Steinböcke zu treffen, denn diese haben sich rund um das Fort angesiedelt.

Info: Da die gesamte Strecke auf alten Militärstraßen verläuft, ist diese Route auch bei Mountainbikern sehr beliebt! Motorisierte Fahrzeuge sind jedoch glücklicherweise verboten.

⇨ Entfernung: 12 km   | ↑ 940 m   | ↓ 940 m |  Details via Komoot


Runde oberhalb des Fort de Variselle (mittlere Rundwanderung)

Für wen 1000 Höhenmeter zu viel sind und wer aber trotzdem einen Blick auf das Fort Malamot werfen will, für den eignet sich dieser schöne Rundweg.

Von der Staumauer wanderst Du anfangs berghoch als ob Du zum Gipfel und zur Festung aufsteigen willst. Unterhalb der Abbiegung zum Bergsee Lac Blanc führt ein schöner und aussichtsreicher Bergpfad in großem Bogen auf die mittlere Seehöhe bergab.

Unten angekommen geht es auf breiten Schotterpisten, entlang des Seeufers zurück zum Staudamm.

⇨ Entfernung: 11 km   | ↑ 770 m   | ↓ 770 m |  Beschreibung via Komoot

Linda auf einem Wanderweg auf dem Col du Mont Cenis oberhalb des Forts de Variselle. Im Hintergrund der blaue Stausee und die schroffen Alpen.
Wanderweg auf dem Col du Mont Cenis oberhalb des Forts de Variselle

Winterwandern am Col du Mont Cenis

Auch zum Winterwandern ist der Col du Mont Cenis hervorragend geeignet. Aus Frankreich bringt Dich der Sessellift „La Ramasse“ von Lanslebourg – über die Kehren der Westrampe hinweg schwebend – bis auf knapp 2000 Meter hinauf.

Er endet an einer Kehre der Passstraße, die im Winter zur Skipiste umfunktioniert wird.

Glücklicherweise reicht das französische Skigebiet nicht bis zum Lac du Mont Cenis, sodass Winterwanderer und Schneeschuhläufer das Hochplateau in aller Ruhe genießen können.


Col du Mont Cenis Öffnungszeiten / Wintersperre

Die Passstraße ist nicht das ganze Jahr befahrbar. Auf der französischen Nordseite ist der Pass ungefähr von Mitte Mai Ende Oktober geöffnet. Im Winter wird sie zur Skipiste.

Auf der italienischen Südseite wird die Passstraße das ganze Jahr geräumt und ist dementsprechend das ganze Jahr über geöffnet. 


Die Col du Mont Cenis Passstraße

Als der Teil der wichtigen Verkehrsverbindung Lyon – Turin ist die Mont Cenis Passstraße durchgehend zweispurig ausgebaut und trotz der Alternativverbindung durch den Frejus-Tunnel relativ stark befahren.

Von Lanslebourg-Mont-Cenis in Frankreich sind es 44km auf der Mont Cenis Passstraße bis ins piemontesische Susa. Bei einer maximalen Steigung von 11% ist die Straße auch gut für Wohnmobile und Caravans befahrbar.

Der Scheitelpunkt der Passstraße liegt auf französischer Seite, nördlich des Stausees Lac de Mont Cenis, an dessen Nordostufer die Straße entlang führt.

Seit der Eröffnung der Fréjus-Tunneltrasse wird die Passstraße des Mont Cenis hauptsächlich von Touristen genutzt. Bereits 5 Mal, letztmalig 1999, war die gut ausgebaute Passstraße Schauplatz des Radrennens Tour de France.

Jan wandert auf der alten, steinigen Militärstraße auf dem Wanderweg zum Fort Malamot
Alte Militärstraße auf dem Wanderweg zum Fort Malamot

Parken und Übernachten auf dem Col du Mont Cenis

Camper und Wohnmobile am Col du Mont Cenis

Vor allem für Camper und Wohnmobile ist die wunderschöne Hochebene des Mont Cenis ein Eldorado. Die vielen Militärwege aus Schotter, die das Plateau durchziehen sind, gut befahrbar und das Übernachten erlaubt bis geduldet.

Dementsprechend ist der Bereich rund um den Lac de Mont Cenis im Hochsommer absolut überfüllt. Lieblingsplätze sind hier der Parkplatz am Beginn der Staumauer, der Parkplatz von Les Fontainettes, der Parkplatz bei der Schutzhütte Petit Mt Cenis sowie jegliche Haltebuchten entlang der Passstraße.

Etwas ruhiger und beschaulicher geht es unterhalb des Staudammes, in der Ebene, um das verlassene Dorf Grand-Croix, zu. Auch hier finden sich überall schöne Stellplätze für eine Übernachtung im Camper, Wohnmobil oder Zelt.

Jan auf Campingstühlen sitzend am Seeufer des Lac du Mont Cenis. Übernachten im Camper am Staudamm Parkplatz des Lac du Mont Cenis
Übernachten im Camper am Staudamm Parkplatz des Lac du Mont Cenis

Pensionen / Hotels am Col de Mont Cenis

Auch ohne Camper und Wohnmobil kannst Du auf dem Col de Mont Cenis übernachten. An dem beliebten Ausflugsziel haben sich entlang der Mont Cenis Passstraße verschiedene Unterkünfte etabliert.

Von einer günstigen Übernachtung mit wenig Annehmlichkeiten in einer Herberge bis zum komfortablen Hotel sind hier verschiedene Möglichkeiten zu finden.

So sind zum Beispiel, Richtung italienischer Grenze, im Sommer die Hotel & Restaurant Gran Scala und Le Malamot geöffnet. Mittig des Stausees, fast am Wasser, gibt es alternativ die Herberge Le Toet.


Geschichte des Col du Mont Cenis – Kurzfassung

Einige Historiker glauben, dass bereits Hannibal mit seinen Elefanten den Col du Mont Cenis nutze. Bewiesen ist dies aber nicht und auch andere Alpenpässe beanspruchen dieses Ereignis für sich.

Sicher ist jedoch, dass sowohl Konstantin der Erste im Jahr 312 als auch Karl der Große 773 mit ihren Armeen den Pass überquerten. Kaiser Heinrich IV tat dies 1077 sogar im Winter, auf seinem berühmten Bußgang nach Canossa.

Der Col du Mont Cenis war vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert einer der meistgenutzten und befahrenen Alpenpässe.

Napoleon I ließ zwischen 1802 und 1805 die Passstraße ausbauen, um die militärischen Verbindungen zu verbessern. 1868 baute er auch eine Eisenbahnstrecke parallel zur Straße, deren Reste man heute noch in Form von Tunneln, Galerien und Trassenresten sehen kann.

3 Jahre nach der Inbetriebnahme, nach der bei der Eröffnung des Fréjus-Eisenbahntunnels, wurde die Bahnstrecke überflüssig und wieder abgebaut. 

Alter Eisenbahntunnel entlang der Passstraße zum Col du Mont Cenis
Alter Eisenbahntunnel entlang der Passstraße zum Col du Mont Cenis

Als 1860 Savoyen an Frankreich fiel, wurde der Mont Cenis zu einem Grenzpass und mit mehreren Festungen von den Italienern zur Verteidigung aufgerüstet.

Zwischen 1874 und 1880 entstanden die 3 Forts Cassa, Varisello und Roncia, unterstützt von mehreren Batterien und Befestigungen.

Mit der, im Pariser Friedensvertrag von 1947, festgehaltenen Grenzverschiebung zu ihrem Ursprung von vor 1860, befinden sich seitdem alle Festungen auf französischem Territorium und haben somit ihren Nutzen verwirkt.

1980 eröffnete der Fréjus-Autotunnel, der das Verkehrsaufkommen der Passstraße reduziert hat. Heute wird der Col du Mont Cenis fast ausschließlich touristisch genutzt.

Tipp: Findest Du alte Militärfestungen auch so spannend zu Erkunden? Dann solltest Du unbedingt die Festungsstadt Briancon, ca. 90km südlich besuchen. In der Region rund um die Cité Vauban stehen 25 Festungen und Ruinen!

Passstraße des Col du Mont Cenis
Passstraße des Col du Mont Cenis


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    Linda steht auf einem Berghang und blickt auf den türkisfarbenen Lago d'Apsoi, umgeben von steilen Felswänden.